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Bus on demand
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Busruf per App

Antje Stürmann 05.12.2018 0 Kommentare

Das Warten auf den Bus könnten sich einige Bremer Kunden bald sparen. Der Bund fördert per App buchbare Busse auf Abruf.
Das Warten auf den Bus könnten sich einige Bremer Kunden bald sparen. Der Bund fördert per App buchbare Busse auf Abruf. (Hans-Henning Hasselberg)

Borgfeld. Es klingt bequem: Busse ohne Fahrplan und feste Routen, die per App gerufen werden und ihre Fahrgäste abholen, wo immer sie gerade stehen. Solche „Busse on demand“ soll es bald in Bremen geben. Noch gibt es kein Konzept für das bundesweit neue Modellprojekt. Aber wenn es soweit ist, möchte Borgfeld unbedingt dabei sein, denn die Einwohner in Borgfeld-West und im Bereich um die Straße Upper Borg sind von Bus und Bahn abgeschnitten. Das, sagt Beiratssprecher Karl-Heinz Bramsiepe (CDU), sei vor allem für ältere Menschen von Nachteil.

Borgfeld ist nach Informationen aus dem Verkehrsressort einer der ersten Bremer Orts- und Stadtteile, die sich für das Service-Projekt interessieren. In einem noch festzulegenden Gebiet könnten Kunden künftig zu bestimmten Zeiten per App Minibusse der BSAG rufen und sich von einem beliebigen Standort zu einer Bus- oder Straßenbahnhaltestelle fahren lassen. Oder auch in die Ortsmitte zum Einkaufen. Auf diese Weise will die Projektträgerin Bremer Straßenbahn AG den klassischen öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) ergänzen, sagt Vorstandsprecher Hajo Müller. Den Fahrpreis hat die BSAG noch nicht festgelegt. Absehbar ist laut Sprecher Jens Christian Meyer: „Die Tickets werden etwas teurer sein als für den ÖPNV und etwas günstiger als die Fahrten mit dem Auto.“ Das Bundesverkehrsministerium unterstützt Bremen beim Einsatz der bedarfsgesteuerten Busse bis zum Jahr 2020 mit 1,1 Millionen Euro.

Bürgerbus war ein Flop

Die Stadt müsste, wenn sie das Modellprojekt an den Start bringen will, mindestens noch einmal so viel Geld dazugeben. In Borgfeld ist man gedanklich schon zwei Schritte weiter: „Borgfeld muss in diesem Modellprojekt unbedingt berücksichtigt werden“, fordert Karl-Heinz Bramsiepe. Bewohner der Randgebiete und Seniorenvertreter Johannes Huesmann fordern seit Jahren eine Anbindung an den ÖPNV für die entlegenen Bereiche des Ortsteils. Einen von der BSAG eingesetzten Bürgerbus hatten die Borgfelder unter anderem wegen der langen Fahrtzeiten zu wenig genutzt – der Betrieb ist eingestellt worden. Bramsiepe wirbt nun für einen neuen Anlauf: „In Borgfeld leben 1700 Menschen, die älter als 60 Jahre sind, sie brauchen vormittags eine oder zwei Möglichkeiten, mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Ortsmitte zu gelangen.“ Auch der Beirat hat sich schon öfter mit dem Thema auseinandergesetzt. Zuletzt hatte ein Anwohner der Straße Upper Borg verlangt: Die Streckenführung der Buslinie 31 müsse geändert werden, damit die Anwohner mit öffentlichen Verkehrsmitteln die Borgfelder Ortsmitte erreichen. Die Stadt, hieß es in einem Brief an den Borgfelder Beirat, müsse gemeinsam mit der BSAG für die in der Feldmark geschaffenen Wohngebiete einen leistungsfähigen ÖPNV vorhalten.

Mit dem Bus auf Abruf könnte sich dieser Wunsch erfüllen. Stadtgebiete, die nicht von Bussen und Bahnen angesteuert werden, könnten flexibel und nachhaltig erschlossen werden, heißt es im Verkehrsressort. Ziel des Senators ist es, dass mehr Menschen ihre Autos stehen lassen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Ab Mitte 2019 soll der Bus on demand mit, aber auch ohne App buchbar sein. Ein Programm bündelt die Routen so, dass der Bus möglichst wenige Kilometer fährt und damit wirtschaftlich bleibt. Eine Konkurrenz zum Taxi sehen BSAG und Behörden nicht. Der Bus on demand habe primär eine Zubringerfunktion, heißt es.

Gute Erfahrungen sammelt bereits die bayerische Kleinstadt Freyung: „Technisch funktioniert alles wunderbar und der Bus wird genutzt“, sagt der Klimaschutzmanager der Stadt, Markus Linkenheil. Projektträger ist ein lokales Busunternehmen. Seit August bringt dessen Kleinbus vorwiegend ältere Menschen vormittags zum Einkaufen. Wer keine App hat, ruft eine Nummer an und lässt das Ticket von einem Mitarbeiter im Rathaus oder beim Busunternehmen buchen. Die meisten bezahlen bar beim Fahrer. Mit 2,90 Euro ist das Ticket etwas teurer als für den ÖPNV – „die Fahrt aber auch komfortabler“, sagt Linkenheil. Immerhin würden die Kunden fast von zu Hause abgeholt und gebracht. „Dafür sind sie bereit, mehr zu bezahlen.“ In drei Jahren will Freyung sehen, ob sich der Betrieb lohnt. „Ich bin guter Dinge“, so Linkenheil.

Politik ist am Zuge

Die BSAG und die Behörde haben registriert: Borgfeld ist offen für das Verkehrsprojekt. Ein Konzept will die BSAG jedoch erst erarbeiten, wenn die Umsetzung politisch beschlossen ist. Das heißt: „Alle Stadtteile sind noch im Rennen“, so Behördensprecher Jens Tittmann. Der Borgfelder Beirat soll nun in seiner nächsten Sitzung Anfang 2019 beschließen, Borgfeld in das Testgebiet aufnehmen zu lassen. Bramsiepe: „Mit dem Projekt besteht endlich Aussicht auf eine deutliche Verbesserung des Bus-Angebotes.“


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Leserkommentare
suziwolf am 22.10.2019 07:55
Hallo, @Max ...

Das Gesagte bzw. die negativen ,Erfahrungen mit anderen Banken‘
kann voll unterstrichen werden.

Auch ...
reswer am 22.10.2019 07:54
Das Luxemburger Gericht stellte im Juni 2018 fest, dass Deutschland gegen das gesundheits- als auch umweltschädliche Nitrat im Grundwasser zu wenig ...