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Das Ende vor dem Neuanfang

Undine Mader 19.04.2019 0 Kommentare

Rosemarie Loos zieht es nach Borgfeld.
Rosemarie Loos zieht es nach Borgfeld. (Christian Kosak)

Grasberg/Borgefeld. In einem Raum steht der Brennofen, im nächsten der alte Lilienthaler Rathaustisch, auf dem Rosemarie Loos so manchen Tonklumpen weich geklopft hat, und im dritten stehen die Regale, auf deren Brettern Vasen, Schalen, Dosen und Figuren einträchtig auf neue Besitzer warten. Das ist das künstlerische Reich von Rosemarie Loos. Am Sonnabend und Sonntag, 27. und 28. April, jeweils von 11 bis 18 Uhr will sie dieses Refugium der Keramik in der Rautendorfer Landstraße 33 in Grasberg auflösen, denn sie zieht aus Grasberg weg. Ihre künftige Werkstatt in Borgfeld ist nur zehn Quadratmeter groß. 25 Prozent des Erlöses will sie der Lilienthaler Tafel spenden.

Wehmut schwingt keineswegs in Rosemarie Loos Stimme, während sie von dem Umzug erzählt. Vier Jahrzehnte haben ihr Mann und sie in Rautendorf gelebt. Haus und den 5000-Quadratmeter-Garten nennt sie ihr Lebenswerk, eines, das ihnen jenseits der 70 zu viel Arbeit abverlange. „Es ist jetzt einfach an der Zeit“, sagt sie. Sie wollen sich verkleinern in Garten und Werkstatt. Raku und Feldbrand könne sie im neuen Haus nicht mehr anfertigen. Ans Aufhören mit ihrer Kunst denkt Loos aber nicht. Sie fahre weiterhin zu Fortbildungen, und sie erzählt begeistert von der neuen Technik, die sie gerade ausprobiere.

Verweilen im Garten

Keramik, das sei Knochenarbeit, besonders, wenn eine Ausstellung vorzubereiten sei. Auch jetzt schleppt Loos schon seit Tagen für ihre Werkstattauflösung. Eine Familie dicker Hühner hockt bereits auf einem Baumstumpf. Im Gras recken Gänse ihre gelben Schnäbel gen Frühlingshimmel und aus den noch blütenlosen Rhododendren ragen Gartenstelen in Blau, Rot und Orange. Im Keller stehen die Raku und Feldbrandkeramiken. Dazu will Loos Pavillons im Garten aufstellen. Dort können die Besucher Kaffee und Kuchen genießen. „Die Leute sollen hier verweilen", sagt Loos. Immerhin an einem Ort, dessen ganze Blütenpracht schon in dem Sonderheft „Garten-Geschichten“ des Weser-Kuriers zu bewundern war.

In einem Garten kreuzten sich auch vor Jahren die Wege von Rosemarie Loos und Gerda Urbrock erstmals. Umrahmt von prächtigen Rosen stellten sie in Lilienthal Keramik und Porzellanmalerei aus. Für das Hobby bleibt Urbrock wenig Zeit. Als Gründungsmitglied und inzwischen Vorsitzende der Lilienthaler Tafel hat sie viel zu tun, zumal dies nicht ihr einziges Ehrenamt ist.

Derzeit versorgen die 45 Helfer der Tafel laut Urbrock rund 300 Menschen mit Lebensmitteln und neuerdings kämen mehr alleinstehende ältere Damen zur Tafel. Urbrock weiß, wer diesen Schritt tun, muss dabei seine Scheu  überwinden. „Aber wenn sie bei uns sind, ist es einfach toll.“ Dann erhielten die Helfer auch schon mal eine Umarmung.

Weil nun Kuchen für Rosemarie Loos auch etwas mit Essen zu tun hat, lag es für sie nahe, einen Teil des Erlöses aus der Werkstatttauflösung der Tafel zu spenden. Sie begründet: „Wir werden satt, aber es gibt viele Menschen, die nicht von ihrem Geld leben können.“ Auch die Altersarmut nehme zu. Da wolle sie etwas tun, und sie spendet nicht zum ersten Mal für die Lilienthaler Tafel.

Spenden für die Tafel

Mit Lebensmitteln sei die Tafel gut bestückt, erzählt die Tafel-Vorsitzende Gerda Urbrock. An Geldspenden hingegen mangle es der Tafel. Doch in dem Verein fallen regelmäßig Kosten an, von der Miete bis zur Wartung des Fahrzeugs. Das sei inzwischen auch schon in die Jahre gekommen, die Tafel spare bereits für ein neues. Dafür packt Gerda Urbrock auch gerne selber mit an. Sie will Kuchen für die Werkstattauflösung backen und Rosemarie Loos an dem Wochenende zur Hand gehen.

Was danach kommt, weiß Rosemarie Loos noch nicht zu sagen. Nur: „Es kommt was Neues.“ Ganz will sie sich nicht aus der  Grasberger Kunstszene verabschieden. Bei einer Gemeinschaftsausstellung mitzumachen, das könne sie sich vorstellen, genauso, wie beim Kulturforum Borgfeld anzuklopfen. Aber all das will sie in Ruhe angehen. Erst einmal heißt es Kuchen backen und Keramiken aufbauen für ihre letzte Rautendorfer Ausstellung.


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Leserkommentare
suziwolf am 21.10.2019 12:19
Und dann ... @kretschmar -
[auch wieder] eine gemeinsame Währung -

Das britische £ - Sterling -
europaweit jetzt ...
suziwolf am 21.10.2019 12:01
Warum dieser einfache Hinweis
auf www.spiegel.de
[ ,auf Erweiterung der Information‘ ]
mit „👎“ bewertet wird,
erklärt sich ...