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Zehn Fragen an... Susanne Weichberger
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„Die ökologische Frage ist die wichtigste unserer Zeit“

Lars Fischer 15.06.2019 0 Kommentare

Susanne Weichberger engagiert sich unter anderem für die Künstlerhäuser in Worpswede.
Susanne Weichberger engagiert sich unter anderem für die Künstlerhäuser in Worpswede. (Maximilian von Lachner)

Welches Thema beschäftigt Sie zurzeit am meisten?

Wenn ich in meinem Garten bin, beschäftigen mich meine schwarzen Australops-Hühner, die nach mehr als zehn Jahren erstmals ein schneeweißes Küken ausgebrütet haben.  In meiner Praxis verfolgt mich die neu installierte IT-Anbindung und was sich Jens Spahn sonst noch so ausdenken könnte. Im größeren Rahmen gedacht, halte ich die ökologische Frage für die wichtigste unserer Zeit. Sie ist unsere Überlebensfrage und ich denke täglich daran, wenn ich den Kühlschrank öffne, in mein viel zu großes Auto steige oder eine Flugreise plane. Ich fühle mich mitverantwortlich für die Katastrophe, in wir gerade hineinschlittern.

Was lesen Sie im Moment?

„Nedjma“ von Kateb Yacine. Ein Buch, in dem es um die Geschichte Algeriens geht und darum, dass es keiner Fremdherrschaft gelingen konnte, die Seele des Landes zu besitzen. Auf der Handlungsebene wird eine Liebesgeschichte beschrieben, die facettenreich im übertragenen Sinne Herrschaft und Unterdrückung beschreibt. Kateb Yacine ist in Algerien ein sehr bekannter Autor.  Er ist der Großvater meines jüngsten Sohnes, der als einziges von meinen drei Kindern noch zu Hause lebt.

Wir stocken den Etat Ihrer Heimatgemeinde um eine Million Euro auf, und Sie dürfen das Geld ausgeben. Was machen Sie damit?

Das Vermögen in unserer Welt ist sehr ungerecht verteilt. Wie die Vermögensverteilung in Worpswede aussieht, kann ich nicht beurteilen. Es wäre sehr schön, wenn es gerechter zuginge. Das Vermögen der Menschen aufzustocken, die weniger verdienen oder besitzen, halte ich für einen guten Plan. In erster Linie denke an alle in Worpswede lebenden Künstler, die einen sehr wichtigen gesellschaftlichen Beitrag leisten und denen die Gemeinde ein solides Grundeinkommen zur Verfügung stellen sollte.

Wie verbringen Sie am liebsten Ihren Sonntagnachmittag?

Meinen Sonntagnachmittag verbringe ich am liebsten zu Hause. Ich bin in einem Bäckerhaushalt groß geworden und dem Handwerk treu geblieben. Ein Sonntag ist kein Sonntag ohne einen selbst gebackenen Kuchen. Zum Glück essen sowohl meine Familie als auch meine Freunde gerne Kuchen.  Sonntag bei Kaffee und  Kuchen, mit freundlichen Menschen im Garten, mit guten Gesprächen ... die Sonne scheint ... das gefällt mir.

Welche Schlagzeile würden Sie gern in der Zeitung lesen?

Unfassbar! – Erdrutsch in Worpswede! Neubaugebiet Im Rusch versinkt im Moor!

Mit welcher Persönlichkeit würden Sie gerne mal essen gehen?

Sehr gerne mit meinem Schwager Johannes Schenk und mit Tobias Weichberger. Wir hätten bestimmt eine Menge Spaß!

Was wollten Sie als Kind einmal werden?

Als Kind habe ich mit meinen Freunden häufig Schmetterlinge und Grillen gefangen. Außerdem haben wir fortwährend Erdhöhlen und Buden gebaut. Vermutlich wäre ich gern eine Kombination aus Grubenarbeiterin und Insektenforscherin geworden. Möglicherweise gibt es diesen Beruf ja inzwischen.

Welche Schallplatte oder CD haben Sie sich als erstes gekauft?

Ich glaube, das war eine Platte von Zarah Leander: „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen“

Was bereuen Sie, in Ihrem Leben nicht getan zu haben?

Da kann ich nur mit Edith Piaf antworten: „Je ne regrette rien!“

Vervollständigen Sie bitte folgenden Satz: „Ich hasse es, wenn...“

Da gibt es nichts zu vervollständigen. Hassgefühle zeigen innere Abgründe, und wer hasst, hat viel Angst. Mein Berufsalltag besteht darin, Menschen zu helfen, ihre Gefühle besser zu verstehen. Da wird man selber milde und, wenn es gut läuft, demütig. Aber ich kann sagen, was ich nicht mag. Ich mag keine  Ideologien. Ideologien sind gefährlich, insbesondere wenn Parteien sie mit Gewalt durchdrücken wollen. Ich bin ein Freigeist und mag es, wenn Standpunkte von möglichst vielen Seiten beleuchtet  und wieder verändert werden.

Zur Person

Susanne Weichberger

arbeitet als Psychotherapeutin in Worpswede. Sie engagiert sich unter anderm bei der Hammestrandinitiative sowie im Vorstand der Stiftung Worpswede und der Künstlerhäuser.


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Leserkommentare
erschreckerbaer am 22.10.2019 21:34
Ist doch in Ordnung.
Bis jetzt habe ich 48 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt.
Habe dafür Steuern bezahlt.
Würde ich mit 67 in ...
flutlicht am 22.10.2019 20:43
Lieber @Wk, wann hat Höffner denn nun die Fläche erworben? Mal schreiben Sie von 14 Jahren im Text und in der Einleitung von 11 Jahren. Was stimmt?