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31-Jährigen zu Geldstrafe verurteilt
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Diebesgut im Kinderwagen

Friedrich-Wilhelm Armbrust 08.10.2019 0 Kommentare

Seine zahlreichen Vorstrafen wurden einem 31-Jährigen nun zum Verhängnis: Er wurde wegen eines Ladendiebstahls zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen à zehn Euro verurteilt.
Seine zahlreichen Vorstrafen wurden einem 31-Jährigen nun zum Verhängnis: Er wurde wegen eines Ladendiebstahls zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen à zehn Euro verurteilt. (Peter Steffen/DPA)

Osterholz-Scharmbeck. Der Angeklagte habe aus einer prekären finanziellen Situation heraus den Diebstahl begangen, erklärte der Verteidiger eines 31-Jährigen dem Osterholzer Amtsgericht. Anfang April dieses Jahres hatte der Kreisstädter eines Nachmittags Lebensmittel im Wert von gut 100 Euro in einem Verbrauchermarkt im Stadtzentrum geklaut. Die Beute versteckte er in einem Kinderwagen. „Ich gebe das zu“, räumte der Beschuldigte gleich zu Beginn des Prozesses ein.

Er sei von einer Sportveranstaltung gekommen und hatte auch dem Alkohol zugesprochen, berichtete er weiter. Und: „Ich hatte meine Kleine im Kinderwagen dabei; an dem Tag habe ich keinen Ausweg mehr gewusst.“ Weiter berichtete der 31-Jährige, dass er im April in einer schwierigen Überbrückungszeit steckte. Laut Verteidiger habe sein Mandat zwar einen Job, müsse aber trotzdem ein Leben auf Sozialhilfeniveau führen. „Da gibt es Rückzahlverpflichtungen von einmal 200 Euro und zum anderen 150 Euro an die Staatsanwaltschaft“, zählte der Verteidiger auf. Deshalb sei das Einkommen seines Mandanten einfach eng, war sein Fazit.

Staatsanwalt und Strafrichterin Johanna Kopischke waren skeptisch: Denn im Bundeszentralregister hat der 31-Jährige neun Eintragungen. Demnach hatte sich der Kreisstädter in der Vergangenheit mehrfach wegen Diebstahls strafbar gemacht. Hinzu kommen Betrug und Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetzes. Zudem hatte er sich erst vor wenigen Tagen wieder in einem Verbrauchermarkt bedienen wollen – ohne zu zahlen und ebenso unter laufender Bewährung wie bei der jetzt verhandelten Tat.

Bewährungshelfer Michael Torsch verwies darauf, dass sein Klient im September 2018 aus Hannover nach Osterholz-Scharmbeck gezogen sei, wo auch seine Partnerin herkäme. Seit Anfang April arbeite er auch, so Torsch, der den 31-Jährigen als motiviert beschrieb. Eine wichtige Rolle spiele, dass die Freundin des Angeklagten ein weiteres Kind erwarte. „Der Vorfall war für ihn fürchterlich und ein Schlag ins Kontor.“ Er habe seinem Klienten daher geraten, sich psychotherapeutische Hilfe zu holen. Dem Ratschlag sei er gefolgt, versicherte der Neu-Kreisstädter.

Der Vertreter der Staatsanwaltschaft hielt dem Angeklagten zwar seine „Notlage“ zugute. Trotzdem beantragte er eine Freiheitsstrafe von vier Monaten. Diese solle keinesfalls zur Bewährung ausgesetzt werden.

Der Verteidiger stellte seinerseits die klamme finanzielle Situation des 31-Jährigen in den Vordergrund. „Ein Viertel des Einkommens geht weg für Schulden. Jetzt kommen die Prozesskosten in Höhe von 500 bis 600 Euro hinzu.“ Und seine Vorstrafen seien anderer Natur gewesen, meinte der Anwalt. „Er stellt sich der Verantwortung und hat sich Hilfe gesucht. Der fällt nicht in sein altes Schema zurück“, machte er sich für ein mildes Urteil stark. Er wolle auf keinen Fall seine Familie verlieren, beteuerte der Angeklagte. In seinem letzten Wort vor dem Urteil sagte er: „Die ist mein allerhöchstes Gut.“

Strafrichterin Kopischke verurteilte den 31-Jährigen schließlich zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu zehn Euro, also 900 Euro. Die Richterin nahm dem Kreisstädter seine „Notlage“ ab; „Sie sind nicht bessergestellt als ein Sozialhilfeempfänger“, sagte sie. Wobei bei ihr ein Vorbehalt blieb: „Da sind die nicht unerheblichen Voreintragungen.“


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Wesersteel am 23.10.2019 10:50
Klimanotstand...................sind den ALLE nur noch ganz viel Bluna ?
WESER-KURIER_Onlineredaktion am 23.10.2019 10:44
Danke für den Hinweis. Das Gelände wurde vor 14 Jahren erworben. Die Fläche ist elf Hektar groß. Wir haben das korrigiert.