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Tüschendorfer Ersthelfer
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Ein kleines Gerät für mehr Sicherheit

Undine Mader 10.02.2019 0 Kommentare

Bisher gab es im Norden Grasbergs keinen Defibrillator. Die Dorfgemeinschaft Tüschendorf änderte das, Alke Meyer und Rolf Gerlach präsentieren das Gerät, das künftig jederzeit und für jeden erreichbar ist.
Bisher gab es im Norden Grasbergs keinen Defibrillator. Die Dorfgemeinschaft Tüschendorf änderte das, Alke Meyer und Rolf Gerlach präsentieren das Gerät, das künftig jederzeit und für jeden erreichbar ist. (Christian Kosak)

Grasberg. In Tüschendorf leben knapp 300 Menschen. Damit deren Leben künftig noch etwas sicherer ist, hängt seit Kurzem am Eingang des Dorfgemeinschaftshauses rechts neben der Tür ein Defibrillator. Jederzeit und für jeden zugänglich. Das lassen sich die Dorfgemeinschaft Tüschendorf und Spender einiges kosten. Rund 2500 Euro haben sie für das Gerät bezahlt, weitere 2000 Euro Wartungskosten werden in den folgenden acht Jahren zusammenkommen. Dieses Projekt auf die Beine gestellt zu haben, macht Alke Meyer vom Vorstand der Dorfgemeinschaft stolz und neugierig zugleich.

In mehreren Kursen können Tüschendorfer die Scheu vor dem Gerät ablegen und die Anwendung des Defibrillators erlernen. Einen „Lebensretter für Tüschendorf“ nennen die Verantwortlichen der Dorfgemeinschaft den Defibrillator auf ihrem Flyer. Mit dem Zettel sind sie von Haus zu Haus gegangen und haben ihn an alle Haustüren verteilt. Nicht nur bei der Dorfgemeinschaft soll es Schulungen dafür geben, sondern auch bei der Ortsfeuerwehr. Beide teilen sich ein Haus und künftig auch dieses Stück mehr Sicherheit. Meyer gehört der Feuerwehr ebenfalls an, wie rund 90 Prozent der Dorfgemeinschaftsmitglieder. Seit der Jahreshauptversammlung 2017 sei der Defibrillator schon in der Dorfgemeinschaft diskutiert worden. Dass er nun real an der roten Ziegelmauer angebaut worden ist, das hat ein Feuermitglied initiiert.

Bei Rolf Gerlach in der Firma in Hambergen hängt schon ein Defibrillator, „um unseren Mitarbeitern ein gutes Gefühl zu geben“. Das wünschte er sich auch für sein Dorf. Als „kleines Randdorf“ im Grasberger Norden solle es sicher und attraktiv sein, auch für Ältere. Aber: „Wir haben Glück, wenn der Krankenwagen aus Tarmstedt innerhalb von Minuten hier ist“, meint er. Es könne auch länger dauern. Der nächste bekannte und für jeden jederzeit zugängliche Defibrillator hängt in Grasberg-Mitte im Foyer der Volksbank. Gerade beim Herzstillstand aber entscheide jede Minute. Darum seien auch die Nachbarn aus Otterstein und Adolphsdorf eingeladen, den Tüschendorfer Defibrillator im Notfall zu holen. Das gehe schneller, als nach Grasberg zu fahren, so Gerlach.

Beruhigende Handhabung

Ein Gerät alleine aber genügt nicht, auch wenn es wie der Defibrillator selbsterklärend funktioniert. Gerlach öffnet die zwei gelben Verschlüsse und klappt ihn auf. Eine technische Stimme sagt: „Ruhig bleiben, diese Anweisungen befolgen, sofort 112 anrufen.“ Alke Meyer ist begeistert. Schritt für Schritt instruiert die Stimme jeden Handgriff, nachzulesen im Display. Rolf Gerlach strahlt. Er fühlt sich bereits davon zum Handeln und Durchhalten im Notfall animiert. Allerdings weiß er auch: „Man merkt, es ist eine unheimliche Unwissenheit da, was dieses Gerät angeht.“

Auch das haben die Tüschendorfer Lebensretter bedacht. „Man muss das Gerät anfassen, dann verliert man die Angst“, so Meyer. Dafür hat die Dorfgemeinschaft Simone Kriete zur „Ansprechpartnerin DFI“ gewählt und es werden mehrere Kurse angeboten. Das Interesse ist offenbar da im Dorf. Für die Erstanwenderschulung an diesem Freitag stehen 15 Namen in der Liste und auch die weiteren Kurse seien belegt. Noch freie Plätze gibt es laut Meyer wieder am 2. März.

Gerlach nennt den neu angeschafften Defibrillator eine „beruhigende Sache“. Er werde eingesetzt, wenn eine Person nicht mehr ansprechbar sei, er prüfe die Atmung und reanimiere. Das beruhigt auch Alke Meyer. Selber habe sie noch nie eine Situation erlebt, in der solch ein Gerät gebraucht wurde. Sie hoffe, so bleibe es auch. „Aber es ist gut, dass man handeln kann, wenn was ist.“ Rolf Gerlach und Alke Meyer hoffen, dass sich Nachahmer für das Tüschendorfer Projekt finden, dass andere Dorfgemeinschaften oder ortsansässige Betriebe ebenfalls Defibrillatoren anschaffen.

Zur Sache

Selbsterklärende Lebensretter

Ein Defibrillator, auch Laiendefibrillator oder Defi genannt, wird benutzt, um die Zeit bis zur Übernahme eines Patienten durch den Notarzt zu überbrücken. Bei kardiologischen Notfällen versorgt er das Herz mit elektrischen Impulsen. Dabei misst das Gerät zunächst computergesteuert die Herztätigkeit. Im entsprechenden Notfall löst es einen Impuls oder ein Schock aus. Während des Einsatzes leitet der Defibrillator den Ersthelfer Schritt für Schritt an. Eine Meldepflicht für die Standorte von Defibrillatoren gibt es nicht. Rund um die Uhr und für jedermann zugänglich sind sie in Grasberg in der Filiale der Volksbank sowie am Dorfgemeinschaftshaus Tüschendorf.


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Leserkommentare
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