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Schützenfest Adolphsdorf
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Ein zäher Damenvogel

Johannes Kessels 10.06.2019 0 Kommentare

Königsproklamation in Adolphsdorf (von links): Damenkönigin Erna Schröder sowie das Königspaar Werner und Elke Kück.
Königsproklamation in Adolphsdorf (von links): Damenkönigin Erna Schröder sowie das Königspaar Werner und Elke Kück. (Johannes Kessels)

Grasberg. Mit weiblicher List und Geschicklichkeit geht ja angeblich alles besser. Der Damenvogel des Adolphsdorfer Schützenfestes kannte diese Weisheit aber anscheinend nicht. Er leistete den vier Kandidatinnen um die Königinnenwürde hartnäckig Widerstand. Bei den Herren ging es schneller: Schon nach zehn Minuten stand Werner Kück als neuer König fest.

Der erste Schützenfesttag am Sonnabend begann bei der Jugendkönigin Elin Böttjer zu Hause; hier empfing sie die 15 Mitglieder der Jugendabteilung. Erheblich größer war der Empfang des scheidenden Königs Michael Kück, wo etwa 200 Schützen erschienen. Am Mittag des Pfingstsonntags marschierten die Adolphsdorfer und die befreundeten Vereine vom Dorfgemeinschaftshaus etwa zweieinhalb Kilometer bis zur Schützenhalle, begleitet vom Spielmannszug der TSG Wörpedorf-Grasberg-Eickedorf. Der König und das Vizepaar fuhren natürlich in einer weißen Kutsche vornweg, auf dem Kutschbock, wie bei jedem Umzug seit 40 Jahren, Ludwig Meyer.

Am Nachmittag begann das Schießen auf die Königsvögel, und das Ergebnis erfuhren die Gäste einige Stunden später bei der Proklamation des neuen Königs. Man habe wieder einen vollen Saal, das sei ein gutes Zeichen, sagte der Vorsitzende Joachim Kück, und es seien wieder viele befreundete Vereine dabei. „Man sieht, dass die Freundschaft funktioniert.“ Mit dem alten Königshaus habe man ein tolles Jahr verbracht, eine Besonderheit war, dass Damenkönigin Mareike Wichels sich mit Harald „Hatschi“ Kück einen männlichen Begleiter gewählt hatte. Aber so eng wird das in Adolphsdorf nicht gesehen. Im Jahr 2003 sei sogar schon eine Frau Adjutantin des Königs gewesen, erzählte der zweite Vorsitzende Klaus Feldmann. Diesmal war es aber Tonni Jacobse, der als letzte Amtshandlung seinem König Michael Kück die Kette abnahm. Der sei sogar zur Krönung noch Bezirkskönig geworden, sagte Joachim Kück (nicht verwandt oder verschwägert). „Was will man mehr?“ Nun machte noch der Silberbecher die Runde, den Prinz Ernst August von Hannover dem Verein 1975 zum 25-jährigen Bestehen gestiftet hatte – jeder einen winzigen Schluck!

Die beiden jüngsten Mitglieder des alten Königshauses konnten gleich sitzenbleiben. Neue Jugendkönigin wurde Talea Behrens, ihre Begleiterin ist Elin Böttjer – im vorigen Jahr war es andersherum. Vizekönig wurde Andreas Helmke, Vizekönigin seine Frau Andrea, ihre Tochter Franziska Kinderkönigin. Bei den Bewerberinnen um die Damenkönigswürde setzte sich Erna Schröder durch – nach einer Stunde. Es wollte einfach nicht gelingen, das Holz direkt um die Schraube, die den Vogel auf dem Sockel hält, fein säuberlich zu durchlöchern. Am Schluss wurde kräftig draufgehalten; der Vogel sei glatt in zwei Teile zerbrochen, verriet Joachim Kück. König wurde Werner Kück, bei den fünf Männern dauerte es gerade zehn Minuten, bis der Vogel fiel. Zum Adjutanten bestimmte der König Dieter Tietjen.

„Hier treffen sich Generationen“, sagte der stellvertretende Grasberger Bürgermeister Kai Entelmann, und das sei nicht mehr selbstverständlich. Aber in Adolphsdorf gebe es immer noch ein Miteinander im Dorfleben. Dieses Miteinander wurde ausgiebig gepflegt: In der Schützenhalle stieg der Königsball mit „Mallorca Uwe“ und der eher traditionelleren Musik, wohingegen die jüngeren Leute, die während der Proklamation den Festplatz zu bevölkern begannen, sich mit Maurice Durand, KomboO und DJ Björn wohler fühlten.


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Leserkommentare
holger_sell am 20.10.2019 15:36
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holger_sell am 20.10.2019 15:30
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