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Im Wilstedter Altenheim
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Fahrstuhl sorgt für Ärger

Johannes Heeg 17.04.2019 0 Kommentare

Heimbetreiber Tino Wohlmacher an der Stelle, an der er gerne den neuen Außenfahrstuhl gebaut hätte. Doch daraus wird nichts.
Heimbetreiber Tino Wohlmacher an der Stelle, an der er gerne den neuen Außenfahrstuhl gebaut hätte. Doch daraus wird nichts. (Johannes Heeg)

Der Fahrstuhl im Haus Wilstedt, dem Altenheim in der Ortsmitte, hat seine besten Tage hinter sich. Vor 30 Jahren wurde er eingebaut, Ersatzteile gibt es nur noch bei ebay, und die Betriebserlaubnis wäre im März abgelaufen, hätte Heimbetreiber Tino Wohlmacher beim TÜV nicht noch eine Verlängerung erwirken können. Der nur bis Oktober geduldete Weiterbetrieb des Museumsstücks ist für Wohlmacher eine Notlösung, denn eigentlich hatte er vor, den alten Aufzug stillzulegen und einen neuen zu bauen. Doch sein Plan ist gescheitert – „an dem bürokratischen Verhalten des Landkreises“, so der 53-jährige Betriebswirt und frühere Fallschirmspringer.

Der im März 2018 beim Landkreis Rotenburg eingereichte Bauantrag sah neben dem Bau eines neuen Büroraums vor, an der Giebelwand zur Straße Konterschaft einen Außenfahrstuhl zu errichten. Der sollte größer sein als der jetzige und wäre von außen und von innen begehbar gewesen. Die Verlegung des Aufzugs hätte zwar rund 100 000 Euro gekostet, hätte für die Bewohner aber einige Vorteile gebracht. „Jetzt ist der Zugang im Tagesraum, in dem sich viele unserer Bewohner viele Stunden am Tag aufhalten“, so Wohlmacher. Daher bekämen sie auch mit, wenn Bestattungsunternehmen mit Särgen den Aufzug benutzen, um Verstorbene abzuholen. Das sei „wenig pietätvoll“ und störe ungemein. Mit dem neuen Fahrstuhlstandort wäre dieses Problem entfallen, außerdem wäre der Tagesraum nach Abriss des Aufzugs zwölf Quadratmeter größer geworden.

Bauantrag zurückgezogen

Doch seine Vision wird der Heimbetreiber nicht umsetzen, er hat den Bauantrag vor einigen Tagen zurückgezogen. Er sei „entnervt und frustriert“, beklagt mangelndes Entgegenkommen und Unterstützung vonseiten des Bauamts. Denn bis jetzt habe er für das Verfahren fast 20 000 Euro ausgegeben, darunter 8500 Euro für den Bauantrag und 9000 Euro für ein Brandschutzgutachten. 2000 Euro habe das Bauamt verlangt. „Alles für die Katz“, sagt Wohlmacher. Denn weil er den Büroraum inzwischen in einem ehemaligen Bewohnerzimmer eingerichtet hat und keinen neuen bauen will, habe die Kreisbehörde den Bauantrag für ungültig erklärt und einen aktualisierten verlangt, was ihn weitere 4000 Euro gekostet hätte, wie er sagt. Daraufhin habe er die Reißleine gezogen. Nun werde er den alten Aufzug an gleicher Stelle durch einen neuen ersetzen, für rund 60 000 Euro. Das sei zwar billiger als der Außenfahrstuhl, dennoch aus Wohlmachers Sicht „die schlechteste aller Lösungen“. Aber ohne Aufzug könnten er und seine Frau das Altenheim ab Mitte Oktober nicht mehr betreiben, und 42 Beschäftigte und 51 demenzkranke Bewohner säßen auf der Straße. Dieses Szenario werde nicht eintreten, doch sei es so, dass während der Bauphase die Bewohner der oberen Stockwerke übers Treppenhaus versorgt werden müssten, viele von ihnen ihre Zimmer oder den Flur nicht verlassen könnten und auch der Tagesraum geschlossen wird.

Unterlagen müssen vollständig sein

Beim Landkreis Rotenburg will man alles richtig gemacht haben. Auf Anfrage teilte Sprecherin Christine Huchzermeier mit: „Der Landkreis hat großes Interesse daran, den Antragstellern entgegenzukommen und diese bei Anträgen zu unterstützen.“ Andererseits sei der Landkreis aber auch darauf angewiesen, dass die Antragsteller alle Unterlagen vollständig vorlegen, nur dann könnten Bauanträge geprüft und beschieden werden.

In diesem Fall habe der Betreiber angekündigt, den Besprechungsraum nun doch nicht mehr bauen zu wollen. „Dadurch ergab sich wieder eine andere bauliche Situation und dementsprechend die Notwendigkeit, die eingereichten Unterlagen in einigen Punkten zu modifizieren beziehungsweise zu ergänzen“, so die Sprecherin. Erst wenn alle Unterlagen vollständig vorlägen, werde der Antrag weiter geprüft, „das war auch in diesem Fall so“.

Tino Wohlmacher mahnt derweil „pragmatische Lösungen im Sinne der Bauwilligen“ an. In seinem Falle hätte es doch genügt, wenn das Bauamt den nicht mehr benötigten Raum einfach gestrichen hätte. Er hätte sich auch gewünscht, dass sich ein Vertreter der Baubehörde die Situation vor Ort anschaut. Leider sei niemand seiner Einladung gefolgt. Sein Resümee: „Ich ärgere mich, dass ich den Außenfahrstuhl nicht einfach gebaut habe.“


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Ein Syrer und sein neues Leben in Rotenburg
Samer Tannous ist Hochschullehrer aus Damaskus, lebt mit seiner Familie seit 2015 in Rotenburg und arbeitet dort als Französischlehrer. In der Wümme-Zeitung schreibt er wöchentlich über seine Erlebnisse.
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Leserkommentare
erschreckerbaer am 22.10.2019 21:34
Ist doch in Ordnung.
Bis jetzt habe ich 48 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt.
Habe dafür Steuern bezahlt.
Würde ich mit 67 in ...
flutlicht am 22.10.2019 20:43
Lieber @Wk, wann hat Höffner denn nun die Fläche erworben? Mal schreiben Sie von 14 Jahren im Text und in der Einleitung von 11 Jahren. Was stimmt?