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Beiratswahl in Borgfeld
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Fraktionschef spricht von verlorener Zeit

Klaus Göckeritz 13.05.2019 0 Kommentare

Bernd Vahlenkamp
Bernd Vahlenkamp (Klaus Göckeritz)

Borgfeld. Die Sozialdemokraten bewerben sich mit veränderter Mannschaft um Sitze und Stimmen im nächsten Borgfelder Beirat. Wenn die Wähler am 26. Mai ihre Kreuze auf dem Stimmzettel machen, fehlt ein vertrauter Name. Der Fraktionssprecher und stellvertretende Beiratssprecher Bernd Vahlenkamp hat auf eine erneute Kandidatur verzichtet. Grund waren Personaldiskussionen innerhalb des SPD-Ortsvereins, Grund war aber auch die Beiratsarbeit im Allgemeinen. Das Fazit des langjährigen Ortspolitikers fällt drastisch aus: Die vergangene Legislaturperiode war für den 56-Jährigen eine verlorene Zeit.

Mitglied im Vorstand des SPD-Ortsvereins Borgfeld, Mitglied im Sozialausschuss von 2007 bis 2011, Beiratsmitglied seit 2011, zuletzt Fraktionssprecher der SPD und stellvertretender Beiratssprecher – Bernd Vahlenkamp hat sich in den vergangenen Jahren an vielen Stellen engagiert und die Politik in Borgfeld mitbestimmt. Gerade deshalb sorgte der Rückzug des erfahrenen Ortspolitikers umso mehr für Irritationen und viele Fragen. Die  Entscheidung fiel bereits im vergangenen Winter, als sich die SPD anschickte, ihr Personaltableau für die Beiratswahlen in diesem Mai zu entwickeln. Dort liefen die Gespräche nicht so, wie es sich der langjährige SPD-Politiker vorgestellt hatte. „Es ging nicht um programmatische Fragen, so weit waren wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Es ging allein um die Personaldiskussion“, erklärte Vahlenkamp.

Als klar war, dass sich die Mitgliederversammlung für einen anderen Spitzenkandidaten entscheiden würde, zog Vahlenkamp die Konsequenzen und erklärte seinen Verzicht. Verletzte Eitelkeit war bei der Diskussion um die Listenplätzen nicht im Spiel. Das gehöre zum demokratischen Alltag, sagt Vahlenkamp. Es ging offenbar um andere Dinge. Wie unsere Zeitung aus anderer Quelle erfahren hat, soll hinter den Kulissen gezielt Stimmung gegen das langjährige Beiratsmitglied gemacht worden sein. Eine Darstellung, die Vahlenkamp nicht bestätigt, der er aber auch nicht widersprechen will. Doch diese Diskussion ist aus Sicht des 56-Jährigen Vergangenheit und inzwischen abgehakt. Fest steht, dass er jetzt eine politische Auszeit nehmen will.

Die Entscheidung zum Rückzug fällt dem Sozialdemokraten, der 1982 in die Partei eingetreten ist, nicht schwer. Mehr noch: die vergangenen vier Jahre waren aus Sicht des Kommunalpolitikers vertane Zeit. „Was kann der Beirat in diesem Zeitraum für sich als Erfolge ausweisen? Wo sind wir entscheidend vorangekommen?“, fragt Vahlenkamp und schickt die Antwort gleich hinterher. „Wir haben für Borgfeld mit kleinen Ausnahmen Nullkommanull erreicht“, so der stellvertretende Beiratssprecher. Das Klima im Beirat sei nicht sachbezogen, sondern von parteipolitischen Auseinandersetzungen bestimmt gewesen.

Bei den Wahlen 2015 hatte sich die Kräfteverhältnisse grundsätzlich verschoben. Nach einer rot-grünen Koalition mir Beiratssprecher Gerd Ilgner (SPD) und Ortsamtsleiter Jürgen Linke (Grüne) bestimmte fortan die CDU mit ihrer Mehrheit die politische Diskussion im Beirat, unterstützt von dem für die AfD gewählten und inzwischen zur Partei „Bürger in Wut“ gewechselten Marcus Bayer als „reinen Mehrheitsbeschaffer“ wie Vahlenkamp in seiner Rückschau zusammenfasst.

Dabei sei die Aufgabenliste lang gewesen. Ob der Verkehrsfluss auf dem Langen Jammer, die nach wie vor vorhandene Verkehrsbelastung in Borgfeld-Ost, die Fahrpreisgestaltung für die Straßenbahnlinie 4, der Bau eines Dorfgemeinschaftshauses, die Zukunft des Warftgeländes an der Wendeschleife, der Bau von bezahlbarem Wohnraum für Senioren, der Verkehr an der alten Grundschule oder die zuletzt geführte heftige Auseinandersetzung um die Sanierung des Freizi-Vorplatzes – an vielen Stellen sei die Ortspolitik keinen Schritt voran gekommen, erklärt Vahlenkamp. Einzig bei der Sanierung der Spielplätze und dem Votum für den Erhalt einer eigenen  Ortsamtsleiterstelle für Borgfeld habe der Beirat an einem Strang gezogen, aber diese Bilanz der vergangenen vier Jahre sei ausgesprochen mager. „Der Beirat war an wichtigen Stellen nicht zu einer gemeinsamen Meinung bereit“, bemängelt Vahlenkamp und wirft der CDU einmal mehr eine Blockadepolitik vor. Es ging nicht um Sachpolitik, sondern um Parteipolitik. Dazu moniert auch der SPD-Politiker die Rolle der Bremer Ämter. Die Haltung des Amtes für Verkehr (ASV) bezeichnet er als arrogant, unter dem Strich genauso unbefriedigend sei die Zusammenarbeit mit anderen Ressorts gewesen – und Vahlenkamp sagt auch, dass von der in Bremen gewollten Stärkung der Beiräte in Borgfeld nichts zu spüren gewesen sei.

Die Borgfelder SPD tritt zu den Beiratswahlen am 26. Mai mit vier Kandidaten an. Auf Listenplatz eins steht Beiratsmitglied und OV-Vorsitzender Alexander Keil, auf den Plätzen folgen Bernd Stenner, Malte Schiemann und Ronald Thoms. Bernd Vahlenkamp will die Ortspolitik aus der Distanz verfolgen. „Ich wünsche meiner Partei dennoch Erfolg“, sagt der Politiker, der grundsätzlich mehr Einigkeit im zukünftigen Beirat anmahnt. Sonst werde Borgfeld in der Bremer Politik abgehängt.


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Leserkommentare
holger_sell am 20.10.2019 15:36
Kultur ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor und gerade auch in Bremen ein Magnet für den Tourismus.
Außerdem ist Kulturbewusstsein ein großer ...
holger_sell am 20.10.2019 15:30
Jede Politik hat ihre Klientel.
Wollen Sie im Ernst behaupten, dass Menschen, die sich für Kultur interessieren, keine normalen Leute sind ?