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Schmalenbecker Dorfparade
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Große Party mit Zaungästen

Sabine von der Decken 21.07.2019 0 Kommentare

Die Gruppe „Good Old Grasberg“ wählte Harry Potter als Motto für ihren Wagen.
Die Gruppe „Good Old Grasberg“ wählte Harry Potter als Motto für ihren Wagen. (Fotos: von der Decken)

Grasberg. Wummernde Bässe und laute Musik ließen auf dem Weg zum Schützenplatz in Huxfeld die Körper vibrieren. Aber das schien niemanden am Wegesrand zu stören. 20 Partywagen starteten am Wochenende in Schmalenbeck und machten dem eigentlichen Sinn einer Parade alle Ehre. Die geschmückten Gefährte zogen gemächlich vorbei, zwischen ihnen steppte auf der Straße regelrecht der Bär, "da war mehr Aktion als oben", fand Christoph Meyer, Mitglied der Dorfjugend Schmalenbeck und Mitorganisator der Dorfparade. "Es tanzen und feiern mehr Leute auf der Straße als auf den Wagen stehen.“

Ein besonderes Anliegen war den Veranstaltern, die vor 22 Jahren die Idee für die Dorfparade hatten, ein Zeichen zu setzen. Als politisch bezeichnete Christoph Meyer das für den Wagen der Schmalenbecker Dorfjugend gewählte Motto aber nicht. Trotzdem wollten sie mit dem Leitgedanken „Wir bringen das Moor zum Beben“ zeigen, was sie von Erdgasförderung und Fracking halten, und brachten ihre Solidarität mit der Bürgerinitiative zum Ausdruck. Jedes Jahr aufs Neue gibt sich der Partywagen der Schmalenbecker ein Motto, das unmittelbar mit der Region und den Vorkommnissen des vergangenen Jahres verbunden ist. Diesmal also ein Statement zur Erdgasförderung. Das Motto galt nur für den Schmalenbecker Wagen, die anderen Partygäste folgten eher Spaß orientierten Leitbildern.

Mehr Anmeldungen als Plätze

Auch in diesem Jahr hatte die Zahl der Anmeldungen zur Dorfparade die festgesetzte Anzahl von 20 Wagen überschritten. „Wir hatten definitiv mehr Bewerber als Standplätze“, berichtet Christoph Meyer. Denn die Schmalenbecker nehmen nie mehr als 19 Gastwagen mit auf die Tour nach Huxfeld.

Besonderes Kennzeichen der Dorfparade ist die Langsamkeit der Wagen, so dass sich die Party bei Schritttempo überwiegend auf der Straße neben und zwischen den Vehikeln abspielt. Als eine große Familie, in der jeder mit jedem feiert, bezeichnete der Mitorganisator das Partyevent in Schmalenbeck. Es gehe nach seiner Erfahrung friedlich und gesittet zu, betonte Christoph Meyer, denn es gebe genügend Platz zum Feiern.

Bei den Nachbarn überwog vollste Zustimmung. „Enorm gut“, sagte Erika Osmers. Die Schmalenbeckerin ist seit vielen Jahren Zaungast der Dorfparade. Sie hofft, dass es die Veranstaltung noch lange gibt. Auch Horst Marks gefiel das Event gut, vor allem die Tatsache, dass die Dorfjugend die Parade organisiert. Es sei wichtig für den Zusammenhalt im Dorf, betonte er. Diese Art von Veranstaltung beweise, dass sie auf dem Dorf nicht hinterm Mond lebten.

Mit den Bereitschaften aus Worpswede, Hambergen, Schwanewede und Osterholz-Scharmbeck und zwei Krankentransportwagen rückte das Deutsche Rote Kreuz (DRK) an, um Präsenz zu zeigen. Zwei Hände reichten nicht aus, um die Anzahl der im letzten Jahr geleisteten Einsätze deutlich zu machen, sagte Swen Fink vom DRK. Meistens seien Alkohol, Stürze oder die Kombination von Alkohol und Medikamenten Grund für Notfalleinsätze gewesen. „Letztes Jahr war es schlimm“, so sein Kommentar. Für die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer bedeutet die Dorfparade, auf der erfahrungsgemäß mehr passiert als auf der Erntewagenabschlussparty (EWAP), jedes Mal einige anstrengende Stunden. „Die jüngere Generation sind unsere Kunden“, sagte DRK-Sanitäter Benjamin Meyer am Rande der Veranstaltung.

Seit mehr als zehn Jahren sind Ilka, Ralf und Jascha bei dem Festival auf Rädern mit dabei. Noch nie sind sie aber auf einem der Wagen mitgefahren, sie gehörten immer zum Fußvolk. Es sei ein absolut toller Zusammenhalt, zeigten sie sich begeistert. So was gebe es eben nur auf dem Land. „Da macht das Dorf der Stadt Konkurrenz“, brachte Jascha es auf den Punkt.

Auch Dieter Blanken ist seit mindestens zehn Jahren mit dabei. Er treibe allerdings das Durchschnittsalter in die Höhe, sagte der 55-Jährige lachend. Dieter Blanken gehörte zu der Schmalenbecker Gruppe „Good Old Grasberg“, die sich für Harry Potter als Motto entschieden hatte. Ihre Teilnehmer setzten auf einen kleinen, „kuscheligen“ Wagen mit einer kleinen Musikanlage, die mit den großen Anlagen nicht mithalten konnte.


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