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Hoffnung auf zwei neue Kreisel

Johannes Kessels 22.05.2019 0 Kommentare

(fr)

Worpswede. Zwar wurde auch diesmal, wie in fast jeder Worpsweder Bürgerversammlung, darüber Klage geführt, dass auf der Bergstraße zu schnell gefahren wird. Offenbar wissen noch immer nicht alle Autofahrer, dass in einem verkehrsberuhigten Bereich nur Schrittgeschwindigkeit zugelassen ist. Der größte Teil der zwei Stunden, die gut 20 Teilnehmer zusammen mit Bürgermeister Stefan Schwenke, dem Worpsweder Ortsvorsteher Willi Seidel und seiner Stellvertreterin Monika Behrens in der Ratsdiele verbrachten, war aber dem Fahrradverkehr gewidmet.

Stefan Schwenke gab einen kurzen Rückblick auf die Anregungen, die in der Versammlung im November vorigen Jahres geäußert worden waren. Damals war gefragt worden, was im neuen Regionalen Raumordnungsprogramm (RROP), das der Landkreis Osterholz gerade aufstellt, aus dem Eichenweg werden soll, der den Walter-Bertelsmann-Weg mit Vor den Pferdeweiden verbindet. „Der Weg ist und bleibt Landschaftsschutzgebiet“, erklärte der Bürgermeister; dies gelte auch für die Wiese nebenan.

An der Grundschule soll ein Teil der Verkehrsinsel beseitigt werden, um 13 neue Parkplätze zu schaffen, eine weitere größere Stellfläche soll in der Nachbarschaft entstehen. Auch in der Bauernreihe sei eine Entlastung wünschenswert, sagte Stefan Schwenke. Der Parkplatz am Drogeriemarkt Rossmann werde umgebaut und erhalte mehr Laternen. Der Behindertenparkplatz am Rathaus im Straßentor erhalte einen neuen Belag und eventuell einen neuen Zugang. Monika Behrens reichte das nicht. „Barrierefrei“ bedeute, dass ein Ort ohne fremde Hilfe erreichbar sei, und unter diesem Gesichtspunkt müsse man auch die Zugänge zum Hallenbad und zum öffentlichen WC auf dem Parkplatz an der Bergstraße sehen. „Wir sind schließlich ein staatlich anerkannter Erholungsort“, sagte Behrens.

Verwirrung wegen Hausanschluss

Der Breitbandausbau für schnelles Internet beginnt in diesem Jahr auch in der Ortschaft Worpswede, erklärte Stefan Schwenke. Ein Mitarbeiter des Energiekonzerns EWE, der die Leitungen verlegen lässt, hat dabei einige Verwirrung gestiftet, wie eine Zuhörerin berichtete: Er habe ihr erklärt, sie müsse sich bis Ende dieses Monats entscheiden, ob sie einen kostenlosen Hausanschluss wolle. „Das ist mir neu“, sagte Stefan Schwenke, und es erscheine ihm auch wenig plausibel, denn noch habe ja nicht einmal die Verlegung der Leitungen an der Straße begonnen. Er werde sich bei der EWE erkundigen, und Bürger, die Fragen hätten, könnten sich an ihn oder an Peter Hanelt von der Gemeindeverwaltung wenden.

Worpswede setze auf mehr Radtourismus, habe aber kaum Radwege, sagte Ortsvorsteher Willi Seidel. Dieses Dilemma sei kaum aufzulösen. „Wir können ja nicht die Straßen verbreitern, indem wir Vorgärten aufkaufen“, meinte er, und wegen des starken Autoverkehrs könnten Radfahrer auch nicht die Fahrbahnen benutzen. Eine Zuhörerin berichtete von einem Test des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC). Dort sei Worpswede von 186 Kommunen auf den 173. Platz gekommen mit einer Gesamtnote von 4,3. „Die Autos rasen durch die Osterweder Straße, das ist kriminell“, beschwerte sie sich.

Zu schmale Straßen

Die Gemeinde habe ja bereits versucht, im ganzen Ort Tempo 30 einzuführen, sagte Bürgermeister Stefan Schwenke, aber laut Straßenverkehrsbehörde sei dies nicht möglich. Noch hoffe er ja, dass immer mehr Autofahrer den Weg über die frisch ausgebaute Bergedorfer Straße statt durch den Ort nähmen. Am besten wäre es, auf Höhe des Autohauses Schade einen Kreisel zu bauen, in den die Mevenstedter Straße, die Bergedorfer Straße und die Schlußdorfer Straße einmünden. Ein weiterer Kreisel könne am südlichen Eingang von Worpswede an der Gemeindegrenze zu Lilienthal-Worphausen entstehen beim ehemaligen Gasthaus Dreyers Reeg. Es sei inzwischen „etwas Bewegung“ in die Planungen gekommen, schwierig seien sie gleichwohl, da es fünf Beteiligte gebe: den Gewässer- und Landschaftsschutzverband Teufelsmoor, das Land Niedersachsen, den Landkreis Osterholz sowie die Gemeinden Worpswede und Lilienthal. Wenn diese beiden Kreisel die Autos um den Ort herumlenken würden, sei es vielleicht einfacher, im Ort Tempo 30 einzuführen. Auf Landesstraßen sei dies zwar „relativ unüblich“, so Schwenke. „Aber vor der Music Hall geht es ja auch.“ Überall Radwege bauen könne die Gemeinde hingegen nicht, nicht nur wegen der mangelnden Straßenbreite, sondern auch wegen der vielen Bäume am Straßenrand. Fahrradschutzstreifen, etwa im Udo-Peters-Weg, wie von einem Zuhörer angeregt, lehne die Polizei ab mit dem Argument, mangels ausreichender Breite seien sie zu unsicher.


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Leserkommentare
onkelhenry am 19.10.2019 18:12
74 Jahre SPD!

Nirgendwo ist die Kluft zwischen arm und reich größer.
Schlechte Wirtschaft, schlechte Bildung ... von vielen ...
peteris am 19.10.2019 17:47
Das Affentheater geht also in die nächste Runde. ...