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Edeka-Markt mit neuen Inhabern
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Kaufmann und Kauffrau

Undine Mader 23.09.2019 0 Kommentare

Zwei neue Gesichter: Seit drei Monaten sind Mike und Daniela Ernst Inhaber des Grasberger Edeka-Marktes. Beim Umbau im nächsten Jahr wollen sie dem Geschäft eine eigene Note geben.
Zwei neue Gesichter: Seit drei Monaten sind Mike und Daniela Ernst Inhaber des Grasberger Edeka-Marktes. Beim Umbau im nächsten Jahr wollen sie dem Geschäft eine eigene Note geben. (Undine Mader)

1500 Quadratmeter misst der Arbeitsplatz von Daniela und Mike Ernst. Abends nach 21 Uhr sind sie dort alleine und genießen dann in der Ruhe den eigenen Einkauf für daheim. Am Tag bleibt ihnen kaum Zeit dafür. Seit Anfang Juli sind sie die Inhaber des Grasberger Edeka-Markts in der Wörpedorfer Straße 17a. „Mit allen Risiken und Freuden“, so Mike Ernst, und sein Gesicht zeigt Begeisterung. Seit 22 Jahren arbeitet er im Einzelhandel und kehrt mit dem Grasberger Supermarkt zu seinen beruflichen Wurzeln zurück. Bei Edeka startete er mit einer Ausbildung zum Lebensmittel-Einzelhändler, sein Weg führte ihn über verschiedene Stationen bis zur Funktion des Inhabers eines Edeka-Marktes.

Der vor mehr als 110 Jahren gegründete, genossenschaftliche Edeka-Verbund bezeichnet sich als einen der führenden Lebensmittelhändler in Deutschland. 3700 selbstständige Kaufleute führen unter dem Dach des Verbundes einen Markt. Mike Ernst ist einer von ihnen. Edeka insgesamt zählt rund 376 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Diese erwirtschafteten 2018 in mehr als 11 308 Märkten rund 53,60 Milliarden Euro Umsatz. In dem Supermarkt an der Wörpedorfer Straße werden durchschnittlich 1400 Bonbewegungen pro Tag gezählt, pro Woche macht das zwischen 9000 und 10 000, mit saisonalen Schwankungen. Weil hinter vielen Kassenzetteln mehr als ein Kunde steht, schätzt Mike Ernst, dass die Zahl der Menschen, die den Markt besuchen, rund ein Drittel darüber liegt.

Vor drei Jahren – da war er seit geraumer Zeit Geschäftsführer mehrerer Media-Filialen – überlegte Mike Ernst, wie er die nächsten 20 oder 30 Jahre seines Berufslebens verbringen will. Er bewarb sich für ein Edeka-Existenzgründerprogramm. Im Grasberger Supermarkt kaufte er gerne ein, Gespräche und der Zufall beschleunigten Ernsts Pläne. Am 1. April startete er in der Marktleitung, am 1. Juli folgte seine Frau, eine gelernte Floristin und Einzelhandelskauffrau mit mehrjähriger Erfahrung in den Chefetagen von Galeria-Kaufhof und anderen bekannten Handelsketten. In Grasberg teilt sich das Inhaber-Paar die Arbeit.

Mike Ernst zeichnet für den Markt verantwortlich und sagt: „Anonymität ist nicht meins.“ Er versteht sich als Aushängeschild des Marktes, als der Mann für den Klönschnack. Nicht nur für die Kunden. Daniela Ernst lacht: „Er ist ein Chef zum Anfassen.“ Mit dem Team arbeite das Paar auf Augenhöhe. Ihr Arbeitsgebiet nennt sie den „Background“. Im Büro unterm Dach schreibt Daniela Ernst beispielsweise die monatlichen Dienstpläne für die 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sie hilft an der Kasse, am Lottostand und natürlich liegt ihr der Floristikbereich am Herzen.

Wer im Supermarkt nach Veränderungen sucht, die Ernsts Handschrift tragen, muss derzeit noch genau hinschauen. Aber sie sind da, etwa der Aufsteller eines neuen Biolieferanten oder die Holzkisten am Obst- und Gemüsestand. Das vermittle ein wenig Tante-Emma-Laden-Gefühl, begründet der Inhaber. Mehr Veränderung habe es bisher im Markt nicht gegeben, auch wenn einige Kunden schon moniert hätten, man könne gar nichts mehr finden. „Wir haben überhaupt keine Zeit, Regale umzustellen“, sagt Mike Ernst amüsiert. Er und seine Ehefrau erfassten derzeit vielmehr noch den Ist-Zustand des Supermarktes. Wo sie hinwollen mit ihrem Edeka, das schreiben sie abends oder am Wochenende daheim in Worpswede auf zwei Flipcharts. Ihre Maxime formuliert Mike Ernst: „Der Kunde hat ein Recht, einen sauberen und gut sortierten Laden vorzufinden.“ Einen mit Atmosphäre und einen, der zur Region passe.

Der sichtbare Wandel soll im nächsten Jahr kommen: mit einer neuen Kühlanlage und signifikant geringerem Energieverbrauch. Mehr will das Paar über den für das erste Quartal 2020 geplanten Umbau noch nicht verraten. Zwischen vier und sechs Wochen soll er bei laufendem Betrieb dauern und zum Ostergeschäft soll der Markt fertig sein. Welche Richtung die Inhaber verfolgen, ahnt man, wenn sie über Produkte aus der Region erzählen, über Bio oder Produkte ohne Palmöl. Oder wenn sie nach sinnvollen Alternativverpackungen für die Salatbar suchen.

Edeka sei ihr „starker Partner“ im Hintergrund, der sie entlaste, zum Beispiel bei der Buchhaltung oder bei einem Großteil des Einkaufs. Zwischen 22 000 und 24 000 Artikel stehen in den Regalen. Der Vollsortimenter bietet von der Wurst bis zum Elektrogerät alles an, und das in einer Mischung aus Edeka-Eigenprodukten und Markenprodukten. Bis zu einem gewissen Anteil könne er dafür sorgen, dass ein Produkt gelistet werde, sagt Mike Ernst. Beispielsweise, wenn es das Bier einer kleinen Brauerei aus dem Nachbarort sein soll oder es um die Heidelbeeren aus der Region geht. „Das ist die Freiheit, die ich brauche“, sagt Ernst.

Das Lager des Marktes ist überschaubar. Bis zu viermal wöchentlich komme Lieferung. Die Waren werden direkt von den Rollwagen in die Regale geräumt. Ernst packt mit an. Die Arbeitszeiten muss man mögen: Der Grasberger Edeka-Markt hat montags bis sonnabends von 7 bis 21 Uhr geöffnet. Mike Ernst weiß, in anderen Berufen seien die besser. Aber wer Spaß am Umgang mit Menschen habe, kontaktfreudig sei und gerne im Team arbeite, sei an dieser Stelle genau richtig. Für sich und seine Frau zieht er nach drei Monaten Bilanz: „Es war die beste Entscheidung.“ Den Markt zu führen, das sei eine Riesenverantwortung, die ihnen viel Spaß bereite.


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Leserkommentare
kkahle am 21.10.2019 15:04
Achtung, Achtung!
Der kleine Jan hat sich im Internet verlaufen und sucht jetzt seine Mutti.
Wer ihm begegnet, möge ihm den Weg nach ...
suziwolf am 21.10.2019 15:04
Weit weg ... @Jubi ... ist Erdogan.

Nicht nur geografisch, sondern auch
,Ihrer Vorfreude entsprechend‘ 🙀 !

Und, wenn ...