Wetter: wolkig, 7 bis 15 °C
25 Jahre Philippusgemeinde
Der Artikel wurde zur Merkliste hinzugefügt.
Die Merkliste finden Sie oben links auf der Seite.

Klein aber jung

Lutz Rode 19.05.2019 0 Kommentare

Carsten Mües ist seit 2008 Pastor der evangelisch-freikirchlichen Philippusgemeinde in Lilienthal. Zum Jubiläum hat er jetzt das Festprogramm präsentiert. 
Carsten Mües ist seit 2008 Pastor der evangelisch-freikirchlichen Philippusgemeinde in Lilienthal. Zum Jubiläum hat er jetzt das Festprogramm präsentiert.  (von Lachner)

Lilienthal. Die große Halle der Philippusgemeinde am Konventshof 4 ist bunt geschmückt. Rosa und weiße Luftballons kleben an den Fensterscheiben, die Tische sind festlich gedeckt. Alles bereit für die Feier zum 25-jährigen Bestehen der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde? Im Prinzip ja, doch als Pastor Carsten Mües durch die Räumlichkeiten führt, geht es um eine Hochzeit, für die an diesem Tag alles hübsch hergerichtet ist. Die Jubiläumsfeierlichkeiten stehen erst eine Woche später auf dem Programm. Eine Festwoche soll es werden, geplant vom 22. bis 26. Mai.

Seit 1994 sind die Baptisten in Lilienthal zu Hause, gegründet zunächst als Zweigstelle der Evangelisch-Freikirchlichen Kreuzgemeinde in der Bremer Hohenlohestraße. Am Konventshof in Lilienthal fand sie ein altes Gebäude, welches in vielen Schritten umgebaut und immer wieder erweitert wurde. Heute verfügt die Gemeinde über ein Zentrum mit einer Industriehalle als Gottesdienstraum und einem Altbau für Verwaltung und Gruppenangebote.

„Der Winterspielplatz ist unser Highlight“, sagt Carsten Mües zu den verschiedenen Aktivitäten der Kirchengemeinde. Seit neun Jahren wird der betrieben, immer mittwochs von November bis März, wenn es im Freien für die Kinder zu ungemütlich wird, um sich auszutoben. Bis zu 60 Kinder und 40 Väter und Mütter kommen dann in der Halle zusammen - während die Kinder in der Hüpfburg, beim Fußball, auf der Rutsche oder auf Tretrollern ihrem Bewegungsdrang freien Lauf lassen können, haben die Eltern die Möglichkeit, bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen zu klönen. „Die Eltern können ihre Kinder hier nicht abliefern. Es ist wie auf dem echten Spielplatz, wo sie auch die Aufsichtspflicht haben“, erzählt der Pastor.

Carsten Mües ist seit 2008 Pastor der Philippusgemeinde, seit drei Jahren mit einer halben statt einer vollen Stelle. „Wir sind eine kleine und junge Gemeinde“, sagt der Pastor. 40 Mitglieder zählt sie derzeit. Der Lilienthaler Phlippusgemeinde geht es nicht anders als vielen anderen Organisationen, Vereinen oder Kirchengemeinden. „Viele Menschen wollen heutzutage keine verbindliche Mitgliedschaft mehr. Wir haben uns darauf eingestellt“, sagt Mües. Es gebe zwischen 100 und 200 Leute, die sich der Kirchengemeinde zugehörig fühlten, ohne Mitglied zu sein. „Das sind vor allem junge Familien, die regelmäßig zu uns kommen und unsere Angebote wahrnehmen.“

Die Freikirche bekommt vom Staat keine Gelder aus den Kirchensteuer-Einnahmen oder sonstige Zuwendungen. Ihre Arbeit, so auch in Lilienthal, wird durch die Mitglieder finanziert. Bei den evangelischen Freikirchlern gehört es zu einem wichtigen Prinzip, dass Kirche und Staat strikt voneinander zu trennen sind. „Das kommt noch aus Zeiten, als es die Staatskirche gab. Heute drückt man damit aus, dass die Zugehörigkeit zu einer Kirche etwas ist, für das man sich bewusst entscheidet“, erzählt der Pastor.

Mit bewusster Entscheidung hat auch zu tun, was die Baptisten von anderen evangelischen Kirchengemeinden unterscheidet: „Wir taufen keine Kinder, sondern Menschen, die so alt sind, dass sie sich bewusst zu ihrem Glauben bekennen können.“

Als etwas „Einzigartiges“ bezeichnet der Pastor die Zusammenarbeit mit den anderen christlichen Kirchengemeinden in Lilienthal, die auch räumlich gesehen nicht weit voneinander entfernt im Zentrum liegen. Mit der evangelisch-lutherischen und der katholischen Kirchengemeinde gebe es gemeinsame Veranstaltungen, etwa Gottesdienste an Pfingsten, zum Erntedank und Weihnachten. Dazu komme neuerdings auch die Neuapostolische Kirchengemeinde, die sich im Vergleich zu früheren Zeiten geöffnet habe.

Die Phlippusgemeinde mag es eher unkonventionell: Das sieht man zum Beispiel daran, dass in der großen Gottesdiensthalle keine Orgel und kein Klavier zu finden sind, sondern eine Bühne, auf der regelmäßig Schlagzeug oder Gitarre zum Gesang zum Einsatz kommen. Die Gottesdienste selbst sind auch nicht sonderlich klassisch angehaucht: Die klassischste Form ist da noch der Abendmahlgottesdienst einmal im Monat, ansonsten gibt es den Frühstücksgottesdienst, bei dem die Gemeinde Kaffee und Brötchen bereitstellt und jeder Gast für den Belag seines Geschmacks selbst sorgt. Und der Winterspielplatz-Gottesdienst richtet sich speziell an junge Familien. „Wir möchten einen Raum für Begegnung und Gemeinschaft schaffen. Der Austausch ist uns wichtig“, sagt Carsten Mües.

Vom 22. bis 26. Mai feiert die Philippusgemeinde ihr 25-jähriges Jubiläum. Das Programm beginnt am Mittwoch, 22. Mai, ab 15 Uhr mit einem Familientag. Wie sonst im Winterhalbjahr wird noch einmal der Winterspielplatz in der 270 Quadratmeter großen Halle aufgebaut sein. Es gibt Kaffee und Kuchen und Kinderschminken.

Der Donnerstag, 23. Mai, steht ab 19.30 Uhr im Zeichen des Rückblicks: Zu Gast seine wird dann Gregor Helms aus Jever, der 1993/94 als Pastor der Bremer Kreuzgemeinde die Gründung der Phlippusgemeinde mit angeschoben hat. Er wird über die Entstehung des Baptismus in Deutschland, Bremen und Lilienthal berichten. Im zweiten Teil des Abends werden Fotos aus 25 Jahren Gemeindegeschichte gezeigt. Mitglieder der Gründungsjahre werden den einen oder anderen Schwank dazu beisteuern.

Ein Höhepunkt der Feierlichkeiten soll das Konzert mit Martin Pepper und Band werden, das für Freitag, 24. Mai, ab 20 Uhr geplant ist. Auch wenn seine Musik im Radio eher weniger gespielt wird, gehört Pepper laut der Ankündigung zu den bekanntesten christlichen Songwritern in Deutschland. „Seine Texte sind nicht platt. Unter den neuzeitlichen christlichen Musikern ist er eher der intellektuelle Typ“, sagt Pastor Mües. Und nicht nur Kirchgänger könnten sich davon angesprochen fühlen: „Wer sich für gute, tiefgründige Texte interessiert, kann da sicher etwas mitnehmen.“ 

Die Jubiläumswoche endet am Sonntag, 26. Mai, ab 10.30 Uhr mit einem Festgottesdienst, bei dem Carsten Hokema die Predigt halten wird, der in norddeutschen Gefilden als Kitesurf-Pastor oder Pastor mit der aufblasbaren Kirche bekannt ist. Gemeindepastor Mües übernimmt zusammen mit seiner Band „40g gratis“ die musikalische Begleitung.


Meine Wümme-Region
Ihr Portal für die Wümme-Region

Herzlich willkommen in Ihrem Portal für die Wümme-Region. In diesem Portal informieren wir Sie über wichtige Nachrichten und Veranstaltungen aus Ihrer Region.

Ein Artikel von
Ein Syrer und sein neues Leben in Rotenburg
Samer Tannous ist Hochschullehrer aus Damaskus, lebt mit seiner Familie seit 2015 in Rotenburg und arbeitet dort als Französischlehrer. In der Wümme-Zeitung schreibt er wöchentlich über seine Erlebnisse.
Ihr Wetter in Bremen
Temperatur: 15 °C / 7 °C
Vormittag:
/__wetterkontor/images/wr/50/wolkig.png
Nachmittag:
/__wetterkontor/images/wr/50/bedeckt.png
  Regenwahrscheinlichkeit: 40 %
Die Sportmeldungen aus der Region
Veranstaltung für Ihre Region
Sonderthemen aus der Region
Sonderthemen aus der Region
Traueranzeigen
WESER-KURIER Kundenservice
Leserkommentare
FloM am 22.10.2019 18:24
Werte Online-Redaktion.
Falls das mein gesperrter Kommentar um 17:18 war, wäre ich über eine kurze Erläuterung Ihrerseits erfreut. ...
weser am 22.10.2019 18:17
Jedes Jahr neue Geschenke für die Rentner und baldigen Rentner, bezahlen sollen alles die aktuellen Erwerbstätigengenerationen und die ...