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„Jugend debattiert“
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Kultivierter Austausch der Argumente

Christian Pfeiff 11.02.2019 0 Kommentare

Yannick Sachs (IGS Lilienthal) diskutierte in der Ritterhuder Riesschule  über Elektromobilität. 
Yannick Sachs (IGS Lilienthal) diskutierte in der Ritterhuder Riesschule  über Elektromobilität.  (von Lachner)

Landkreis Osterholz. Eine lebhafte Debattenkultur zählt zu den Kernelementen einer Demokratie. Seit fast 20 Jahren bietet der bundesweit ausgetragene Wettbewerb „Jugend debattiert“ zahlreichen Schülerinnen und Schülern einen Anreiz, kultivierten Argumentationsaustausch zu trainieren. So entsandten am Mittwoch fünf teilnehmende Schulen des Regionalverbunds ihre geschicktesten Diskussionsführer ins Rennen um den Einzug ins Landesfinale, das am 19. März in Hannover stattfinden wird.

In Klassen- und anschließenden Schulwettbewerben ermittelten die Riesschule, das Niedersächsische Internatsgymnasium (NIG) Bad Bederkesa, die Integrierte Gesamtschule (IGS) Lilienthal, das Achimer Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasium sowie die Oberschule „Achtern Diek“ in Dorum ihre diesjährigen Teilnehmer, die sich am Mittwoch bis in den späten Nachmittag heftige Redeschlachten in der Aula der Riesschule lieferten.

Themen und Positionen ausgelost

Allerdings geht es in den Wettbewerbsregularien nicht darum, den jeweils eigenen Standpunkt argumentativ zu vertreten: „Pro Runde werden drei mögliche Themen vorgegeben, auf die sich die Teilnehmer vorbereiten müssen. Das zu diskutierende Thema sowie die Position, welche die Teilnehmer dazu einnehmen, werden vor jeder Runde ausgelost“, erklärt Helke Keßler, Regionalkoordinatorin des Wettbewerbs. „Die Idee dahinter ist, dass die Schüler auf diese Weise trainieren, quasi als Anwälte ihres jeweils zugeteilten Themas zu agieren.“

Dass dies in der Praxis nicht immer ganz leicht fällt, musste unter anderem Koray Kaderoglu erfahren, der aus dem Schulwettbewerb sowie den vormittäglichen Qualifikationsrunden am Mittwoch als Sieger hervorging. In der Finalrunde der Altersgruppe 2, die sich mit der Frage befasste, ob Kommunen für Gärten, Grünflächen und Gewerbegebiete eine biodiversitätsfreundliche Gestaltung vorschreiben sollten, sahen die Juroren den Ritterhuder Gymnasiasten indes auf dem dritten Platz.

„Es ist schwierig, Argumente für eine Perspektive zu finden, die man selbst gar nicht vertritt“, befand der Gymnasiast, der gemeinsam mit Fynn Petzold aus Lilienthal in der Finalrunde seiner Altersgruppe die „Pro“-Perspektive einnehmen sollte. Die zweite Ritterhuder Finalrundenteilnehmerin Melissa Krämer hatte in dieser Hinsicht mehr Glück und fand die Argumente für ihre zugeteilte Perspektive unter anderem im Garten der eigenen Großeltern: „Die pflanzen dort seit Jahren, was sie wollen, und das Ergebnis ist einfach wunderschön.“ Neben Krämer qualifizierte sich auch Colin Engler aus Lilienthal für die Teilnahme am Landesfinale in der Altersgruppe 2.

In der Altersgruppe 1, deren Regionalfinalrunde sich mit der Fragestellung befasste, ob der regionale Personennahverkehr schnellstmöglich auf Elektromobilität umgestellt werden sollte, qualifizierten sich die Ritterhuderin Lisa Albertzen sowie Emelie Heyroth aus Achterndiek vor Lotta Pfeiff aus Bad Bederkesa und Yannik Sachs aus Lilienthal für eine Teilnahme am Landesfinale. Als Juroren der Qualifikations- und Finalrunden fungierten die beteiligten Projektlehrer der teilnehmende Schulen im Rotationsprinzip, um nach Möglichkeit nicht die Debattenleistung der jeweils eigenen Schüler bewerten zu müssen.

Als Gast- beziehungsweise Ehrenjuror für die Finalrunde der Altersklasse 1 konnte zudem Dirk Frommherz gewonnen werden, der das Projekt mehr als zehn Jahre lang im Rahmen seiner aktiven Dienstzeit betreute.

Die Bewertung für die Qualität des Vortragens der Argumente in den zeitlich strikt limitierten Debattenrunden erfolgt indes nach verbindlichen Kriterien: „Unsere Einschätzung der jeweiligen Rundenteilnehmer erfolgt anhand der Kriterien Ausdrucksvermögen, Überzeugungskraft, Gesprächsfähigkeit und Sachkenntnis“, erklärt Matthias Daum, der als Projektlehrer des NIG gemeinsam mit Ute Friedsen und Peter Unruh als Juror der Finalrunde in der Altersgruppe 2 fungierte.

Bevor die in der Riesschule gekürten Regionalfinalisten ihre Debattenkünste am 19. März im Rahmen des Landesfinales im niedersächsischen Landtag in Hannover unter Beweis stellen, absolvieren sie zunächst gemeinsam mit den weiteren Regionalsiegern zum Ende des Monats ein dreitägiges Trainingsseminar in Bad Nenndorf.


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Leserkommentare
bremenkenner am 21.10.2019 18:08
Leider sehen das hier sehr viele genau anders herum und sind im festen Glauben dass Afrika zig mal in Europa reinpasst. Und viele Afrikaner glauben ...
peteris am 21.10.2019 17:36
Der Erdteil Afrika ist so groß, da passt Europa zig mal rein.

Es fallen dort nicht überall den Menschen Bomben auf den Kopf. ...