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Seniorenwohnungen an der Umgehungsstraße
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Kunststiftung Lilienthal feiert Richtfest

Lutz Rode 06.06.2019 2 Kommentare

Dachdeckermeister Sergej Ulrich platziert den Richtkranz des Neubaus auf dem Gelände der Kunstschau in Lilienthal-Trupe.
Dachdeckermeister Sergej Ulrich platziert den Richtkranz des Neubaus auf dem Gelände der Kunstschau in Lilienthal-Trupe. (Maximilian von Lachner)

Lilienthal. Die Lilienthaler Kunststiftung hat ein Etappenziel erreicht: Am Donnerstag wurde auf der Baustelle neben der Kunstschau in Trupe Richtfest gefeiert. Gut 60 Gäste hatte Stiftungsvorsitzender Hans Adolf Cordes eingeladen, sich einen Eindruck davon zu verschaffen, was aus dem Service-Wohn-Projekt geworden ist. 18 seniorengerechte Wohnungen befinden sich in dem Neubau, der an der Ecke zur Entlastungsstraße entsteht. Läuft alles weiter nach Plan, sollen sie zum Ende des Jahres bezugsfertig sein.

Cordes weiß, dass sich so mancher schon gefragt hat, wie es wohl sein dürfte, derart dicht an der Entlastungsstraße zu wohnen. „Drinnen wird davon nichts zu hören sein“, versichert der Lilienthaler allen Skeptikern. Dafür sorge schon allein der Laubengang, der quasi als Puffer zwischen den Wohnungen und der Straße angelegt worden sei. „Dadurch werden die Geräusche abgefangen“, sagt der Bauherr bei einem Rundgang über die Baustelle. Die Wohn- und Schlafzimmer sind zudem allesamt zur Kunstschau hin ausgerichtet. Auch der Haupteingang und die Zufahrt zur Tiefgarage mit einem Stellplatz für jede Wohnung befinden sich auf der von der Straße abgewandten Häuserseite.

Das Gebäude wird einmal 18 Wohnungen fassen und einen großen Keller haben.
Das Gebäude wird einmal 18 Wohnungen fassen und einen großen Keller haben. (Maximilian von Lachner)

Vier Jahre ist es her, dass Hans Adolf Cordes im Lilienthaler Rathaus erstmals seine Idee präsentierte, auf dem von der Kunststiftung erworbenen Eckgrundstück Wohnungen für ältere Menschen zu errichten. Seine Vorstellung, dass die Mieter bei Bedarf gleich einen Pflegedienst mit in Anspruch nehmen können, fand in der Verwaltung und später auch in den Reihen der Politik Gehör. Etliche Gutachten, Bodenuntersuchungen und Auflagen der Osterholzer Baubehörde später lag dann 2018 die erhoffte Baugenehmigung aus dem Kreishaus vor. 

Cordes ist nach wie vor vom Standort überzeugt: „Trupe ist der älteste Ortsteil Lilienthals, es gibt das Kutschenmuseum in der Nähe und in wenigen Minuten ist man in den Blänken, gleich gegenüber ist die alte Kapelle – und dann sind ja noch wir da mit der Kunstschau und dem angeschlossenen Café“, sagt er. Von Anfang an sei er darauf bedacht gewesen, dass das Haus trotz der Größe von der Gestaltung her in die Landschaft passe. Auch auf Energieeffizienz und geringe Geräuschbeeinträchtigungen habe er Wert gelegt.

Einnahmen dienen Stiftungszweck

Die Wohnungen, die sich auf drei Geschosse verteilen, sind zwischen 50 und 70 Quadratmeter groß, eine der Wohnungen im zweiten Obergeschoss verfügt über eine Fläche von rund 100 Quadratmetern. Zudem soll eine Wohnung nicht fest vermietet werden, sondern kann von den Bewohnern tageweise gebucht werden, wenn Besuch von Familien und Freunden kommt. „An solchen Unterbringungsmöglichkeiten hapert es ja sonst oft“, sagt Cordes. Beim Service-Angebot kooperiert die Kunststiftung mit dem ambulanten Pflegedienst Cura. Die Mieter können, müssen sich aber nicht vertraglich an ihn binden.

Lilienthals Bürgermeister Kristian Willem Tangermann und Hans-Adolf Cordes, Leiter der  Kunstschau Lilienthal, sprechen zum Richtfest des Neubaus auf dem Gelände der Kunstschau. 
Lilienthals Bürgermeister Kristian Willem Tangermann und Hans-Adolf Cordes, Leiter der  Kunstschau Lilienthal, sprechen zum Richtfest des Neubaus auf dem Gelände der Kunstschau.  (Maximilian von Lachner)

Wie viel Geld die Kunststiftung in den Neubau investiert, will der Vorsitzende nicht sagen. Lieber spricht er zurückhaltend von einem „guten Preis-Leistungs-Verhältnis“. Die Kaltmiete soll sich laut Cordes zwischen 9,50 und 9,60 Euro pro Quadratmeter bewegen, hinzu kommt noch die Tiefgarage mit einer Miete von einem Euro pro Quadratmeter. „Das ist für Lilienthaler Verhältnisse angemessen“, meint Cordes. Um sozialen Wohnungsbau gehe es bei seinem Projekt nicht – öffentliche Gelder würden nicht in dem Haus stecken.

Cordes betont auch, dass es sich bei dem Neubauvorhaben nicht um ein privates Investment handelt. Der Träger sei die gemeinnützige Kunststiftung Lilienthal. Der alleinige Zweck der Stiftung sei es, die Kunst und Kultur zu fördern. „Alles, was wir mit der Vermietung der Wohnungen erwirtschaften, kommt dem Stiftungszweck zugute. Die Gemeinnützigkeit ist damit nicht infrage gestellt“, sagt der Stiftungschef. Der  Kunststiftung geht es wie vielen anderen Stiftungen: Infolge der niedrigen Zinsen sind ihnen Einnahmen weggebrochen. „Wir müssen sehen, dass wir andere Möglichkeiten finden, die Arbeit der Stiftung abzusichern“, sagt Cordes.

In gut zwei Wochen sollen die Fenster kommen, und auch die Dachpfannen fehlen noch. Wenn der Bau dicht ist, geht es drinnen mit den Bädern weiter und auch die Küchen sollen dann irgendwann eingebaut werden. Pläne gibt es auch schon für die Gestaltung des Außengeländes.  Cordes will neben der Kunstschau unter anderem einige zusätzliche Parkplätze, aber auch einen Garten für die künftigen Mieter anlegen lassen. Zudem werden die Giebelseiten des Hauses von zwei Künstlerinnen mit Wandgemälden gestaltet.

Rumms und Prost! Dachdeckermeister Sergej Ulrich und seine Kollegen beim Richtfest auf dem Dach des Neubaus.
Rumms und Prost! Dachdeckermeister Sergej Ulrich und seine Kollegen beim Richtfest auf dem Dach des Neubaus. (Maximilian von Lachner)

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Leserkommentare
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