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SOS-Kinderdorf Worpswede
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Lebensraum für Wildbienen

Cornelia Hagenah 09.07.2019 0 Kommentare

Es blüht kunterbunt und wimmelt von Insekten auf der neunen Wildblumenwiese – sehr zur Freude der Kinderdorf-Bewohner.
Es blüht kunterbunt und wimmelt von Insekten auf der neunen Wildblumenwiese – sehr zur Freude der Kinderdorf-Bewohner. (Christian Kosak)

Worpswede. Auf dem ehemaligen Fußballplatz auf dem Gelände des SOS-Kinderdorfs rollen keine Bälle mehr, auch die Kinder rennen schon länger nicht mehr über den Platz, die Tore sind verschwunden. Dafür tummeln sich jetzt zahlreiche Wildbienenarten, Hummeln und auch Schmetterlinge auf dem Terrain. Auf der knapp 2000 Quadratmeter großen Fläche sind Anfang des Jahres Wildblumen gesät worden, die nun blühen und in vielen bunten Farben schillern.

Sauerampfer, Mohn- und Kornblumen, Disteln und Margeriten versetzen die Kinder, die die Wiese jetzt nach längerer Zeit verändert wieder sehen, ins Staunen. Zur offiziellen Einweihung der Wildblumenwiese konnten sie erstmals zusammen mit den Initiatoren die Wiese betreten, nach den kleinen Insekten Ausschau halten und an den roten, gelben und blauen Blumen riechen. „Die riechen alle gleich“ ruft ein kleiner Junge und veranlasst die Erwachsenen zum Schmunzeln. Doch nicht nur er beugt sich zu den Blumen herunter, viele Nasen werden an die blühende Pracht gehalten. Vorsichtig bewegen sich die Kinder auf der Wiese, neugierig auf alles, was sich dort nun befindet.

Die Idee zu einer Wildblumenwiese stammt von Bernd Fust, der als Landschaftsgärtner im SOS Kinderdorf tätig ist. Bei Joachim Schuch, Gesamtleiter der Einrichtung, stieß sie sofort auf Zuspruch. Sich für bedrohte Tierarten einsetzen und auch einen Beitrag für die Umwelt zu leisten, kommt bei ihm gut an.

Die Arbeit mit der Natur ist im Kinderdorf nicht neu. Im Kinderdorf Worpswede ist bereits das Angebot der tiergestützten Pädagogik eine feste Größe zur Stärkung der Kinder und wird mithilfe von Unterstützern weiter ausgebaut. Die Arbeit mit Pferden, Schafen und seit neustem auch Kleintieren wie Meerschweinchen und Hasen stärkt das Selbstbewusstsein der Kinder und hilft dabei, Traumata mit ruhigen Weggefährten zu verarbeiten. Beim Kooperationspartner Fabelhof, der direkt gegenüber vom Kinderdorf liegt und auf dem ebenfalls die Reittherapien stattfinden, wird regelmäßig gemeinsam mit den Kindern auch Apfelsaft gemostet. Da ist die bunte Blühwiese für Wildbienen ein weiterer Baustein, um mehr Nachhaltigkeit im Kinderdorf zu leben. Neu gesetzte Obstbäume ergänzen das Nahrungsangebot für die Bestäuber.

Gemeinsam mit der Deutschen Wildtier Stiftung und der finanziellen Unterstützung durch die Marion-Meyenburg-Stiftung aus Hamburg ist die Idee nun umgesetzt und neuer Lebensraum für bedrohten Wildbienenarten geschaffen worden. Anfang März wurde das regionale Saatgut, das von der Deutschen Wildtier Stiftung zusammen mit Insektenhotels und vielen guten Tipps gespendet wurde, gemeinsam mit den Kindern aufgebracht. Es ist trotz der Trockenheit gut gewachsen, und die ersten Wildbienen sind bereits in die Insektenhotels eingezogen.

Doch profitieren sollen jedoch nicht nur die bedrohten Wildbienen, Schmetterlinge und Insekten, sondern auch die Kinder im Kinderdorf. Auf der Wiese und bei den Insektenhotels, die auch zur Veranschaulichung Schautafeln aufweisen, haben Kinder die Möglichkeit, die fleißigen Bienen zu beobachten, die Schmetterlinge in ihrer Vielfalt zu sehen und auch das emsige Gesumme und Gebrumme zu belauschen oder gar die unterschiedlichen Pflanzenarten zu bestimmen. Bernd Fust, der seit Jahren eine Gartengruppe mit Kindern und Jugendlichen des Kinderdorfes leitet, will zukünftig auf dieser Wiese vieles über die Pflanzen und Lebewesen erklären und die kindliche Neugier weiter schüren.

„Wir möchten in Worpswede unseren Beitrag leisten und einen neuen Lebensraum für die Wildbienen schaffen“, erklärt Joachim Schuch. „Es ist uns wichtig, ein Bewusstsein bei uns im Team und bei unseren Kindern und Jugendlichen für den Natur- und Artenschutz zu schaffen und sich nachhaltig zu engagieren“, erläutert er.

Auch Anna Binczik, Biologin bei der Deutschen Wildtier Stiftung, freut sich über die Wiese. „Im nächsten Jahr werden die Pflanzen noch prächtiger sein“, ist sie überzeugt. Und auch die Kinder sind begeistert von der Wiese. Kira und Sebastijan haben sogar zwei Bilder für die unterstützenden Stiftungen gemalt und überreichen sie an die Vertreter der deutschen Wildtier Stiftung und die Marion-Meyenburg-Stiftung. Als passendes Motiv haben sie Schmetterlinge und Blumen gewählt.


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Leserkommentare
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