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Sport im Alter
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Mehr Spaß ohne Schmerzen

Kim Torster 31.07.2019 0 Kommentare

Bewegungscoach Mirko Brandes in seinem Garten in Lilienthal mit Hund Chewie.
Bewegungscoach Mirko Brandes in seinem Garten in Lilienthal mit Hund Chewie. (Anne Werner)

Herr Brandes, Sportvereine in der Region beklagen, dass sie kaum noch ältere männliche Mitglieder haben. Woran liegt das?

Mirko Brandes: Viele Männer haben früher regelmäßig Sport gemacht und fühlen sich jetzt vielleicht nicht mehr so leistungsstark oder haben Hemmungen wieder einzusteigen. Das, was sie gewohnt waren zu leisten, können sie mit steigendem Alter nicht mehr. Auch in die Situation zu kommen, das festzustellen ist für viele schwierig. Also meiden sie solche Situationen ganz.

Hat das also etwas mit einem Männlichkeitsbild zu tun?

Ich weiß nicht, ob man das so sagen kann. Vielmehr geht es wahrscheinlich darum, dass ein Großteil der Motive, warum wir Sport machen sozialisiert ist. Also das, was mich im Kindes- und Jugendalter geprägt hat.

Das bedeutet?

Viele Männer haben früher vielleicht Sportarten betrieben, bei denen der Konkurrenz- oder Leistungsgedanke eine große Rolle gespielt hat. Aus Gesprächen mit meinen Kunden weiß ich, dass viele Männer heute unsicher sind, weil sie wissen, dass sie Einschränkungen haben. Wenn es darum geht, sich bestehenden Gruppen anzuschließen, fragen sich häufig: Kann ich da mithalten? Andere haben vielleicht gesundheitliche Einschränkungen und denken sich: Jetzt kann ich ja auch gar keinen Sport mehr machen. Und werfen die Flinte dann aber vorzeitig ins Korn.

Was raten Sie diesen Männern?

Ich beruhige sie erst einmal. Sie sind damit ja nicht allein. Am besten schickt man diese Männer dann in eine Gruppe mit anderen Anfängern, wo viel gelacht wird und Späße gemacht werden. Dann bleiben die Leute auch dabei.

Was ist denn mit alle denen, die sich ihr Leben lang wenig bewegt haben?

Es lohnt sich immer mit Sport anzufangen. Es gibt immer positive Effekte. Am besten schließt man sich in solchen Fällen einer Gruppe mit einem qualifizierten Trainer an. Wer Vorerkrankungen hat, sollte vorher vielleicht mal mit seinem Hausarzt darüber sprechen. Der kann einem auch ein Rezept auf Bewegung verschreiben, sodass man Vereinsbeiträge erstattet bekommt. Das ist relativ neu.

Also macht Bewegung auch im Alter noch einen Unterschied?

Ja, die Lebensqualität lässt sich auch noch in den letzten zehn bis 15 Jahren des eigenen Lebens deutlich steigern.

Inwiefern?

Diese Menschen haben weniger Schmerzen, sind im Alltag agiler. Ältere Menschen, die sich kaum bewegen, haben viel mehr Einschränkungen. Das betrifft so einfache Situationen wie Treppenlaufen oder mit den Enkeln spielen – das macht ohne Knieschmerzen alles viel mehr Spaß. Aus den Gesprächen mit meinen Kunden weiß ich, dass die Bewegung im Alltag fast von allein mehr wird, wenn man erst einmal damit angefangen hat. Allein schon, weil es einfacher wird, machen die Leute mehr Erledigungen zu Fuß oder mit dem Rad.

Und man wird älter...

Das nicht unbedingt. Die Lebenserwartung ist wegen der hohen medizinischen Standards etwa gleich hoch. Aber man kann durch regelmäßige Bewegung sein biologisches Alter um 10 bis 15 Jahre senken.

Am 10. August können Senioren kostenlos an einer Schnupper-Sportveranstaltung in Lilienthal teilnehmen. Was erhoffen Sie sich von diesem Tag?

Ich hoffe, dass wir viele Leute aufklären und informieren können. Es gibt dieses klassische Bild von Sport: Schwitzen und Training und Laufen gegen die Uhr. Wir wollen aber eben auch diejenigen ansprechen, die bisher noch keinen Sport gemacht haben und auch auf die Vereine hinweisen und Wohlbefinden und Spaß in den Vordergrund stellen. Ich hoffe auch, dass diejenigen, die die Veranstaltung besuchen, das weiter erzählen. Wir möchten, dass sich die Leute einfach mehr bewegen. Dafür müssen wir aber auch wissen, wie das Angebot aussehen muss.

Zur Person

Mirko Brandes (43)

ist promovierter Sportwissenschaftler. Als Bewegungs-Coach zeigt er Menschen, wie sie mehr Bewegung in den Alltag integrieren können. Außerdem arbeitet der Lilienthaler am Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie in Bremen und wird beim Sport-Schnuppertag für Senioren am 10. August einen Vortrag über Bewegung halten.

Weitere Informationen

Am 10. August können Senioren kostenlos an einer Schnupper-Sportveranstaltung im Kulturzentrum Murkens Hof in Lilienthal teilnehmen. Das Angebot richtet sich insbesondere an diejenigen, die sonst keinen Sport treiben. Interessierte können sich bis zum 2. August unter 04791/ 50 45 oder per E-Mail an hwottrich@ksb-osterholz.de anmelden.


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Leserkommentare
ManUD7 am 22.10.2019 07:37
Wieso wird die Bevölkerung aufgehetzt? Jahrelang sieht man doch nur noch Mais. Und dieser dient weitestgehend zum Betrieb der Biogasanlagen. Dafür ...
Mangaguide.de am 22.10.2019 07:30
Ein Punkt in Flensburg fuer den Halter war ja geplant, wurde aber leider wieder verworfen.

Alternativ koennte man ja auch Feuerwehr, ...