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Neue Bänke in Bülstedt und Westertimke
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Mitfahrer können sich setzen

Johannes Heeg 15.03.2017 1 Kommentar

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Eines der Ziele ist Wilstedt: Ramona Gieschen aus Bülstedt an der neuen Mitfahrerbank vor der Bücherzelle in ihrem Dorf. (Johannes Heeg, Heeg)

Der Selbstversuch war leider nicht so viel versprechend. Fünf Minuten sitzt der Reporter auf der nagelneuen Mitfahrerbank an der Bülstedter Bücherzelle und lässt sich die Sonne ins Gesicht scheinen – keiner hält an. Ein Sprinter und zwei Autos rauschen vorbei, keiner bietet dem Wartenden an mitzufahren. Die Fahrer düsen vorbei und lassen den Unbekannten auf der Mitfahrerbank sitzen. Zum Glück kommt eine junge Dame des Wegs, allerdings zu Fuß. So kommt immerhin ein Foto von der neuen Errungenschaft in Sachen Mobilität zustande.

Andere berichten von positiveren Erfahrungen. „Der Mitarbeiter der Steinfelder Werkstätten, der vor Weihnachten an einer der Mitfahrerbänke in Wilstedt für unseren Auftrag Maß genommen hat, ist gleich mehrfach gefragt worden, ob er mitfahren möchte“, berichtet Bülstedts Bürgermeister Jochen Albinger. Auch Jochen Franke aus Buchholz, der in seiner Privatwerkstatt ein halbes Dutzend Mitfahrerbänke zusammengeschweißt und lackiert und das Thema damit in der Samtgemeinde Tarmstedt voran gebracht hat, äußert sich zufrieden. Bei ihm selbst habe es schon ein paar Mal funktioniert, sagt der pensionierte Lehrer. Auch von anderen habe er gehört, dass sie auf der Bank nicht lange hätten warten müssen.

Am Mittwoch wurden in Bülstedt an der Bücherzelle, an der Kreuzung bei Bäsmann und an der Dorfstraße 34 bei Michaelis drei Mitfahrerbänke offiziell in Betrieb genommen und in Westertimke eine, vor dem Neubaugebiet in Richtung Bülstedt.

Zwei der Bänke wurden in der Produktionsschule in Wilhelmshaven gefertigt. Die gemeinnützige Gesellschaft ist ein Ableger der Berufsbildenden Schulen und beschäftigt arbeitslose und perspektivlose Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen.

Die beiden anderen Mitfahrerbänke stammen aus der Gemeinde Bülstedt: Sie wurden in den “Freien Sozialtherapeutischen Werkstätten Steinfeld” gebaut, die von einem gemeinnützigen Verein betrieben werden, der junge Menschen mit erheblichen Verhaltensauffälligkeiten fördert.

2200 Euro kosten die vier Mitfahrerbänke. 1200 Euro finanziert die Gemeinde Bülstedt, die restlichen 1000 Euro spendet der Wilstedter Bürgermeister und Landarzt Traugott Riedesel aus seiner privaten Schatulle. Die Mobilität auf dem Land hilft er damit zu verbessern, dass er in seinem Heimatdorf seit zwei Jahren einen privaten Carsharing-Dienst mit zwei Elektroautos betreibt. Die Spende eingeworben hat das Bülstedter Energiewende-Bündnis, das in den Bänken einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Mobilität auf dem Lande sieht.

Bürgermeister Albinger sieht das auch so und lobt das Bürgerengagement: „Die Leute vom Bündnis haben die Initiative ergriffen und sind beharrlich bei der Sache geblieben. Die haben hier echt was in Bewegung gesetzt, das finde ich gut.“

Derweil überlege der Gemeinderat, auch im Ortsteil Steinfeld Mitfahrerbänke aufzustellen, sagt Albinger. Das Netz müsse dichter werden, betont der Bürgermeister. Die Aktivitäten in Bülstedt seien mittlerweile über die Kreisgrenzen hinaus bekannt geworden. Seines Wissens habe sich bereits eine Gemeinde aus dem Landkreis Osterholz bei den Steinfelder Werkstätten erkundigt.


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Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...