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Filmdreh in Lilienthal
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Nach Frankreich geht's über Lüninghausen

Undine Zeidler 04.10.2017 0 Kommentare

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"Mae goes away" heißt ein Film, der im Februar ins Kino kommt und dessen Schlussszene in Lüninghausen gedreht wurde. Am Set (von links) Regisseur Jürgen Köster,  Clara (Isabel Gersiek), Mae (Elizabeth Dinh) und Kameramann Michael Dreyer.

Lilienthal. Im Licht der untergehenden Sonne schaukelt der weiße Imbisswagen gen Frankreich. Zumindest wird es im Film so heißen. In echt rollt er zum zweiten Male die Lüninghauser Straße entlang, vorbei an einem Spalier aus Mais, am Kameramann und ein paar Schaulustigen. „Mae goes away“ heißt der Film, ein inklusives Spielfilmprojekt der Bremer Initiative zur sozialen Rehabilitation. An etwa 20 Drehorten, unter anderem auch in Lilienthal-Mitte, war die Filmcrew unterwegs. Geplant und organisiert hat das der Lilienthaler Achim Ballhausen. Der Produktionsleiter winkt bei diesem Dreh in signalgrüner Sicherheitsweste die teils irritierten Autofahrer am Set vorbei: „Hier wird ein Film gedreht.“ Am 8. Februar 2018 soll dieser im Bremer City-Kino erstmals öffentlich zu sehen sein. Es ist die zweite Produktion der Bremer Gruppe „compagnons cooperative inklusiver film“, der auch Ballhausen angehört.

121 Szenen hat das Filmteam an 29 Drehtagen gedreht. Sieben Autoren, teils mit Handicap, haben die Story über Mae in etwa zweieinhalb Jahren gemeinsam geschrieben. 26 Kleindarsteller, 45 Statisten, 6 Nebendarsteller und drei Mimen mit größeren Nebenrollen sowie vier Hauptdarsteller erweckten das Drehbuch zum Leben. Der Weg, den Mae zu gehen hat, ist kein leichter. Mühsam versucht sie, sich aus der Abhängigkeit von ihrem Mann zu befreien, und so fragen die Filmemacher: „Wird sie lernen, ihr Leben in die Hand zu nehmen?“

Wer Mae-Darstellerin und Mitautorin Elizabeth Dinh agieren sieht, hegt daran kaum einen Zweifel. Jetzt steht sie vor dem Imbisswagen und mimt einen emotionalen Ausbruch hoch drei. Mae schreit: „Er wird mich nie wieder so behandeln!“ Dazu zieht sie den Ehering vom Finger und schmeißt ihn weit von sich weg. Danach erklärt sie, dies sei das erste Mal, dass Mae Gefühle zeige. Der Schauspielerin fällt das weitaus leichter als ihrer Rollenfigur. Lachend verrät sie, dass sie sich nun erleichtert fühle. Dreieinhalb Jahre hat sie mit Mae zugebracht von der ersten Zeile über das erste Casting bis zu diesem letzten Drehwochenende. „Man fühlt sich befreit aus der Rollen heraus“, erzählt sie und vom Glücksgefühl, das sie eben bei der Fahrt im Imbisswagen hatten. Als Autorin fühle sich Dinh indes auch traurig über das Ende der Dreharbeiten. Diese hatten am 24. April begonnen.

Bis jetzt seien die einzelnen Szenen für sie wie Puzzleteile, erzählt Elizabeth Dinh. „Umso mehr freut man sich auf den Film.“ Dann füge sich alles zu einem Ganzen zusammen. Über die eben entstandene Probeaufnahme vom Imbisswagen vor dem Maisfeld im honiggoldenen Licht schwärmt Produktionsleiter Ballhausen jedenfalls schon mal: „Das sieht total toll aus mit dem Maisfeld und der Straße.“

Von der Aktion Mensch gefördert

„Mae goes away“ ist nach „Apostel und Partner“ die zweite Produktion von „compagnons cooperative inklusiver film“. Der Lilienthaler Achim Ballhausen gehört zu den Initiatoren des internationalen Zusammenschlusses von Menschen mit und ohne Handicap, die auf unterschiedlichen Ebenen vor und hinter der Filmkamera miteinander arbeiten. Teils jahrelang erfahren in der Filmarbeit, teils interessiert ihre Fähigkeiten zu erweitern, haben sie sich zusammengefunden, um eine Idee über das Drehbuch und die Produktionsphase bis hin zur Präsentation für alle Mitwirkenden „repressionsfrei, kompetenzbezogen und inklusiv“ umsetzen zu können. „Apostel und Partner“ hieß der erste Film der Gruppe. Dieser wurde von der Aktion Mensch gefördert. Die neue Produktion auch.

Während der erste Film ein Krimi war, erzählen die Filmemacher diesmal Maes Geschichte. Darstellerin Dinh beschreibt ihre Figur: „Sie hat Höhen und Tiefen erlebt. Eine Frau, die es schafft, sich tapfer zu befreien!“ Sie sei dankbar, dass die Crew es geschafft habe, diesen Weg mit Mae zu gehen. 15 Drehtage hat Kameramann Michael Dreyer Mae begleitet. Normalerweise drehe er Dokumentationen und Reportagen. Die Arbeit mit den Menschen habe ihm Spaß gemacht. Regisseur Jürgen Köster begründet die Entscheidung für ihn als Kameramann: „Der Film hat ein bisschen einen dokumentarischen Stil.“ Die Handelskammer kommt darin auch vor. Als deren Chef Dr. Martin ist Achim Ballhausen ebenfalls auf der Leinwand zu sehen. Weitere Informationen zum Film im Internet auf maegoesaway.de.


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Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...