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Nachholbedarf bei Barrierefreiheit

Johannes Kessels 23.05.2019 0 Kommentare

Noch immer gibt es viele Hürden für Menschen mit Behinderungen.
Noch immer gibt es viele Hürden für Menschen mit Behinderungen. (Andreas Arnold/dpa)

Landkreis Osterholz. Für den Fahrstuhl am Bahnhof von Osterholz-Scharmbeck gibt es noch immer keinen Notrufknopf am Bahnsteig, die Verbesserung der Versorgung mit Psychiatern lässt auf sich warten, und bei einigen Bushaltestellen im Landkreis ist der Umbau auf Barrierefreiheit gründlich misslungen. Aber auch einige Erfolgsmeldungen waren bei der Sitzung des Kreis-Behindertenbeirats zu vernehmen, die im Café des Johannishags in Meinershagen stattfand.

Seit zwei Jahren bemüht sich der Beirat um seinen Vorsitzenden Walter Dammann darum, dass diejenigen seiner Mitglieder, die von ihren Heimatgemeinden beauftragt sind, an den Sitzungen des Gemeinderats teilnehmen dürfen – mit durchaus unterschiedlichem Erfolg, wie Walter Dammann berichtete: In Lilienthal klappe es, in der Samtgemeinde Hambergen nicht, und die Gemeinden Grasberg und Schwanewede besitzen keine Behindertenbeauftragten. Dort solle man noch einmal nachhaken, schlug Günter Frankenfeld (VdK) vor. In Worpswede wird Manfred Blendermann zu jeder Sitzung des Gemeinderats eingeladen, kann sich dort allerdings nur in der Fragestunde zu Wort melden.

Auch kein ganz neues Thema ist der Fahrstuhl, der im Bahnhof von Osterholz-Scharmbeck zu dem erhöhten Bahnsteig führt. „Wenigstens läuft er jetzt meistens“, konstatierte Walter Dammann; die Ausfallzeiten hätten sich wesentlich verkürzt. Wenn der Fahrstuhl allerdings unten steht und sich nicht in Bewegung setzen mag, sind Zugpassagiere mit Rollstuhl, die ausgestiegen sind und nach unten den Bahnhof verlassen wollen, aufgeschmissen, denn einen Notrufknopf gibt es zwar im Fahrstuhl, nicht aber oben auf dem Bahnsteig. „Der Knopf im Fahrstuhl nützt überhaupt nichts, wenn der Fahrstuhl unten steht und man selbst auf dem Bahnsteig“, meinte Walter Dammann. Im schlimmsten Falle könne es passieren, dass ein Rollstuhlfahrer spät nachts aus dem Zug steige, alle anderen Fahrgäste hätten den Bahnsteig bereits über die Treppe verlassen, der Fahrstuhl hängt unten fest, Hilfe kann nicht angefordert werden. „Dann muss der bis zum nächsten Morgen warten, bis ihn jemand befreit“, so Dammann. Von der Deutschen Bahn habe er nur zu hören bekommen, es sei noch kein derartiger Notfall gemeldet worden. „Wie denn auch, wenn es keinen Notrufknopf auf dem Bahnsteig gibt?“, fragte Dammann ironisch.

Auch behindertengerechte Toiletten werden im Landkreis Osterholz vermisst. Die Stadt Osterholz verweise auf die „netten Toiletten“, berichtete Walter Dammann, aber die seien an den Ruhetagen der Gaststätten ebenso wenig zugänglich wie die Behindertentoilette in einem Supermarkt nach Ladenschluss. Dann gebe es nur noch eine am Bahnhof. Petra Fiss, die Behindertenbeauftragte von Hambergen, sagte, dort gebe es ein WC im Gemeindehaus, aber dies sei nicht ausgeschildert. Ihrer Lilienthaler Kollegin Britta Melcher ist in ihrer Heimatgemeinde kein Behinderten-WC bekannt.

Nur ein Psychiater in der Stadt

Torsten Weber vom Kreisverband der AWO berichtete, nach Aufgabe einer Praxis gebe es in der Kreisstadt nur noch einen Psychiater, und eine psychiatrische Ambulanz im Krankenhaus werde wohl so schnell nicht etabliert. Man könne es Psychiatriepatienten, womöglich noch mit Angstzuständen, aber kaum zumuten, für jede Spritze mit dem Bus nach Bremen zu fahren.

Dass neue Bushaltestellen erhöhte Bordsteine erhalten, um ein stufenloses Ein- und Aussteigen zu ermöglichen, sei zwar erfreulich, meinte Walter Dammann, aber nicht immer gut durchdacht, wie er mit Fotos einer Bushaltestelle in Vollersode belegte. Dort befindet sich ein Ärztehaus. Die Haltestelle habe sogar eine Rampe für Rollstuhlfahrer. Nur gelangten diese nicht auf die Rampe, da der Bordstein zu hoch sei. Gerold Fiss berichtete, dass drei Busfahrer der VBN sich weigerten, Rollstuhlfahrer mitzunehmen. Der Beirat rät dazu, sich Uhrzeit und Nummer des Busses zu notieren und sich beim Verkehrsunternehmen zu beschweren. Außerdem sei es ratsam, alle prekären Haltestellen zu fotografieren und diese Zusammenstellung an den Landkreis zu schicken, fand Günter Frankenfeld.


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Leserkommentare
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