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Apfelernte in Lilienthal
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Naschobst für alle

Sabine von der Decken 29.09.2019 0 Kommentare

(Sabine von der Decken)

Lilienthal. Seit ein paar Jahren ist die Streuobstwiese an der Lilienthaler Entlastungsstraße in der Obhut des Naturschutzbundes (Nabu) Lilienthal/Grasberg. Nun waren die Äpfel reif, und die Obsternte konnte beginnen.

Als Kompensationsfläche beim Bau der Straßenbahnlinie 4 angelegt, haben die fast 190 Bäume der Streuobstwiese, davon gut 130 Apfelbäume, eine stattliche Größe erreicht. 2017 übernahm der Nabu von der Gemeinde die Obstbäume und deren Pflege. Im vergangenen Jahr kam der Naturschutzbund seiner Verpflichtung, die Fläche öffentlich zugänglich zu machen, mit einem Obstblütenfest nach. Die Ernte aber übernahmen die Mitglieder und brachten das Obst zur Worpsweder Mosterei. In diesem Jahr nun lud der Nabu zur öffentlichen Obsternte auf die Streuobstwiese hinter dem Friedhof an der Klosterweide ein.

Ein Fernsehbericht über das Spritzen von Obst hat ihr den Appetit verdorben. Und so führte die Grasbergerin Inge Schöttle der Wunsch nach dem Genuss naturreiner Äpfel auf die große Wiese. Mit zwei Tragetaschen voller Birnen und Boskop-Äpfeln ging sie wieder nach Hause. „Raupen und Stellen stören mich nicht“, sagte sie.

Gegen eine Spende durften Obstfreunde haushaltsübliche Mengen an Äpfeln und Birnen frisch vom Baum pflücken, erklärte Heike Behrens, erste Vorsitzende des Nabu Lilienthal/Grasberg, den ankommenden Pflückern. „Egal wo“, sagte sie noch bei der kurzen Einweisung. Manche erschienen wie Margitta Staib und Agatha große Macke mit profimäßigem Gerät wie Apfelpflücker, Kartons und Rolli, um die Mengen rückenschonend abzutransportieren. „Ich habe zu Hause einen Apfelbaum, und der trägt in diesem Jahr nur zehn Früchte“, erklärte die Lilienthalerin. Staib pflückte, um die Äpfel im Keller einzulagern und damit den Sommer ein wenig zu verlängern.

„Der ist da hinten“, sagte Nabu-Mitglied Martin Enderle und wies zum Himbeerapfel in die hintere Ecke der Streuobstwiese. Als derjenige, der sich mit der Identifizierung der überwiegend alten Sorten wie Jakob Lebel und Kaiser Wilhelm befasst, musste er es wissen. Dabei hatte er im vergangenen Herbst mithilfe des Pomologen Michael Ruhnau festgestellt, dass sich die Angaben auf der Pflanzliste nicht immer mit der Realität deckten. Noch allerdings ist nicht jeder Baum und jede Sorte eindeutig bestimmt. Geplant aber ist, so Heike Behrens, jeden eindeutig einer Sorte zugeordneten Baum mit einem Namensschild und dessen Erntezeitpunkt zu versehen.

Auf der Ausgleichsfläche mit Streuobstwiese darf der Nabu nicht schalten und walten, wie er will, sondern nur in Absprache mit der Gemeinde, machte Hedda Heinze deutlich. Dazu gehöre auch das Gras, das nur einmal im Jahr gemäht werden darf. Auch das habe der Nabu nicht gewusst, räumte Hedda Heinze ein. Einzig die Anlage der Benjes-Hecken als Unterschlupf für Tiere und als Windschutz sei gestattet. Aus allem, was an diesem Tag nicht gepflückt und aufgesammelt wurde, will der Nabu Apfelsaft pressen lassen, so Heinze. Denn die Bäume trugen trotz des trockenen Sommers reichlich. Hanne Müller-Enderle konzentrierte sich daher auch auf das Aufsammeln von Fallobst, von dem ein Teil gleich auf den Kompost wanderte, der Rest aber für Obstliebhaber bereitstand.

„Super“, kommentierte Anne Borcherding die Nabu-Aktion. Sie kam mit der gesamten Familie, um Äpfel zu pflücken. Als große Apfelesser reicht ihnen der Ertrag ihrer eigenen noch kleinen Apfelbäume nicht aus. Über die gute Resonanz auf ihre Idee freute sich Martin Enderle. Die Anzahl der Obstpflücker sei perfekt, so dass genügend Zeit zum Schnacken blieb. Es gefiel ihm sehr, dass die Pflücker mit Obst und Bäumen sorgsam umgingen und sich an der Sortenvielfalt erfreuten. „Hier herrscht keine Raffmentalität“, so seine Beobachtung.


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Leserkommentare
Gissmo am 23.10.2019 09:36
Danke für die konstruktive Antwort, man kann sich scheinbar ja doch noch ohne Beleidigungen hier im Kommentarbereich austoben, so machts doch allen ...
RalfBlumenthal am 23.10.2019 09:28
Was macht ein Ortsamtsleiter, der seinen Willen nicht bekommt ?
Er macht nichtöffentlich, was öffentlich gehört !
So geht das nicht, Herr ...