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Schroeterschule in Lilienthal
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Neubaupläne auf Eis

Lutz Rode 12.02.2019 0 Kommentare

Sanierung oder Neubau? Die Zukunft der Schroeterschule bleibt ungewiss.
Sanierung oder Neubau? Die Zukunft der Schroeterschule bleibt ungewiss. (Maximilian von Lachner)

Lilienthal. Geht es nach den Vorstellungen der Lilienthaler Gemeindeverwaltung, soll die Entscheidung über die Zukunft der Schroeterschule noch einmal vertagt werden: Bürgermeister Kristian Tangermann schlägt vor, dass der 2015 vom Gemeinderat gefasste Beschluss zum Neubau der Grundschule auf Eis gelegt wird. Zunächst soll gerechnet werden, wie teuer die ebenfalls ins Auge gefasste Sanierung und Erweiterung der Grundschule wäre. Zumindest für die SPD im Gemeinderat ist das keine Option: „Wir stehen zum Neubau-Beschluss“, sagt SPD-Ratsmitglied Oliver Blau. Die CDU will dagegen den Vorschlag aus dem Rathaus mittragen.

Am Donnerstag wird sich der Ausschuss für Bildung und Kultur ab 18 Uhr im Rathaus mit dem Vorschlag der Verwaltung beschäftigen. Damit setzt sich die Debatte fort, die seit September in der Gemeinde geführt wird: Im Herbst hatte sich herausgestellt, dass der angedachte Neubau fast doppelt so teuer werden dürfte wie ursprünglich erwartet. Statt von zunächst grob geschätzten 7,5 Millionen Euro war nun von 14,5 Millionen Euro die Rede. Seither wird in Lilienthal überlegt, wie es mit der Schroeterschule weitergehen soll. Will sich die klamme Gemeinde einen Neubau in der Top-Ausführung leisten? Tut es vielleicht auch eine abgespeckte Version oder ein Neubau in Modulbauweise? Oder ist eine Sanierung und Erweiterung der bestehenden Schule die bessere Alternative oder lässt sich das Ganze auf dringend notwendige Reparaturen beschränken, so wie es den Querdenkern im Rat vorschwebt? Seit Anfang Januar liegt vom Architekten Rosengart & Partner zudem eine Alternativplanung auf dem Tisch, bei der die Schule ohne Jahrgangshäuser und Gemeinschaftsflächen gebaut werden könnte, als konventionelle sogenannte "Flurschule". Der Kostenrahmen wird bei dieser Variante auf etwa 11,8 Millionen Euro geschätzt.

Klärungsbedarf sieht die Gemeindeverwaltung insbesondere beim Punkt „Sanierung und Erweiterung“: Es sei nicht klar erkennbar, ob diese Lösung im Endeffekt kostengünstiger sei als ein Neubau. Die Verantwortlichen im Rathaus plädieren dafür, die Kosten genau zu ermitteln und gegenüberzustellen. „Durch dieses Vorgehen wird für die Entscheidungsfindung die größtmögliche Transparenz erreicht, auch wenn dies mit einer zeitlichen Verzögerung bei der Umsetzung, Mehrarbeit und weiteren Planungskosten verbunden ist“, wirbt die Verwaltung um Zustimmung der Politik. „Wir reden hier über viel Geld. Ich kann alle verstehen, die sagen, das dauert schon so lange und wir wollen, dass da etwas passiert. Ich sehe meine Aufgabe jedoch darin, dass die Gemeinde verantwortungsvoll mit ihren Haushaltsmitteln umgeht“, sagt der Bürgermeister.

Bis eine Planung und Kostenschätzung für die Sanierung und Erweiterung der Grundschule auf dem Tisch liegt, kann es in der Tat dauern: Der jetzige Auftrag an das Architekturbüro Rosengart und Partner deckt diese Arbeiten nicht ab, die Planungsleistungen müssten bei einem solchen Großprojekt europaweit neu ausgeschrieben werden. Die Verwaltung rechnet damit, dass sich das ganze Vorhaben dadurch noch einmal um ein Jahr bis 1,5 Jahre nach hinten verschieben wird. Hinzu kommt, dass die bisher gezahlten Honorare für die Architekten und Planer für die Katz gewesen wären.

Oliver Blau
Oliver Blau (fr)

Ob sich in den Reihen der Politik eine Mehrheit findet, die den Kurs der Verwaltung unterstützt, bleibt abzuwarten. Das Votum des Bildungsausschusses ist nur eine Empfehlung, das letzte Wort hat am 21. März der Gemeinderat. Die SPD hat sich zu dem Thema bereits eine Meinung gebildet: Sie will keine weiteren zeitlichen Verzögerungen hinnehmen und erreichen, dass der Neubau der Schroeterschule so schnell wie möglich erfolgt. Ratsherr Oliver Blau verweist auf die Debatte um die Schroeterschule, die 2015 schon einmal geführt worden ist. Damals habe sich herausgestellt, dass die Sanierung der Grundschule zwar kostengünstiger sei, aber auf lange Sicht der Neubau mit allen Energie- und Folgekosten die wirtschaftlichere Lösung sei. „Auch bei einer erneuten Gegenüberstellung wird das Ergebnis das gleiche sein“, ist Blau überzeugt. Für die CDU ist der Kostenvergleich eine Frage der Verantwortung: „Das sind enorme Kosten, um die es geht. Wir verschenken uns mit der Prüfung nichts“, sagt Marcel Habeck.  

Oliver Blau warnt indes: Der mögliche Kostenvorteil einer Sanierung gegenüber einem Neubau könnte sich durch die zeitliche Verzögerung relativieren: „Das wird alles teurer, je länger es dauert“, warnt Blau. Und noch einen Punkt kritisiert der SPD-Mann: Man könne nicht eine Gruppe von Fachleuten zwei Jahre lang unter dem Titel „Phase Null“ an einem Konzept für eine Schule arbeiten lassen, um dann das Ergebnis wieder zu kippen. „Man kann den Beteiligten nicht derart vor den Kopf stoßen“, findet Blau. „Da ist es kein Wunder, wenn die Leute mit dem Kopf schütteln und uns fragen, was macht ihr da eigentlich in der Gemeinde?“


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Leserkommentare
alanya_fuchs am 23.10.2019 07:35
Raten Sie mal, wieviele Geschäftspartner, Ein- und Verkäufer sich beim 6-Tagerennen treffen.
suziwolf am 23.10.2019 07:11
„Heiopei“ 😃und
„Zwangsmassnahmen“ ... 😒

Hallo, @rakase, Sie haben eine gute und widersprüchliche Zusammenfassung geliefert ...