Wetter: Regenschauer, 10 bis 15 °C
Greenwheels übernimmt in Tarmstedt
Der Artikel wurde zur Merkliste hinzugefügt.
Die Merkliste finden Sie oben links auf der Seite.

Neue Phase des Carsharings

Johannes Heeg 26.07.2018 0 Kommentare

Haben am Donnerstag noch einige vertragliche Details besprochen: der Tarmstedter Autohändler Wolf Warncke (links) und Greenwheels-Geschäftsführer Alexander Hinz wollen das Carsharing in der Samtgemeinde Tarmstedt professionalisieren.
Haben am Donnerstag noch einige vertragliche Details besprochen: der Tarmstedter Autohändler Wolf Warncke (links) und Greenwheels-Geschäftsführer Alexander Hinz wollen das Carsharing in der Samtgemeinde Tarmstedt professionalisieren. (FOTOS: Johannes Heeg)

Tarmstedt. Das in Niedersachsen einzigartige Carsharing-Angebot mit Elektroautos in der Samtgemeinde Tarmstedt wird künftig professioneller organisiert. Die fünf Mitglieder der privaten Carsharing-Initiative, die vor drei Jahren mit sechs e-Golfs an den Start gegangen sind, schlüpfen unter das Dach des niederländischen Mobilitätsdienstleisters Greenwheels.

Ab Mitte August, schätzt Greenwheels-Geschäftsführer Alexander Hinz, werden die in Tarmstedt, Wilstedt, Bülstedt, Vorwerk und Buchholz stationierten Stromautos im Buchungssystem von Greenwheels auftauchen. Ebenso der Carsharing-Stromer, dessen Anschaffung die Gemeinde Rhade gerade beschlossen hat. "Tarmstedt wird in Deutschland unser 23. Standort", so Hinz, der am Donnerstag aus der Rotterdamer Firmenzentrale nach Tarmstedt angereist war, um mit Wolf Warncke noch einige vertragliche Details zu besprechen. Warncke leitet mit seinem Bruder Peter das gleichnamige Autohaus, das selbst eines der Carsharingwagen in den niederländisch-deutschen Verbund einbringt und zudem als "Fleetchecker" künftig dafür sorgt, dass die Stromautos technisch in Ordnung und permanent verfügbar sind.

Tarmstedt einzige ländliche Gemeinde

Wer sich den Internetauftritt von Greenwheels anschaut, wird als Carsharing-Standorte unter anderem Städte wie Hamburg, Hannover, Berlin und Düsseldorf entdecken, aber keine einzige ländliche Gemeinde. Tatsächlich reißen sich die Carsharingdienste nicht gerade darum, sich auf dem platten Land niederzulassen, wo die Wege zur nächsten Ausleihstation im Schnitt weiter sind als in der dichter bevölkerten Stadt. Dass Greenwheels den Schritt nun trotzdem wagt, liege erstens an der Beharrlichkeit von Wolf Warncke, der immer wieder nachgefasst und für das Projekt geworben habe, sagt Hinz. Und es liege vor allem aber an den relativ günstigen Startbedingungen: "Der Markt hier in der Region ist vorbereitet", betont Hinz. "Carsharing ist für die Menschen hier nichts total Fremdes mehr." Es gebe bereits eine gewisse Zahl von Nutzern, die es künftig zu vervielfältigen gelte. Hinz sprach von einer "besonderen Situation" in Tarmstedt: "Hier stehen engagierte Menschen mit Enthusiasmus hinter dem Carsharing."

Und auf eine weitere neue Erfahrung lässt sich Greenwheels ein: Bislang werden alle Autos des Fahrzeugpools von Benzin- oder Dieselmotoren angetrieben. Die Stromautos aus dem Raum Tarmstedt seien in Deutschland die ersten mit dem alternativen Antrieb, sagt Hinz. "Das ist ein Pilotprojekt für uns. Wir schauen uns das an, das muss sich natürlich wirtschaftlich tragen." Nach seinen Angaben betrage die durchschnittlich gefahrene Strecke aller Anmietungen in Deutschland 50 Kilometer. So gesehen, meint Hinz, sei die Reichweite der e-Golfs von rund 250 Kilometern im Sommer eigentlich ausreichend. Er berichtet von einem Pilotprojekt in den Niederlanden mit 25 Elektroautos, das nicht verlängert worden sei. Das Problem sei dabei nicht die Reichweite der Autos gewesen, sondern eher die Reichweitenangst der potenziellen Nutzer sowie das Handling mit des Ladens und Suchen einer Ladesäule. Da die Kunden die Wahl zwischen Strom- und Benzinantrieb hatten, hätten die meisten den Verbrennungsmotor gewählt. In Tarmstedt gebe es diese Alternative jedoch nicht, sagt Hinz. Sie sei auch nicht nötig, denn es gebe an allen Ausleihstationen Ladestellen. 

Vorbereitungen bereits weit gediehen

Die Vorbereitungen auf die neue Phase des Carsharings sind bereits weit gediehen. Alle sechs Wagen sind schon mit den Greenwheels-Logos beklebt, ebenso sind die Ausleihstationen neu ausgeschildert worden. Auch das Innenleben der Autos wurde ergänzt: Mit Hilfe von Greenwheels-Experten haben Warncke-Monteure Telematik-Computer eingebaut, die Fahrtstrecke und Nutzungsdauer erfassen und zur Abrechnung an die Zentrale übermitteln. Auch über Kartenlesegeräte verfügen die Fahrzeuge nun: Hält man die Chipkarte an die markierte Stelle der Frontscheibe, öffnen sich die Türen. Alternativ geht das per App, über die sich auch die Buchung abwickeln lässt. Das neue Carsharing-Zeitalter hat auch unmittelbare Folgen für die Eigentümer der Autos: Traugott Riedesel, Claus Wahlers, Ulrich Kaschner, Jochen Franke und Wolf Warncke können ihre eigenen Golf-Stromer künftig nur noch nutzen, wenn sie sie übers Greenwheels-System selbst ausleihen.

Dafür sind sie jetzt, ebenso wie mehr als 50 000 weitere Menschen, Mitglieder von Greenwheels, und haben in Holland und Deutschland die Auswahl unter etwa 2500 Autos. Rund 12 000 Nutzer sind in Deutschland registriert, sie teilen sich aktuell 400 Fahrzeuge an 23 Standorten – Tarmstedt mit Rhade schon mitgerechnet.


Meine Wümme-Region
Ihr Portal für die Wümme-Region

Herzlich willkommen in Ihrem Portal für die Wümme-Region. In diesem Portal informieren wir Sie über wichtige Nachrichten und Veranstaltungen aus Ihrer Region.

Ein Artikel von
Ein Syrer und sein neues Leben in Rotenburg
Samer Tannous ist Hochschullehrer aus Damaskus, lebt mit seiner Familie seit 2015 in Rotenburg und arbeitet dort als Französischlehrer. In der Wümme-Zeitung schreibt er wöchentlich über seine Erlebnisse.
Ihr Wetter in Bremen
Temperatur: 15 °C / 10 °C
Vormittag:
/__wetterkontor/images/wr/50/Regenschauer.png
Nachmittag:
/__wetterkontor/images/wr/50/Regen.png
  Regenwahrscheinlichkeit: 90 %
Die Sportmeldungen aus der Region
Veranstaltung für Ihre Region
Sonderthemen aus der Region
Sonderthemen aus der Region
Traueranzeigen
WESER-KURIER Kundenservice
Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...