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Freiwilligenagentur für Lilienthal
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Neuer Plan für eine alte Idee

André Fesser 22.09.2019 0 Kommentare

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion sprach Hermann Vinke (links) unter anderem mit Stephanie Schaefers und Mohamed Alabssi über den Wert der Weiterbildung.
Im Rahmen einer Podiumsdiskussion sprach Hermann Vinke (links) unter anderem mit Stephanie Schaefers und Mohamed Alabssi über den Wert der Weiterbildung. (Christian Ballé)

Lilienthal. Die Initiative Engagierte Stadt will in Lilienthal einem alten Projekt zu neuem Schwung verhelfen. So soll in der Wümme-Gemeinde eine Freiwilligenagentur geschaffen werden, eine Einrichtung also, die ehrenamtlichen Einsatz fördert und koordiniert. An diesem Montag wolle man einen entscheidenden Schritt vorankommen, sagte Engagierte-Stadt-Koordinatorin Regine Moll am Rande der Semestereröffnung der Volkshochschule in Murkens Hof.

Ganz neu ist die Idee nicht, denn es gibt bereits einen Verein Freiwilligenagentur in Lilienthal. 2003 war er gegründet worden, und es gab in der Folge auch einige Aktivitäten dieser Einrichtung. Schon nach kurzer Zeit jedoch schlief das Engagement der selbsternannten Engagement-Förderer wieder ein, lediglich der Verein blieb erhalten.

Daran erinnerte sich Peter Geittner, bis heute Kassenwart des Vereins, als er Ende vergangenen Jahres in der WÜMME-ZEITUNG von Regine Molls Plan las, eine Freiwilligenagentur aufzubauen. „Die gibt's doch schon“, sagte er sich und nahm Kontakt zu Moll auf. Die beiden berieten sich und planten das weitere Vorgehen – an diesem Montag nun soll die bestehende Struktur wieder mit Leben gefüllt werden. Im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung geht es darum, einen neuen Vorstand zu wählen und die Satzung den neuen Plänen anzupassen. Wie viele Menschen kommen werden, vermochten Moll und Geittner am Wochenende nicht abzuschätzen. Die Rückmeldung aus der Vereinswelt sei aber positiv, so Moll. Um 19 Uhr soll es im Rathaus in der Klosterstraße losgehen. „Mal sehen“, so Geittner hoffnungsfroh, „ob es uns gelingt, einen geschäftsführenden Vorstand zu finden.“

Sollte es klappen, wieder Fahrt aufzunehmen, würden sich die Aktiven in Zukunft mit der Einrichtung einer Beratungsstelle für die Freiwilligenarbeit beschäftigen. Die Aufgabe bestünde darin, Informationen über das freiwillige und ehrenamtliche Engagement zu verbreiten und Menschen und Institutionen zusammenzubringen, die sich engagieren beziehungsweise vom Einsatz anderer profitieren möchten.

Die Chancen, dass man damit Erfolg hat, seien gut, so Regine Moll. Der Bedarf für Austausch und Information sei zweifellos vorhanden. Obendrein gebe es gute Aussichten, für diese Arbeit Fördermittel des Niedersächsischen Sozialministeriums zu erhalten. Im Raum steht eine Fördersumme in Höhe von 25 000 Euro pro Jahr.

Die Freiwilligenagentur war eines von mehreren Projekten, die sich bei der Semestereröffnung in Murkens Hof vorstellten. Mit Ständen dabei waren auch andere Institutionen aus Lilienthal und umzu, die auf diese Weise die Vielfalt der Beteiligungsmöglichkeiten in der Region aufzeigten. So war die Bürgerstiftung Lilienthal genauso mit dabei wie der Naturschutzbund, die Arbeiterwohlfahrt hatte einen Stand, die Kinderhilfsorganisation Plan war vertreten und auch die Mobilitätsinitiative, die schon seit Tagen für eine neue Mobilität wirbt und für diesen Montag Eltern in Lilienthal dazu aufgerufen hat, auf dem Schulweg auf das Auto zu verzichten (wir berichteten).

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion im Schroetersaal sprachen die Teilnehmer dann über den Wert von Bildung, vor allem aber von Weiterbildung. Moderator Hermann Vinke begrüßte dabei neben dem VHS-Beiratsvorsitzenden und Gründungsmitglied Uwe Kempf die beiden VHS-Lehrerinnen Stephanie Schaefers und Annette Umlauft sowie die Schüler Helmut Grosse und Mohamed Alabssi.

In der Runde bestand Einigkeit darüber, dass die VHS, die in Deutschland vor 100 und in Lilienthal vor 46 Jahren gegründet wurde, als Bildungsträger nicht mehr wegzudenken ist. Sei es für Helmut Grosse, der sich auch im hohen Alter noch mal vorstellen könnte, einen Spanisch-Kursus zu belegen, oder für Mohamed Alabssi, der mit seiner Familie aus Syrien geflüchtet ist und über einen Integrationskursus den Anschluss an Sprache und Gesellschaft in Deutschland erlangt hat. Seinen Beruf als Rechtsanwalt darf er in Deutschland nicht ausüben, er arbeitet jetzt in der Altenpflege.

Die Literaturwissenschaftlerin Schaefers betonte, dass sie auch als Dozentin den Eindruck habe, von der Arbeit zu profitieren. Denn in ihren Kursen nehme sie auch was von den Menschen mit. „Ich lerne selbst etwas von meinen Teilnehmern. Und das finde ich gut.“

Uwe Kempf nahm die Demonstrationen anlässlich der Klimakrise am Freitag zum Anlass, die Aktiven für ihren Einsatz zu loben, und spannte den Bogen zur VHS, deren Aufgabe es sei, die Menschen zu befähigen, sich weiterzubilden. Dieses Wissen könne man dann in praktisches Handeln umsetzen, so wie es die Demonstranten auch getan hätten. Der VHS prophezeite er eine gute Zukunft. Sie sei ein Leuchtturm im kulturellen Leben der Region und ein Ort, der die Menschen auch über die Sozialen Medien hinaus zusammenbringt.


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Samer Tannous ist Hochschullehrer aus Damaskus, lebt mit seiner Familie seit 2015 in Rotenburg und arbeitet dort als Französischlehrer. In der Wümme-Zeitung schreibt er wöchentlich über seine Erlebnisse.
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Leserkommentare
rondon am 21.10.2019 17:14
Vllt ist auch die Kluft zwischen einem erfolgreichen Abiabschluß und einem erfolgreichen Studienabschluß zu groß
rondon am 21.10.2019 17:06
und da liegt der Vorteil, wenn er den Partei-Vorsitz hat, kann (sollte) er nicht mehr im TV auftreten.
Fr. Merkel spielt ja auch nicht im ...