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72-Stunden-Aktion der Landjugend
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Noch sind die Aufgaben geheim

Irene Niehaus 22.05.2019 0 Kommentare

Während der 72-Stunden-Aktion vor vier Jahren brachte die Landjugend St. Jürgen die Außenanlage des Kindergartens Wiesenbuttjer in Wührden auf Vordermann. Christoph Gräber, Patrick Michels und Sven Murken (von links) griffen dafür zu den
Während der 72-Stunden-Aktion vor vier Jahren brachte die Landjugend St. Jürgen die Außenanlage des Kindergartens Wiesenbuttjer in Wührden auf Vordermann. Christoph Gräber, Patrick Michels und Sven Murken (von links) griffen dafür zu den Arbeitsgeräten.  (Suhwa Lee)

Worpswede/Tarmstedt/Lilienthal/Blockland. Wenn der Agent aufgetaucht ist, bleiben nur 72 Stunden. Dann muss die Aufgabe, die er der Gruppe gestellt hat, erledigt sein. Kein Sterbenswörtchen darf drei Tage vorher an die Öffentlichkeit, Sicherheitsstufe 1 – bis zum 23. Mai. Dann, und ja nicht früher, dürfen die Landjugendgruppen erfahren, welcher Aufgabe sie sich für 72 Stunden stellen sollen, um etwas Bleibendes für ihre Dörfer zu schaffen. Vielleicht eine Grillhütte anlegen, ein Fest planen oder eine Bushaltestelle bauen? Die Landjugendlichen können dann mal wieder zeigen, dass sie über Teamgeist, Energie und Organisationstalent verfügen und sich nicht scheuen, die Ärmel hochzukrempeln. Genau diese Eigenschaften brauchen sie nämlich bei der 72-Stunden-Aktion mit dem Titel „Einfach ma machen", die vom 23. bis. 26. Mai die Gemeinschaft in den Dörfern nachhaltig stärken soll.

Dem Startschuss fiebern 111 angemeldete Ortsgruppen entgegen. „Noch nie zuvor haben so viele Ortsgruppen an einer 72-Stunden-Aktion mitgewirkt“, freut sich Alena Kastens, Vorsitzende der Niedersächsischen Landjugend und Mitglied im Projektteam. Mit dabei sind in diesem Jahr die Landjugendlichen aus Hepstedt und Breddorf, aus Hanstedt, Worpswede-Worphausen, St. Jürgen und dem Bremer Blockland. Angemeldet hat sich auch der Tarmstedter Verein Rock den Lukas. Was genau auf sie alle zukommt, das ist noch ein Geheimnis. „Leider liegt es nicht in unserer Hand, was wir bei der 72-Stunden-Aktion machen werden. Die Aufgabe bekommen wir erst am Donnerstagabend durch einen geheimen Agenten mitgeteilt“, weiß Jessica Borchers, zweite Vorsitzende der Landjugend Breddorf.

Ihren Namen hat die Aktion, die alle vier Jahre von der niedersächsischen Landjugend (NLJ) begleitet und unterstützt wird, durch ihre Dauer erhalten: Startschuss ist Donnerstag, 23. Mai, 18 Uhr, Ende Sonntag, 26. Mai, Punkt 18 Uhr. Innerhalb dieser 72 Stunden soll sich jede Ortsgruppe einer individuellen Aufgabe stellen, deren Inhalt sie zuvor nicht kennt. Der streng geheim gehaltene Agent kümmert sich im Vorfeld darum, welche Aufgabe sowohl zum Dorf passt und was auch im Interesse der Jugendlichen liegt. Vorschläge dürfen die Landjugend-Gruppen natürlich unterbreiten – aber ob sie angenommen werden, steht auf einem anderen Papier.

Die Aufgabenvielfalt ist groß und reichte bei früheren 72-Stunden-Aktionen von der Planung eines Dorffestes, dem Bau eines Grillplatzes bis zur Gestaltung eines Volleyballfeldes.  „Alles ist möglich“, weiß Caroline Finkel von der Landjugend Worpswede-Worphausen. „Es wird ein gemeinnütziges Projekt in unserem Ort sein – alles andere ist offen.“

Hoch motiviert, heimatverbunden und zielstrebig sei die Landjugend Bremen-Blockland, berichtet die erste Vorsitzende Marieke Hoehne. Die einzige Bremer Landjugend nimmt zum dritten Mal an der 72-Stunden Aktion teil. „Die Mitglieder sind gespannt, welche Aufgabe sie erwartet und was es zu bewerkstelligen gibt“, so Hoehne.  Im Vorfeld der Aktion gehe es um Organisatorisches und Fragen wie, wer die Aktiven während der Aktion mit Verpflegung unterstützt, ob sie mobile sanitäre Anlagen brauchen und wo sie an dem Wochenende schlafen. „Jeder wird eingespannt“, erzählt Marieke Hoehne. „Werkbänke werden für den Notfall schon geordert, Werkzeug organisiert oder auch nach helfenden Händen gefragt.“ Die Landjugendlichen bauen auf die Hilfe der Blockländer und ihrer Freunde. Bei früheren 72-Stunden-Aktionen hätten die Blocklander die Landjugend mit Kuchen, klugen Ratschlägen und auch helfenden Händen unterstützt. 

Das erste Mal mit von der Partei ist der Verein Rock den Lukas, der das gleichnamige große Musikfestival organisiert, das ein Mal im Jahr auf dem Tarmstedter Messegelände stattfindet. Er hat 110 Mitglieder und trat im Jahr 2015 der niedersächsischen Landjugend bei. „Mit rund 30 von ihnen nehmen wir an der 72-Stunden-Aktion teil“, berichtet Jens Deppe, der sich in diesen Tagen um organisatorische Fragen kümmert. Warum der Verein mitmacht? „Die Aktion bietet Gelegenheit, etwas an jene zurückzugeben, von denen wir immer so viel Unterstützung bekommen haben, von der Gemeinde, von Bürgern und Firmen.“ Gleichzeitig könne der Verein bleibende Werte schaffen, mit denen er dazu beitrage, die Dorfgemeinschaft zu stärken und sie zu erfreuen, so Deppe.

Sich selbst auszuprobieren, eine schwierige Aufgabe gemeinsam anzupacken, etwas für die Dorfgemeinschaft zu tun und anschließend das Ergebnis der Aufgabe miteinander zu feiern, darauf freuen sich alle Landjugendlichen. Insgesamt etwa 4000 Teilnehmer machen sich ans Werk. Die 72-Stunden-Aktion wird seit 1995 alle vier Jahre von der Niedersächsischen Landjugend organisiert. Die offizielle Auftaktveranstaltung findet am 23. Mai ab 17.30 Uhr in Neuenkirchen (Melle) im Landkreis Osnabrück statt. Weitere Informationen gibt es auf der offiziellen Webseite der Landjugend www.nlj.de/72-stunden-aktion.html. Mit der 72-Stunden-Aktion wolle die Landjugend die gesellschaftliche Bedeutung von ehrenamtlichem Engagement demonstrieren, teilt sie auf ihrer Homepage mit. Die Landjugendgruppen würden Hand in Hand arbeiten mit Gemeinderäten, Heimatvereinen, Kindergärten, Kirchen, Freiwilliger Feuerwehr, Förstern und anderen Helfern und Helferinnen.


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