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Lieferdienst in Lilienthal
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Pizza, Pizza

Silke Looden 16.09.2019 0 Kommentare

Serhat Topcu (24) aus Grasberg hat den Pizza-Lieferdienst
Serhat Topcu (24) aus Grasberg hat den Pizza-Lieferdienst "Pizza Factory" in Lilienthal eröffnet. (Silke Looden)

Lilienthal. Eine kleine Pizza-Fabrik, so hatte sich Serhat Topcu das vorgestellt. Der 24-Jährige aus Grasberg hat vor ein paar Tagen einen Pizza-Lieferservice in Lilienthal eröffnet. Damit gibt es jetzt wieder drei Lieferdienste dieser Art in der knapp 20 000 Einwohner-Gemeinde. „Lilienthal hat Potenzial“, sagt der Pizza-Chef mit dem roten T-Shirt, das mit der Tomatensauce in der Küche und den ebenfalls roten Wänden um die Wette leuchtet. Lilienthal sei eine wachsende Gemeinde von Berufstätigen, die sich abends gern das Essen liefern ließen, sagt Topcu, während er die ersten Pizzen persönlich in den Ofen schiebt.

Zur Eröffnung herrscht geschäftiges Treiben in der „Pizza-Factory“ am Konventshof. Einer der Männer bestreicht den fertigen Teig mit Tomatensauce. In den verschiedenen Metallschalen entlang der Arbeitsplatte liegen die frischen Zutaten bereit: Tomaten, Paprika, Peperoni, Käse, Jalapenos, aber auch Thunfisch, Salami und die für den Chef unverzichtbare türkische Knoblauchwurst Sucuk. „Damit machen wir unsere Pizza-Factory“, lacht er und holt die Spezialität des Hauses aus dem Ofen. Bei 278 Grad Celsius werden die Pizzen mit dem dünnen, würzigen Teig gebacken. Der geschmolzene Käse glänzt auf den Tellern.

An den Stehtischen sitzen die Fahrer auf den Barhockern und warten auf ihre ersten Aufträge. Vor der Tür stehen die kleinen ebenfalls roten Flitzer der „Pizza-Factory“ bereit. „Ein gutes Dienstauto ist wichtig“, sagt Florian Schmitz (19) aus Grasberg. Der Auszubildende verdient sich beim Pizza-Service etwas dazu. Es ist nicht sein erster Job in der Branche. „Bei manchen muss man das Auto noch mitbringen“, sagt er und freut sich, dass er gleich mit einem neuen VW-Up zu den Kunden fahren kann. „Das sind nicht nur junge Leute, die Pizza bestellen“, wischt er die üblichen Klischees beiseite.

Unterdessen füllt sich der Laden mit den ersten Kunden. Eine alte Dame betritt die „Pizza-Factory“. Sie ist vielleicht 70 Jahre alt und will ihren Namen lieber nicht nennen. Sie hat offenbar von der Neueröffnung gehört und will die Pizza ausprobieren. Die überwiegende Mehrzahl der Neukunden im Laden ist unter 20 Jahre alt. Eine 17-Jährige freut sich, dass in dem alten Laden ein neuer Besitzer ist. Auch früher schon hat es hier einen Pizza-Lieferservice gegeben. Serhat Topcu hat den Laden von „Lecker Pizza“ übernommen und komplett neu gestaltet. Der 24-Jährige hat bereits Erfahrung in der Branche. In Grasberg betreibt seine Familie das „Antalya Grillhaus“. Dort gibt es nicht nur Döner, sondern auch Pizza. Auch in Grasberg wird das Essen auf Wunsch geliefert. Mit der „Pizza-Factory“ in Lilienthal will Topcu den Lieferservice ausweiten, nach Borgfeld, Oberneuland und Horn-Lehe, nach Worpswede, Grasberg und Fischerhude. Sein Ziel ist es, dass jede Pizza innerhalb von 30 Minuten beim Kunden ist. „Der Ofen schafft das locker. Wir können in einer Stunde einhundert Pizzen backen“, sagt Topcu. Zur Konkurrenz im Ort gehört Diyabo Pizza Lilienthal an der Falkenberger Landstraße. Inhaber Marwan Matar will nicht mit der Zeitung sprechen. Er arbeitet mit dem Internetportal Lieferando zusammen. Der Geschäftsführer von Mo's Pizza an der Hauptstraße 31 indes ist nicht zu erreichen. Mohsan Ahmed bietet wie die anderen beiden auch arabische Spezialitäten an.

„Die Leute sind zu bequem, um ins Restaurant zu gehen. Sie sitzen lieber vorm Fernseher“, bedauert der Kreisvorsitzende des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Carsten Rohdenburg. Berührungsängste hat der Gastronom aus Lilienthal nicht. „Wir haben auch Aufnahmeanträge in Türkisch, Italienisch oder Griechisch. Wir sind da vielsprachig“, zeigt sich Rohdenburg offen. Persönlich sei ihm jedoch kein Pizza-Lieferservice bekannt, der Mitglied in der Dehoga ist. Der Lieferservice sei ein Trend der Zeit. Anders als der Gastronom im Restaurant müsse dieser nur sieben und nicht 19 Prozent Mehrwertsteuer berechnen. „Das ist das Geschäft, aber das ist nicht unser Geschäft“, sagt Rohdenburg und bleibt gelassen.


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Samer Tannous ist Hochschullehrer aus Damaskus, lebt mit seiner Familie seit 2015 in Rotenburg und arbeitet dort als Französischlehrer. In der Wümme-Zeitung schreibt er wöchentlich über seine Erlebnisse.
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Leserkommentare
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peteris am 21.10.2019 17:26
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