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Quereinsteiger landet im Parlament

André Fesser 05.06.2019 0 Kommentare

Im Plenarsaal im Haus der Bürgerschaft werden sich die Verhältnisse in den kommenden Jahren ändern. Die Besetzung ist eine andere. Außerdem wird das Gebäude in naher Zukunft erst mal umgebaut.
Im Plenarsaal im Haus der Bürgerschaft werden sich die Verhältnisse in den kommenden Jahren ändern. Die Besetzung ist eine andere. Außerdem wird das Gebäude in naher Zukunft erst mal umgebaut. (fr)

Borgfeld. Vier Jahre lang war Borgfeld nicht in der Bremischen Bürgerschaft vertreten. Mit der Wahl am 26. Mai, da waren sich die Politikerinnen im Ort einig, sollte sich das ändern. Das Ziel war es, einen Abgeordneten im Haus der Bürgerschaft zu platzieren, um so die Möglichkeit zu haben, Borgfelder Angelegenheiten auf dieser Bühne besser thematisieren zu können. Die damit verbundene Hoffnung ist, dass sich die Lebensbedingungen im Ortsteil verbessern.

Das Ziel wurde erreicht, mehr noch: Es wurde übererfüllt. Denn neben dem CDU-Politiker Michael Keller (wir berichteten), der aus dem Blockland stammt, aber für Borgfeld antrat, hat auch der Borgfelder Ralf Schumann ein Abgeordnetenmandat erzielt. Schumann war für die Partei Die Linke angetreten. Sein guter Listenplatz 8 hat ihm nun einen Platz in der Bürgerschaft beschert.

Schumann ist 63 Jahre alt und so etwas wie ein Quereinsteiger. In der Gegend könnte man ihn Gewerkschafter oder als Experten der Gewoba kennen, er ist seit 40 Jahren für die Wohnungsbaugesellschaft tätig, zurzeit als Leiter des Geschäftsbereichs Ost/West. Anfang 2020 will er den Ruhestand antreten, und da er – wie er es formuliert – sein Wissen nicht im Garten begraben möchte, hat er vor einem guten Jahr beschlossen, sich politisch zu engagieren und sich den Linken angeschlossen.

„Ich freue mich darauf, das Wissen aus meiner beruflichen Zeit nun auch politisch nutzen zu können“, sagt Schumann. Und er freue sich auch, dass er trotz seiner vergleichsweise kurzen Zeit als Lokalpolitiker so viel Zuspruch erhalten habe. Als Neuling wurde er prompt auf Platz 8 der Linke-Liste platziert, musste sich dabei allerdings gegen mehrere weitere Bewerber durchsetzen. Nach der Wahl wird er nun als einer von zehn Linken-Abgeordneten die Stadt- und die Landespolitik mitgestalten können. Je nachdem, was Sondierungsgespräche und Koalitionsverhandlungen ergeben, landen die Linken ja sogar im Regierungslager.

Was dabei für Borgfeld abfällt, müsse man allerdings noch mal abwarten. Schumann sieht sich nach eigenen Angaben als Volksvertreter für alle Bremer, und er macht keinen Hehl daraus, dass er die Ansatzpunkte für linke Politik eher in anderen Gebieten der Hansestadt sieht. „Wir sind als Linke vor allem auf benachteiligte Quartiere fokussiert“, sagt Schumann, und es wird klar, dass er Borgfeld nicht dazu zählt. Er wolle aber die neue Rolle annehmen und sich auch mit der versammelten Ortspolitik austauschen, um ein Netzwerk zu knüpfen und zu erfahren, wo die Probleme liegen. „Ich werde“, kündigt Schumann an, „mal beim Beirat vorbeigucken und Guten Tag sagen.“

Aus der Gegend an der Wümme sind damit in der kommenden Legislaturperiode mit Ralf Schumann und dem Vorsitzenden des CDU-Stadtbezirksverbands Wümme, Michael Keller, der in der Fraktion der Christdemokraten vertreten sein wird, zwei Abgeordnete in der Bremischen Bürgerschaft mit dabei. Denkbar, dass es noch ein Dritter wird. Denn je nachdem, wie Koalitionsverhandlungen und Senatsbildung auf Landesebene verlaufen, könnte der Grüne Michael Kruse noch nachrücken. Dann nämlich, wenn mehrere gewählte Abgeordnete der Grünen in den Senat aufrücken oder aus irgendeinem Grund wieder ausscheiden sollten.

In die Bürgerschaft nicht geschafft haben es der SPD-Beiratspolitiker Alexander Keil und sein Parteigenosse Malte Schiemann. Auch Silke Jünemann scheiterte, sie war für die AfD angetreten. Aus dem Blockland hatte sich FDP-Politiker Harje Kaemena beworben. Auch er schaffte den Einzug nicht. Allerdings war er bei der Beiratswahl erfolgreich und wird dort weiterhin die FDP vertreten.


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Ein Syrer und sein neues Leben in Rotenburg
Samer Tannous ist Hochschullehrer aus Damaskus, lebt mit seiner Familie seit 2015 in Rotenburg und arbeitet dort als Französischlehrer. In der Wümme-Zeitung schreibt er wöchentlich über seine Erlebnisse.
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Leserkommentare
FloM am 22.10.2019 12:33
Der Konsument steht am Ende der Kette, ist aber das wichtigste Glied:
der Handel diktiert dem Bauern den Preis,
der Konsument bestimmt, ...
FloM am 22.10.2019 12:27
Es ist erstaunlich, wie hier alle bisher genau das tun, was Frau Klatte beklagt:
Über den Bauern reden, anstatt mit ihm.
Dann wären ...