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Gourmetkaffee aus Lilienthal
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Rösterei auf Wachstumskurs

Undine Mader 30.07.2018 0 Kommentare

(Maximilian von Lachner)

Ein weicher aromatischer Duft weht dem Besucher entgegen, wenn er durch die Eingangstür tritt und rot leuchten im Foyer Kirschen zwischen den dunkelgrünen Blättern eines jungen Kaffeebaums. Gut zehn Jahre ist er alt. Das Haus, in dem er in Lilienthal steht, ist jünger. Im Jahr 2011 hat Cornelia Dotschat mit dem Neubau einer Kaffeerösterei im Gewerbegebiet Moorhausen einen Familientraum erfüllt. Hier leben die Geschäftsführerin und ihr Team ihre Leidenschaft für Kaffee und teilen diese mit immer mehr Menschen. Die Firma "de Koffiemann" hat seit dem Bau der Rösterei seine Kaffeeproduktion fast verzehnfacht und beliefert heute Abnehmer in einem Kreis, der von Lilienthal bis Schleswig-Holstein und Bielefeld reicht.

Mit fünf Jahren servierte Cornelia Dotschat in der Buddelkiste Kaffee zum Sandkuchen. Die grünen Bohnen dafür hatte sie beim Vater aufgesammelt. Seit 1987 ist dieser mit seinem Kaffeehandel in Lilienthal ansässig. Mit acht Jahren hätte die heute 34-Jährige gerne ein Kaffee eröffnet. Mit zwölf wollte sie bei der Sparkasse arbeiten und erfüllte sich diese Vision. Sie wurde Bankkauffrau und leitete eine Geschäftsstelle. Dann gründete der Vater eine Rösterei und fragte sie, ob sie diese übernehmen wolle. "Diese Chance bekommt man nur einmal im Leben." Dotschat sagte ja, und sie sagt es immer wieder mit jeder ihrer Gesten, wenn sie in der Halle unterwegs ist, vom Duft der Kaffeeblüten schwärmt, über Rohkaffee, das Rösten oder die Komposition von Kaffeemischungen erzählt.

In der sogenannten Schatzkammer lagern angenehm kühl die Säcke mit den grünen Kaffee-Bohnen aus aller Welt. Sie stammen teils von kleinen Bauern, die sie selber besucht hat oder von Bio-Plantagen. Weil ihr Nachhaltigkeit auf allen Ebenen wichtig sei, reisen die Jutesäcke teils auch per Segelschiff übers Meer.

Deutschland größer Kaffeeverarbeiter

Der Verarbeitungsweg des Kaffees beginnt und endet bei de Koffiemann im Labor, so Dotschat. Über 80 Kaffeesorten gebe es weltweit. Die Lilienthaler Kaffeeröster verarbeiten rund 20 Sorten aus Süd- und Zentralamerika und aus Afrika. Aus Asien stamme wenig Kaffee, aber an Papua Neu Guinea komme man nicht vorbei. Jede Sorte bringt ihre Geschmacksrichtung mit. Im Labor zeigt ein großes Plakat die Möglichkeiten. Sie reichen von nussig über beeren- oder kernobst-fruchtig bis zu verschiedenen Nuancen von Kakao. Cornelia Dotschat schwärmt: "Kaffee ist so vielfältig." Außerdem zähle er zu den aromatischsten Lebensmitteln, vergleichbar dem Wein.

Deutschland ist weltweit der größte Kaffeeverarbeiter. Doch Qualität braucht Zeit. Die Lilienthaler Kaffeeröster gewähren sie ihren Mischungen. "Wir rösten wie zu Omas Zeiten", sagt Dotschat. Traditionell in der Trommel wird der Kaffee bei niedrigen Temperaturen von unten erhitzt. Zwölf bis 20 Minuten kreisen die Bohnen bei 180 bis 200 Grad in der Maschine. Ihren beiden Röstmeistern bescheinigt sie "goldene Augen". Ihnen können sie sagen, bitte röste eine 92 oder 110. Jeder Braunton und damit jeder Geschmack trage solch eine Nummer. Und wie ein Toast entfalte der Kaffee mit zunehmender Farbintensität stärkere Röstaromen. Was die Meister mit den Augen können, vermag auch eine kleine Maschine in der Halle. Sensoren messen die Farbe. Espresso ist 79.

"Ich habe einen tollen Job, ich trinke den ganzen Tag Kaffee."

Nach dem Rösten geht es zur Geschmackskontrolle zurück ins Labor. Dort stehen Stempelkannen und Kaffeemaschine, und nebenan im Pausenraum glänzt die kompakte Gastro-Maschine. "Der Kaffee muss in allen gut laufen", begründet Dotschat. Das zugehörige feine Schmecken und Riechen lasse sich lernen. Fröhlich meint die Geschäftsführerin:"Ich habe einen tollen Job, ich trinke den ganzen Tag Kaffee." Am liebsten Filterkaffee, vor dem Aufguss frisch gemahlen.

Dotschat bezeichnet die Firma als "moderne Manufaktur". Die ersten Tüten habe sie noch selber von Hand abgefüllt mit der Praezi-Blitz, Baujahr 1958. Die alte Dame hat sich bis heute bewährt, bekam 2014 trotzdem moderne Gesellschaft. Als Dotschat vor sieben Jahren in der Halle begann, war da noch viel Raum für Visionen. Ein Foto zeigt: Die Röstmaschine steht nahezu alleine in einem großen Raum. Jetzt drapiert sich um dieses Herzstück der Firma ein kleiner Maschinenpark.

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Rollten im ersten Jahr 500 Kilogramm Kaffeebohnen in der Rösttrommel, waren es 2012 schon 11 000 Kilogramm und 2017 rund 101 000 Kilogramm. Mit zwei Mitarbeitern startete Cornelia Dotschat, jetzt gehören 20 Mitarbeiter zum Team. Trotzdem sei die Atmosphäre in der Firma familiär geblieben, und so soll es  bleiben für die Gourmetkaffees aus Lilienthal. In einer Grafik hat Dotschat den nächst größeren anvisierten Vertriebskreis aufgezeichnet, in dem die Kaffeesorten von de Koffiemann mit dem liebevollen "mein" vor dem Namen künftig in Supermärkten, Bio-, Feinkost- und Hofläden und Cafés und Gaststätten zu finden sein sollen. Einmal im Jahr lädt de Koffiemann außerdem zum Tag der offenen Tür ein. Am 7. Oktober können Kaffeefans von 11 bis 16 Uhr Am Wolfsberg 24 jede Menge rund um den Kaffee erfahren. Informationen unter www.de-koffiemann.de.


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Leserkommentare
alterwaller am 22.10.2019 10:39
Da sollen also die, die sich Privatschule nicht leisten können die Schulen der "FDP-Klientel" pampern ? Passt zu Bremen und der Partei.
Neal am 22.10.2019 10:36
Parken und fahren wie es dem/der Fahrer/in gerade in den Sinn kommt, ist ja nicht nur zum Freimarkt ein Problem.
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