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Worpswede hat nun eine öffentliche Ladesäule
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Saubere Energie aus dünnen Kabeln

Johannes Kessels 05.06.2019 2 Kommentare

Worpswedes erste öffentliche Stromtankstelle ging am Mittwoch auf dem Bergstraßen-Parkplatz in Betrieb.
Worpswedes erste öffentliche Stromtankstelle ging am Mittwoch auf dem Bergstraßen-Parkplatz in Betrieb. (Maximilian von Lachner)

Worpswede. Es ist eine dünne Schnur im Vergleich zu den Schläuchen, die sonst aus Zapfsäulen herauskommen, aber sie transportiert eine ganze Menge Energie. In Worpswede wurde jetzt auf dem großen Parkplatz an der Bergstraße die erste öffentliche Ladesäule für Elektroautos in Betrieb genommen – mehr als ein Jahr nachdem die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) dies im Gemeinderat beantragt hatte. Damals hatten der Planungs- und der Finanzausschuss dies noch mit den Stimmen von CDU und SPD abgelehnt, jetzt waren alle Vertreter der Politik ebenso über die Einweihung zufrieden wie die Verwaltung und der Betreiber EWE.

Etwa 15 Personen trafen sich am unteren Ende des Parkplatzes, wo am Rand vor der Lieferantenzufahrt zum Café Worpswede die neue Ladesäule mit zwei Anschlüssen steht. Er sei sehr froh, dass es endlich geklappt habe, sagte Bürgermeister Stefan Schwenke. „Hier kommen die Gäste an, hier ist ein öffentlicher Platz.“ Bisher habe es nur eine Ladesäule beim Autohaus Gerken gegeben, aber Voraussetzung für eine öffentliche Förderung ist, dass eine Ladesäule auf öffentlichem Grund steht.

Danach hatte es im Januar vorigen Jahres noch nicht ausgesehen. Damals hatte die UWG die Aufstellung einer Ladesäule beantragt; CDU und SPD hatten das vorerst abgelehnt mit der Begründung, es bestehe nicht genügend Bedarf und die Gemeinde könne eine Säule nicht finanzieren. Tönjes Itgen vom Energieversorger EWE sagte dann auch: „Da kam der Nackenschlag, wir blieben aber dran.“ Die Kunst- und Kulturstiftung des Landkreises Osterholz, der der Parkplatz gehört, war mit der Aufstellung der Säule einverstanden, die Stiftung Worpswede erklärte sich schließlich bereit, die Kosten für Wartung und Instandhaltung zu übernehmen. „Das sehen wir als Anfang“, sagte Christoph Bayer, der Vorsitzende des Stiftungskuratoriums. Ähnlich sieht es Peter Hanelt, der zuständige Abteilungsleiter in der Gemeindeverwaltung: „Ich fürchte, wir werden noch zwei oder drei brauchen“, meinte er halb im Scherz, als er sich nach der Einweihung von Tönjes Itgen verabschiedete. Der hatte Stefan Schwenke zwei Ladekarten übergeben, die ein Jahr lang gelten. Eine wird in der Tourist-Information im Philine-Vogeler-Haus an Besucher ausgegeben, die im Elektroauto anreisen. „Die können dann ihr Auto aufladen, während sie sich Worpswede ansehen oder Kaffee trinken“, meinte Stefan Schwenke.

Normalerweise kostet eine Ladekarte für Stromkunden der EWE pro Jahr 144 Euro, wenn sie nur im Gebiet des Versorgers zwischen niederländischer Grenze und Elbe gelten soll, und 180 Euro bei europaweiter Gültigkeit. Nichtkunden zahlen 300 beziehungsweise 420 Euro im Jahr, erklärt Tönjes Itgen. Dafür kann so oft und viel getankt werden, wie man will. Im billigsten Tarif bezahlt ein E-Auto-Fahrer also an Treibstoff im Jahr etwa soviel, wie heute 100 Liter Benzin kosten. Ein Benzinauto kommt mit den 144 Euro, die eine Ladekarte kostet, höchstens 2000 Kilometer weit – wenn es nur fünf Liter auf 100 Kilometer verbraucht. Tönjes Itgen legt großen Wert auf die Feststellung, dass an der Ladesäule ausschließlich Strom aus regenerativer Energie gezapft wird.

Wie man das macht, zeigte Henner Frevel von der Stiftung Worpswede mit seinem E-Golf. Die Ladekarte oder ein Chip, der von einer Gesellschaft ausgegeben wird, die die Ladekosten mit den Energieunternehmen abrechnet, wird auf den QR-Code an der Front der Säule gehalten. Dann kann an einer der beiden Seiten eine Plastikklappe aufgeschoben werden, in den das eine Ende des Ladekabels gesteckt wird, das zum Auto gehört, nicht zur Säule. Der andere Stecker kommt in die Steckdose am Auto.

„Wenn das Auto abgeschlossen ist, lässt sich das Kabel nicht abziehen, auch nicht an der Säule“, sagt Henner Frevel aus eigener Erfahrung. Deshalb könne man tatsächlich beruhigt Kaffee trinken und müsse sein Auto nicht während des Ladens ständig im Auge behalten.


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Leserkommentare
hopfen am 21.10.2019 11:38
Ein sehr gutes Beispiel dafür wie realitätsfern Politiker inzwischen sind. Würden alle fast identische Ferienzeiten bekommen, würde das absolute ...
admiral_brommy am 21.10.2019 11:29
Zitat: ".....und die Behörden lehnen seinen Asylantrag ab. "

Ausreisepflichtig scheint er aber nicht zu sein. Warum?
Warum ...