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Albert-Reiners-Stiftung Worpswede
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Schon mehr als eine Million ausgezahlt

Sabine von der Decken 24.04.2019 0 Kommentare

Uwe Tietjen ist Vorsitzender der Vorstands der Albert-Reiners-Stiftung. Die hat seit ihrer Gründung mehr als eine Million Euro ausgeschüttet.
Uwe Tietjen ist Vorsitzender der Vorstands der Albert-Reiners-Stiftung. Die hat seit ihrer Gründung mehr als eine Million Euro ausgeschüttet. (Sabine von der Decken)

Worpswede. Conrad Naber förderte und unterstützte zu Lebzeiten viele Projekte. Albert Reiners nicht, der sparte. „Nicht ohne Grund haben wir das Vermögen“, sagt Uwe Tietjen, Vorsitzender der Albert-Reiners-Stiftung, mit leichtem Lächeln über Reiners' sprichwörtliche Sparsamkeit. Ihr ist es zu verdanken, dass die 1994 gegründete Stiftung Jahr für Jahr namhafte Beträge ausschütten konnte. Deren Summe überschritt in diesem Jahr die Eine-Million-Euro-Grenze.

Obwohl Uwe Tietjen Albert Reiners' Steuerberater war, behauptet er nicht, den Worpsweder Bäckermeister besonders gut gekannt zu haben. Einmal pro Jahr besuchte Tietjen Reiners, der 18 Jahre lang als Bürgermeister die Geschicke Worpswedes lenkte und eine Legislaturperiode als Landrat wirkte, in seinem Haus in der Findorffstraße, um sich dessen Steuern zu widmen. In seinem Testament bedachte Reiners die von ihm ins Leben gerufene Stiftung als einzigen Erben und machte ganz konkrete Vorgaben, wer von den Erträgen aus seinem Nachlass profitieren soll. Das sind laut seiner Verfügung die Ortschaft Worpswede, die Kirchengemeinde Worpswede, das damalige Hospital Lilienthal sowie sieben Worpsweder Vereine.

Und auch die Zusammensetzung des vierköpfigen Stiftungsvorstandes überließ Albert Reiners nicht dem Zufall. Der Worpsweder Bürgermeister und der Vorsitzende des Kirchenvorstands sind kraft ihrer Ämter dabei. Darüber hinaus setzte er Uwe Tietjen testamentarisch als Vorsitzenden des Stiftungsvorstands ein und legte die Anwesenheit eines Juristen fest. „Albert Reiners hinterließ einen Stiftungsvorstand mit null Spielraum“, so Tietjen.

Ein vergleichbares Modell, wie mit einem Vermögen zu verfahren sei, gebe es in Worpswede nicht, stellt Tietjen fest. Denn der ehemalige Bürgermeister führte alles konkret aus und ließ in seinem Testament keine Fragen offen. Veranstaltungen gehören nicht zum Stiftungszweck. „Das hat er ja nicht angeordnet“, so der Vorsitzende der Albert-Reiners-Stiftung. Der Stiftungszweck beinhalte allein die Förderung Worpswedes, das Reiners sehr am Herzen lag. Eine Biographie aber, die ließ der Vorstand trotzdem schreiben, um Menschen auch in mehr als 100 Jahren über Albert Reiners zu informieren. Zu Lebzeiten lebte Reiners sehr sparsam und gab kein Geld aus. Sein Gönnertum zeigte er erst post mortem. „Mitnehmen konnte er ja nichts, da er kinderlos starb“, erklärt Tietjen. Mit der Stiftung setzte sich Albert Reiners ein über sein Leben hinaus reichendes Denkmal, findet der Vorsitzende der Worpsweder Stiftung. „Die Leute, die ihn kannten, werden es einordnen können.“

Donnerstag vor Ostern gingen die Briefe mit der Ankündigung über die Höhe der Beträge, die Gemeinde, Kirchengemeinde und die sieben Vereine in diesem Jahr erhalten, raus. Ganz schlicht und unprätentiös werden die Zahlungen auf die Konten der Bedachten überwiesen, ohne Gegenleistung und ohne Feierstunde. Albert Reiners hat nichts anderes veranlasst. Auch die magische Grenze von einer Million Euro ändert an dem Prozedere rein gar nichts, stellt Tietjen nüchtern fest. Ganz genau sind es 1 016 632 Euro, die die gemeinnützige Albert-Reiners-Stiftung seit der Gründung ausgeschüttet hat.

Jedes Jahr pünktlich am 20. April, Albert Reiners' Geburtstag, werden die im Testament Genannten anteilig mit dem Überschuss aus den Zins- und Mieterträgen des Vorjahres bedacht. Waren es in den ersten Jahren aufgrund hoher Zinssätze große Beträge, sieht das 2019 anders aus. Minimale Zinseinnahmen aus dem Vorjahr reduzieren die Ausschüttungen spürbar. Übrig bleiben nur die Überschüsse aus Mieteinnahmen. Aber auch die wurden diesmal durch die aufwendige Renovierung zweier Immobilien geschmälert. „Es ist die bislang geringste Ausschüttung“, erklärt Tietjen.

Albert Reiners war in vielen Vereinen, war Bürgermeister und er wusste, was er wollte. Worpswede war sein Lebensmittelpunkt. Darauf zielen die Stiftung und der Stiftungszweck punktgenau ab. Obwohl Reiners, der 1910 geboren wurde, die Entwicklung Worpswedes zum Künstlerort hautnah miterlebte, bewegte ihn das nicht dazu, die Stiftungsidee auf Kunst und Kultur auszudehnen. Und auch der Schützenverein als Reiners' Favorit unter den Vereinen, profitiert von seiner Sonderrolle nicht.


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Leserkommentare
peteris am 19.10.2019 17:47
Das Affentheater geht also in die nächste Runde. ...
onkelhenry am 19.10.2019 17:00
Hallo @Suzi ....

Was Sie da immer so verstehen ;-)

Das erklärt auch, warum Sie so oft falsch liegen!

Ja zu ...