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Millionen-Zuschüsse
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Startschuss für ein Megaprojekt

Michael Schön 16.05.2019 0 Kommentare

Für den Umbau der Innenstadt muss das Ihr-Platz-Domizil an der Ecke Kirchenstraße/Hinter der Wurth weichen.
Für den Umbau der Innenstadt muss das Ihr-Platz-Domizil an der Ecke Kirchenstraße/Hinter der Wurth weichen. (Christian Valek)

Osterholz-Scharmbeck. Die Aufenthaltsqualität in der Mitte Osterholz-Scharmbecks verbessern, Wohnen, Arbeiten und Einkaufen attraktiver gestalten – die Kreisstadt hat einen zweifellos guten Plan für dieses riesige Zukunftsprojekt. Er hatte bisher nur einen Fehler: Er war nicht finanziert. Jetzt aber hat der niedersächsische Landesbauminister Olaf Lies (SPD) die Eckdaten der Städtebauförderung 2019 vorgestellt. Für Osterholz-Scharmbeck ist eine Summe von 540 000 Euro vorgesehen, der Einstieg in das  Programm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“, das für Bund, Land und Kommunen Kostenanteile von jeweils einem Drittel vorsieht. "Es geht ans Eingemachte", stellte Bürgermeister Torsten Rohde mit Genugtuung fest. Nach gut dreijähriger Vorbereitung ist die erste Tranche für ihn so etwas wie der Startschuss für die Umsetzung der Vorhaben, die im sogenannten Rahmenplan Innenstadt definiert sind. Der Prozess tritt in eine zweite Phase. Den Eigenanteil von einem Drittel eingerechnet, stehen 800 000 Euro für die ersten Planungsschritte zur Verfügung. 

Die genauen Zahlen liegen dem Verwaltungschef noch nicht vor. Er wartet noch auf den Förderbescheid aus Lüneburg, wo das zuständige Amt für regionale Landesentwicklung (ARL) seinen Sitz hat. Für einen Zeitraum von zehn bis 15 Jahren ist der Umbau der Innenstadt angelegt. Es wird damit gerechnet, dass über acht Millionen Euro Fördergeld nach Osterholz-Scharmbeck fließen. Dazu kommen die Millionen, die der kommunale Projektpartner selbst aufbringen muss. 

„Historische Chance“

Die Städtebauförderung ist ein Milliardenprogramm, das vornehmlich auf die Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse zielt. Sie soll Gemeinden oder Städten helfen, im Kern an Vitalität zu gewinnen, sich für die Zukunft, vor allem für die Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung smarter zu machen. Als Hintergedanken spielen die Identitätsstiftung und der gesellschaftliche Zusammenhalt in Zeiten des aufgeregten Facebook-Diskurses an Bedeutung zunehmende Rollen.

Mit einem Umbau in der vom Stadtrat in seiner letzten Sitzung vor der Kommunalwahl 2016 abgesegneten Dimension hätte sich Osterholz-Scharmbeck deutlich verhoben, hätte man nicht eine starke Partnerin an seiner Seite gewusst: die evangelische Kirche. Neben der Stadt und der kommunalen Stadtentwicklungsgesellschaft verfügt sie über den größten Grundbesitz im Herzen Osterholz-Scharmbecks. Zwischen Marktweide und Kirchenstraße stehen 13 000 Quadratmeter zur Disposition, um sie teilweise umzugestalten, Immobilien und Plätze  zu verschönern, an Traditionen anzuknüpfen und mit der Schaffung von Sichtachsen den Blick auf die liebenswerten Seiten der Stadt zu lenken, sie ins rechte Licht zu rücken. Die Kirche als Partner – für Rohde war es eine „Historische Chance“.  

Die Gunst der Stunde bestand vor allem darin, dass auch die Kirche ein starkes Interesse an Veränderungen hat. „Wie jeder Eigentümer überlegen wir, wie wir in die Zukunft gehen wollen“, hatte Superintendentin Jutta Rühlemann erklärt, als sie im Rathaus ihre Unterschrift unter eine gemeinsame Absichtserklärung von Stadt und Kirche setzte die Innenstadt zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Dabei werden Grundstücke verkauft, erworben und zum Tausch angeboten.

Dem Kirchenzentrum kommt als Schlüsselimmobilie eine besondere Rolle zu. Es ist ein Millionenprojekt, mit dem die Kirche Einrichtungen zusammenführen möchte. Diakonisches Werk, Superintendentur, Kreisjugenddienst und Mitarbeitervertretung sollen in Räumen arbeiten, die in punkto Raumaufteilung, Brandschutz, Energiestandards und Arbeitsbedingungen auf der Höhe der Zeit sind. Für eine Sanierung von Haus der Kirche und Gemeindehaus waren 1,6 Millionen Euro kalkuliert worden.

Neben Bund, Land und Kirche, so Rohdes Hoffnung, werden viele private Investoren ihren Beitrag zum Wandel in der Scharmbecker City leisten. Zum Beispiel können Besitzer von Immobilien mit stadtbildprägender Bedeutung auf Zuschüsse hoffen, wenn sie dabei sind, ihre alten Gebäude wieder in einen Zustand zu bringen, der dem ursprünglichen entspricht oder ihm sich annähert, etwa durch den Einbau von Sprossenfenstern.


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Ein Syrer und sein neues Leben in Rotenburg
Samer Tannous ist Hochschullehrer aus Damaskus, lebt mit seiner Familie seit 2015 in Rotenburg und arbeitet dort als Französischlehrer. In der Wümme-Zeitung schreibt er wöchentlich über seine Erlebnisse.
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Das die Verkehrssituation in Findorff (und auch andere Stadtteile) den Status "sub-optimal" nicht erreicht ist kein vom Freimarkt abhängiges Problem. ...
Wesersteel am 22.10.2019 09:04
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