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Bürgerinitiative gegen Erdgasförderung
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„Viele Freiwillige wollen mithelfen“

Irene Niehaus 12.11.2018 0 Kommentare

Oliver Heyne (Mitte) am Rande der Erdgas-Infoveranstaltung vor wenigen Wochen in Grasberg.
Oliver Heyne (Mitte) am Rande der Erdgas-Infoveranstaltung vor wenigen Wochen in Grasberg. (André Fesser)

Herr Heyne, wie läuft es gerade in der Bürgerinitiative?

Oliver Heyne: Wir sind dabei, dem „Chaos“ Struktur zu geben. Das heißt, wir haben unglaublich hohen Zuspruch an Freiwilligen, die sich anbieten, aktiv bei uns mitzuhelfen.

Die Leute lassen sich also gut mobilisieren?

Ja, es scheint so. Die sozialen Medien und andere Medien bringen uns sozusagen den Frühling in den Herbst.

Das hört sich nach guter Stimmung an.

In jedem Anfang liegt ein Zauber. Im Moment sind wir alle verzaubert. Es ist eine Aufbruchstimmung. Es läuft zwar nicht alles perfekt, aber wir haben in kurzer Zeit viel auf die Reise gebracht. Es gibt unglaublich viele Ideen dafür, wie noch mehr Menschen über Erdgasförderung informiert werden können.

Gibt es Organisationsprobleme?

Nein. Wir haben ein gut funktionierendes IT-Team, und wir bauen vier bis fünf weitere Arbeitsgruppen auf, zu denen natürlich alle eingeladen sind mitzuarbeiten. Da geht es um Öffentlichkeitsarbeit, Bauwesen, Ökologie, Geologie und Rechtswesen.

Sie verstehen sich als einfaches Mitglied der Bürgerinitiative. Wie viel Freizeit opfern Sie denn im Moment diesem Thema?

Bestimmt täglich fünf bis sechs Stunden. Das ist nicht viel im Vergleich zu vielen anderen.

Ihr größter Wunsch?

Dass alle Bürgerinitiativen in Niedersachsen für das einigende Ziel kämpfen, die Erdgasförderung zu beenden. Und dass alle Norddeutschen ihre Bedenken und Kritik an der Erdgasförderung als Graswurzelbewegung, also von unten, über die sozialen Medien und andere Medien verbreiten. Niedersachsen wird Dorf für Dorf zerlegt. Ohne die Hilfe auch der bislang noch nicht betroffenen Dörfer werden wir ganz gewiss verlieren. Aber unser Trost wird es sein, es wenigstens versucht zu haben.

Zur Person

Oliver Heyne (51)

ist einer die Initiatoren der Bürgerinitiative (BI), die sich gegen die geplanten Erdgasmessungen in Grasberg und Lilienthal und die Erdgasförderung in der Region im Allgemeinen engagiert. Zwei gut besuchte Infoveranstaltungen hat die BI schon organisiert, sie hat eine Internetseite und einen Facebook-Auftritt auf den Weg gebracht und jede Menge Unterschriften gesammelt.

Zur Sache

Bürgerversammlung in Grasberg

Die Deutsche Erdöl AG (Dea) will in Lilienthal und Grasberg nach Erdgas suchen. Kritiker haben bereits zwei Informationsabende zum Thema abgehalten, jetzt steht eine Bürgerversammlung an. Sie findet als gemeinsame Einwohnerversammlung für die Gemeinden Grasberg und Lilienthal am Mittwoch, 14. November, ab 19 Uhr im Grasberger Hof an der Speckmannstraße 58 in Grasberg statt. Dazu laden die Bürgermeister Marion Schorfmann (Grasberg) und Kristian W. Tangermann (Lilienthal) ein. Bei der Versammlung vertreten sind auch ein Vertreter des Landesamts für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG). Er soll das Genehmigungsverfahren der Behörde erläutern. Außerdem soll sich dort ein Dea-Vertreter zu dem Vorhaben äußern.


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Leserkommentare
Michalek am 20.10.2019 17:37
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aguahorst am 20.10.2019 16:55
In der Nähe von Wilhelmshaven baut man neue Kavernen, um damit Geld zu verdienen. In Bremen will man sie verfüllen und stilllegen.....was passiert ...