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Volle Dröhnung

Marius Merle und Irene Niehaus 21.09.2018 0 Kommentare

Die Dea hat bereits Erfahrung mit dem Einsatz von Vibro-Trucks. 2015 etwa waren die imposanten Fahrzeuge im Konvoi im Flecken Langwedel unterwegs.
Die Dea hat bereits Erfahrung mit dem Einsatz von Vibro-Trucks. 2015 etwa waren die imposanten Fahrzeuge im Konvoi im Flecken Langwedel unterwegs. (Focke Strangmann)

Lilienthal. Die Deutsche Erdoel AG (Dea) plant im Januar und Februar 2019 seismische Messungen in vier Landkreisen, betroffen sind davon auch Lilienthal und Grasberg. Das Unternehmen verspricht sich von den Messungen, dass es vorhandene Erdgaspotenziale besser als bisher bewerten und so unnötige Bohrungen vermeiden kann. Im Landkreis Verden haben darauf bereits die Bürgerinitiativen gegen Gasbohren reagiert.

Die Messungen sollen den Planungen zufolge im Landkreis Osterholz auf dem Gebiet der Gemeinde Lilienthal in Seebergen und in der Gemeinde Grasberg in Rautenberg erfolgen. Im Landkreis Verden könnten die Stadt Achim, die Flecken Langwedel und Ottersberg, die Samtgemeinde Thedinghausen und die Gemeinde Oyten betroffen sein. Die jeweiligen Messstrecken sind etwa 14 Kilometer lang. Auch die Samtgemeinde Sottrum ist von Dea ausgesucht worden, jedoch nur mit etwa 200 bis 300 Metern, wie Dea-Sprecher Heinz Oberlach verrät. Anhand dieses Beispiels wolle er deutlich machen, dass es sich keineswegs um flächendeckende Messungen handelt, sondern nur kleine Bereiche untersucht werden sollen.

Das Verfahren bei den Messungen erklärt die Dea wie folgt: Sogenannte „Vibro-Trucks“, die sich im Messgebiet überwiegend auf öffentlichen Straßen und Wegen bewegen, senden kurzzeitig Schallwellen in die Tiefe. Spezielle Erdmikrofone (Geophone) zeichnen die von den Schichten im Untergrund reflektierten Wellen auf. Die kabellosen Geophone werden vor den Messungen am Rande der von den “Vibro-Trucks“ genutzten Fahrtrouten in den Boden gesteckt und nach der Messung wieder eingesammelt. „Prinzipiell funktioniert das Verfahren wie eine medizinische Ultraschalluntersuchung beziehungsweise wie ein in der Schifffahrt eingesetztes Echolot“, heißt es vom Unternehmen.

Die Messungen sollen in der Regel tagsüber von Montag bis Sonnabend über die Bühne gehen. Durch das Erzeugen der benötigten Schallwellen entstehen vor Ort zum einen deutlich wahrnehmbare Motorengeräusche. Zum anderen können in der unmittelbaren Nähe der Fahrzeuge leichte Vibrationen an der Oberfläche zu spüren sein, lässt die Dea verlauten und will darauf hingewiesen haben, dass bei allen Arbeiten und Messungen die vorgeschriebenen Sicherheitsabstände und -maßnahmen eingehalten, überwacht und dokumentiert werden. Schwingungsmessgeräte sollen zudem dafür sorgen, dass die Messungen vor Ort sofort gestoppt werden, wenn sich die gemessenen Schwingungen den zulässigen Grenzwerten nähern.

Das Unternehmen verfügt nach eigenen Angaben über einen großen Erfahrungsschatz im Umgang mit dieser Technologie. Zur Vorbereitung sei durch ein Forschungsinstitut in Zusammenarbeit mit den Naturschutzbehörden bereits ein sogenannter „Umweltfachbeitrag“ erstellt worden. Die grundsätzliche Erlaubnis für die Aufsuchungsarbeiten im Messgebiet habe das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) der Dea erteilt. Den für die geplanten seismischen Messungen notwendigen Hauptbetriebsplan reiche sie in diesen Tagen zur Genehmigung beim LBEG ein, das dann auch die „Träger öffentlicher Belange“ – betroffene Kommunen und Landkreise – am Verfahren beteiligt.

Parallel zum behördlichen Genehmigungsverfahren holen Mitarbeiter eines von Dea beauftragten Unternehmens bei Ämtern sowie privaten Grundeigentümern in den kommenden Wochen Erlaubnisse ein, damit einzelne Straßen, Wege und Flächen für die Messungen betreten beziehungsweise befahren werden dürfen. Weitere Informationen über das Projekt sowie aktuelle Meldungen und Termine finden Interessierte im Internet unter www.seismik-unterweser.de.

Zur Sache

So funktioniert die Messung

Anfang kommenden Jahres will die deutsche Erdoel AG (Dea) auch in Seebergen und Rautendorf mit imposanten Fahrzeugen nach Erdgas suchen. Die Standortsuche ist jedoch aufwendig. Dröhnende Vibro-Trucks bewegen sich im Schritttempo über Straßen. Sie sind zehn Meter lang und machen einen Höllenlärm. Alle 50 Meter hält der Konvoi an, die 29 Tonnen schweren Rüttler setzen massive Stahlplatten auf dem Boden auf und vibrieren dreimal etwa zwölf Sekunden lang. Entlang der Strecke verlegte Geophone zeichnen die Schwingungen im Erdreich auf und leiten die Daten über Kabel an einen Messwagen weiter. Heraus kommt am Ende ein dreidimensionales Bild des Untergrundes. Bis zu drei Kilometer reichen die Erkundungen in die Tiefe. Wenn die weißen Vibro-Trucks ihre Arbeit erledigt haben, weiß man, an welchen Stellen man nach Erdgas in tiefen Erdschichten bohren muss.

Weitere Informationen

Nein zu den Messungen der Dea sagen im Landkreis Verden
die Bürgerinitiativen (BI) gegen Gasbohren. Sie haben bereits  mit einer gemeinsamen Stellungnahme der BI No Fracking im Erdgasfeld Völkersen, BI Intschede Wesermarsch ohne Bohrtürme, BI Flecken Langwedel gegen Gasbohren, BI Rote Hand Thedinghausen/Achim, der BI Walle gegen Gasbohren und der BI Lintler Geest gegen Gasbohren reagiert.

Nicht den fossilen Energien, zu denen eben auch Erdgas zählt, gehöre die Zukunft, sondern den erneuerbaren Energien, heißt es im Schreiben der BIs. Die Dea setze sich über die Bedürfnisse und Interessen der Bürger und die Notwendigkeiten im Hinblick auf den Klimawandel hinweg.

Zum Vorhaben selbst merken die Gruppen an, dass diese Untersuchungen nicht so problemlos seien, wie die Dea sie darstelle. Die Messungen durch die Rüttler könnten zu Rissen  in Hauswänden führen. Die BIs betonen, dass wenn ein Grundbesitzer die Messungen auf seinem Grundstück nicht möchte, ihm das Recht zustehe, den Zutritt zu seinem Grundstück grundsätzlich zu verweigern. „Die Nutzung öffentlicher Straßen und Wege bedarf ebenfalls einer Genehmigung durch die Landkreise und Gemeinden, auch hier ergeben sich Handlungsspielräume, um die Nutzung zu versagen“.


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Leserkommentare
FloM am 22.10.2019 18:24
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Falls das mein gesperrter Kommentar um 17:18 war, wäre ich über eine kurze Erläuterung Ihrerseits erfreut. ...
weser am 22.10.2019 18:17
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