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Frank Holle in Stuhr unterwegs
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Warten auf die Wahl

Johannes Heeg 16.05.2019 0 Kommentare

Diskussion der drei Stuhrer Bürgermeisterkandidaten im Gasthaus Nobel (von links): Moderator Björn Sassenroth, Stephan Korte, André Uzulis und Frank Holle.
Diskussion der drei Stuhrer Bürgermeisterkandidaten im Gasthaus Nobel (von links): Moderator Björn Sassenroth, Stephan Korte, André Uzulis und Frank Holle. (Braunschädel)

Tarmstedt. "Frank kann's" steht auf der blauen Schürze, mit der Frank Holle in diesen Tagen an einem Grill zu sehen ist und Würstchen brät. Tarmstedts Samtgemeindebürgermeister tut dies in der Gemeinde Stuhr, wo er als Wahlkämpfer in eigener Sache unterwegs ist. Der CDU-Mann will dort, wie berichtet, Bürgermeister werden, und bis zur Wahl am 26. Mai muss er sich bekannt machen bei den Menschen. Also packt er einen Grill auf einen Anhänger und zieht durch die Gemeinde Stuhr mit ihren acht Ortsteilen. "Grill & talk" sei ein "niedrigschwelliges Angebot", sagt Holle, "die Leute können eine Wurst essen, und man kommt leicht ins Gespräch."

Damit er diese und seine anderen Termine wahrnehmen kann, hat Holle Urlaub genommen. Da seit August 2018 klar sei, dass er nach Stuhr wechseln wolle, habe er sogar seinen Resturlaub vom vorigen Jahr aufgespart, sagt er. Da der Wahlkampf nach Ostern Fahrt aufnehmen sollte, hat Holle seitdem seine Anwesenheit im Rathaus schrittweise reduziert, und für die Zeit ab kommenden Montag – es ist die letzte Woche vor der Wahl – hat er sich komplett abgemeldet. Auch für den 27. Mai, den Tag nach der Wahl. „Am 28. Mai bin ich wieder im Rathaus“, betont er.

Wie seine Abwesenheit kompensiert wird? Derzeit greife „die normale Vertretungsregelung, wie es bei Urlaub und Krankheit üblich ist“, sagt Holle. Seine allgemeine Vertreterin sei Katrin Alpers, „das geht hier alles seinen bewährten Gang“.

„Die Verwaltung kommt schon klar“, sagt Tarmstedts Bürgermeister Wolf Vogel. Dass möglicherweise einige Dinge etwas länger liegen blieben als gewohnt, dafür habe er Verständnis. Er wisse aus eigener Erfahrung, wie es ist, bei einer Wahl um einen hauptamtlichen Bürgermeisterposten anzutreten, so der SPD-Mann. Vogel wollte 2001 Samtgemeindebürgermeister in Tarmstedt werden, war damals aber Lutz Urban unterlegen. „Ich beneide Frank nicht um den Aufwand, den er in diesen Wochen in Stuhr treiben muss.“ Er wünsche ihm „viel Erfolg, damit sich dieser Aufwand dann auch gelohnt hat“.

Die Frage, ob aus den Reihen der Tarmstedter SPD schon jemand Interesse bekundet habe, Holles Nachfolge im Tarmstedter Rathaus anzutreten, beantwortet Vogel ausweichend: Erstens sei es noch zu früh, und zweitens sei die Kandidatenaufstellung „Sache der Parteien“. Er würde es allerdings begrüßen, wenn die Amtszeit der hauptamtlichen Bürgermeister auf zehn Jahre verlängert würde. „Sonst sind die doch ständig im Wahlkampfmodus.“

CDU-Fraktionschef Heinz-Hermann Holsten hat mit der Abwesenheit Holles kein Problem. Die Abläufe in der Verwaltung seien eingespielt, und wer als Politiker eine Information brauche, der finde schnell telefonisch oder per E-Mail Kontakt zu Holle, der umgehend antworte. Und bei dringenden Angelegenheiten und wichtigen Sitzungen sei der Verwaltungschef auch im Wahlkampf stets in Tarmstedt präsent gewesen. „Obwohl er in Stuhr ganz schön ran muss“, so Holsten.

Die Nachfolgefrage bewege selbstverständlich auch den CDU-Gemeindeverband Tarmstedt. „Ich habe keine Sorge, dass geeignete Personen zur Verfügung stehen“, sagt Holsten. Und er betont: „Männer und Frauen.“ Es seien mehrere Personen aus der Samtgemeinde angesprochen worden, die bereit wären zu kandidieren. Für konkrete Aussagen sei es zu früh, man müsse erst einmal den Ausgang der Wahl in Stuhr abwarten.

Sollte Frank Holle zum Bürgermeister von Stuhr gewählt werden, würde er dort am 14. Februar 2020 seinen Dienst antreten. Sollte er nicht gewählt werden, will er in Tarmstedt nur bis zum Ende seiner Amtszeit bleiben, das wäre der Herbst 2021. Ein weiteres Mal werde er in Tarmstedt nicht zur Wahl antreten, sagte er schon vor Monaten. Der jetzige Stuhrer Bürgermeister ist parteilos, es gab Vorgänger mit CDU- und mit SPD-Parteibuch. Wie die Wahl ausgeht, kann keiner vorhersagen. Die CDU ist im Moment die größte Fraktion im Stuhrer Gemeinderat. Es gibt, anders als in Tarmstedt, aber keine Mehrheitsgruppe. „Die machen eine offene, pragmatische Ratsarbeit“, so Holle Anfang des Jahres im Interview mit der WÜMME-ZEITUNG.

Um seine Chancen zu verbessern – Holle tritt gegen Stephan Korte (unabhängig, unterstützt von SPD und Grünen) und André Uzulis (FDP) an – wird der 51-Jährige in der kommenden Woche noch zweimal die blaue Frank-kann's-Schürze anlegen und Würstchen braten. So ist es jedenfalls auf Facebook nachzulesen, wo Holle auch seine sonstigen Wahlkampftermine im Vorfeld und hinterher postet. Da heißt es dann schon mal morgens um 7 vorm Bäcker zu stehen und Flyer, Luftballons und Samentütchen für Wildblumen zu verteilen. Die Tütchen, 4000 Stück hat er davon mit dem Slogan „Stark für Stuhr“ bedrucken lassen, verteilt Holle auch bei seinen Hausbesuchen.

Für den Wahl-Sonntag hat sich Holle den Besuch eines Gottesdienstes in Stuhr vorgenommen, bevor er zu einem Oldtimertreffen in Brinkum geht. Das Wahlergebnis will der in Ottersberg lebende Verwaltungschef im Stuhrer Rathaus abwarten. „Das wird wohl 21.30 Uhr werden“, sagt er. Vorher werde noch die Europawahl ausgezählt, danach die Landratswahl.


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Ein Syrer und sein neues Leben in Rotenburg
Samer Tannous ist Hochschullehrer aus Damaskus, lebt mit seiner Familie seit 2015 in Rotenburg und arbeitet dort als Französischlehrer. In der Wümme-Zeitung schreibt er wöchentlich über seine Erlebnisse.
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Leserkommentare
suziwolf am 22.10.2019 13:04
@brakadabra ...

„👍“ ... Ich hab‘ jetzt‘n „Hummer“ ...
...................................🚘.............

Auf‘m ...
FloM am 22.10.2019 13:01
@gorgon:
Himmelnochmal, jahrzehntelang billige Lebensmittel konsumieren und sich dann über die Folgen der Herstellung aufregen.
Welche ...