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Worpsweder Vereins- und Firmenschießen
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Weit gefehlt

Lars Fischer 14.06.2019 0 Kommentare

Uwe Knops kritischer Blick kommt nicht von ungefähr: Redakteur Lars Fischer versucht sich beim Firmen- und Vereinsschießen des Schützenvereins Worpswede.
Uwe Knops kritischer Blick kommt nicht von ungefähr: Redakteur Lars Fischer versucht sich beim Firmen- und Vereinsschießen des Schützenvereins Worpswede. (Fotos: Maximilian von Lachner)

Worpswede. Jemand, der hauptberuflich Bilder schießt, wird schon auch mit einem Gewehr umgehen können. Und wer täglich dafür sorgt, dass diese Zeitung zielsicher in den Briefkästen der Leser landet, trifft bestimmt auch sonst ins Schwarze. Von einem Redakteur schließlich kann man treffende Formulierungen erwarten, dann sollte es also auch mit dem Kleinkaliber zumindest ein wenig klappen.

Es ist also eine gehörige Portion Naivität im Spiel, wenn Maximilian von Lachner, Svenja Kösterke und Lars Fischer als Team WÜMME-ZEITUNG beim Vereins- und Firmenschießen des Worpsweder Schützenvereins antreten. Weder der Fotograf, noch die Gebietsleiterin aus dem Vertrieb und erst recht nicht der Journalist haben Schießerfahrung. Die Konkurrenz schon: Manche der 64 Teams sind seit vielen Jahren dabei, andere wie etwa die Worpsweder Post ergänzen Qualität zusätzlich mit Quantität: Sie haben sich gleich Munition für mehrere Durchgänge gekauft.

Die Zeitungsleute sind da bescheidener: Für acht Euro gibt es einen kleinen Plastikträger mit zwölf Schuss, vier pro Teilnehmer. Das muss reichen. Die Teams können sich auch spontan bilden, jeder der zur Muntionsausgabe geht, bekommt zu den Patronen einen Meldezettel für seine Mannschaft, auf den dann später auch die Ergebnisse eingetragen werden. Geschossen wird auf der 100-Meter-Bahn auf Scheiben, die ungefähr so groß wie ein Bierdeckel wirken. „Ist viel einfacher als bei 50 Metern“, meint der erfahrene Schütze im Festornat, der die Geschosse ausgibt. Dort sei die Scheibe ja noch viel kleiner.

Neuer Teilnehmerrekord

Nach und nach füllt sich der Schießstand, zu den 192 Teilnehmern kommen zahlreiche Mitglieder des Schützenvereins, die die mitunter blutigen Anfänger unterstützen. Auf Bahn acht hilft Schützenkönig Damian Twisterling dem Team eines örtlichen Hotels auf die Sprünge. Der erste Schütze erzielt eine respektable 8,5. Allerdings hat er versehentlich nicht auf die eigene Scheibe, sondern auf die auf Bahn zehn angelegt – und getroffen. Die Freude der Umstehenden ist groß, aber Twisterling drückt – wie der Schütze beim Zielen zuvor – ein Auge zu und trägt das Ergebnis dennoch ein. Ein Laser misst die Treffer und zeigt sie direkt auf einem Computerbildschirm an – in diesem Fall eben auf dem zwei Fenster weiter.

Unser Coach ist Uwe Knop, Pressesprecher des Worpsweder Schützenvereins und, wie die zahlreichen Orden an seiner Uniform zeigen, offenbar ein erfolgreicher Schütze obendrein. Es gibt eine höhenverstellbare Auflage, die nach den Wünschen der Teilnehmer justiert wird. Dann legt Knop die erste Kugel in den Lauf, die Svenja Kösterke gehört. Einige Tipps folgen, die Haltung wird optimiert, dann drückt die Gebietsleiterin ab. Es riecht nach Platzpatronen, ein bisschen wie früher beim Cowboy-und-Indianer-Spielen. 7,6 zeigt der Bildschirm und beim zweiten Versuch gar 9,2. Auch die nächsten beiden Schüsse treffen die Scheibe, insgesamt wird die Runde mit 30,9 Punkten von ihren beiden Kollegen nicht mehr zu toppen sein.

Bei Maximilian von Lachner liegen Licht und Schatten ein wenig weiter auseinander: Er liefert mit einer 10,2 den besten Treffer des Teams ab, verfehlt aber auch einmal die Scheibe komplett. Summe: 23,8. Bleibt noch der Schreiber: Auflage ausrichten, einen festen Stand suchen, Gewehr laden und das Ziel anpeilen. Theoretisch gar nicht schwierig, Kimme, Korn und das Zentrum der Zielscheibe müssen ja nur auf einer Linie liegen. Wenn das verdammte Gewehr nur nicht so wackeln würde. Selbst ohne nervöses Zucken und Zittern scheint es ein Ding der Unmöglichkeit, die Waffe komplett ruhig zu halten. Was ins Schwarze treffen soll, wird zu einem Schuss ins Blaue: Einatmen, ausatmen, Luft anhalten und abdrücken, wenn man meint, man wäre dem Ziel wohl recht nahe. Die 5,5 auf dem Bildschirm sprechen leider eine andere Sprache.

Mit einer Gesamtpunktzahl von 81,5 landet das Team WÜMME-ZEITUNG schließlich auf Platz 59 von 64 Startern. Dass Uwe Knop das als „beachtlich“ beschreibt, muss allein seinem rhetorischen Geschick geschuldet sein. Andere Teams haben Ergebnisse im dreistelligen Bereich. Bei den Vereinen sind die Gartenfreunde Oberneuland am erfolgreichsten, sie gewinnen vor dem Stammtisch des FC Worpswede und dem TSV Worpswede. Bei den Firmen siegt Edeka Winkler vor der Gemeinde Worpswede, die unter anderem mit Bürgermeister Stefan Schwenke antritt, und dem Hotel Buchenhof. Als beste weibliche Einzelschützin stellt sich Nicole Naruski von der Volksbank Worpswede heraus, während sich Karsten Feldmann den Pokal bei den Männern sichert. Außerdem gewinnt Frank Jäger von der Ortsfeuerwehr Waakhausen den Preis beim Schießen auf den Glücksautomaten.

Oliver Twisterling, Vorsitzender des Schützenvereins, freut sich aber vor allem über einen neuen Teilnehmerrekord. 64 Teams, das sei vor einigen Jahren, als das Vereins- und Firmenschießen fast zum Erliegen gekommen wäre, noch unvorstellbar gewesen. Und natürlich schaut der Vereinschef nun auf das 144. Schützenfest, das zusammen mit der Worpsweder Berg Party (WoBePa) und einem Höhenfeuerwerk am nächsten Wochenende, 21. bis 23 Juni, ausgetragen wird. Auch dann können sich solche Amateure wie wir Zeitungsleute an den Gewehren versuchen: Am Sonnabend gibt es ein Volkskönigsschießen für Kinder und Jugendliche, und am Sonntag sind die Erwachsenen dran.


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Leserkommentare
elfotografo am 22.10.2019 18:55
"Es ist doch ein Märchen, dass man mit einer Loge Geschäftskontakte akquiriert oder pflegt, geschweige denn Geschäfte abschließt."

Haben ...
FloM am 22.10.2019 18:51
@gorgon1:
Abgedroschen ist es den x-ten Kommentar mit undifferenzierten Anschuldigungen zu schreiben.

Die Erkenntnis, daß man Teil ...