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Lilienthals Grundschulen
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Wer geht nach Worphausen?

Lutz Rode 19.06.2019 0 Kommentare

Die Einschulung ist für Kinder ein besonderes Ereignis. Die Vorfreude ist bei einigen angehenden Erstklässlern aus Lilienthal jedoch mehr als getrübt, nachdem die Gemeinde die Schuleinzugsbezirke kurzfristig ändern will. Folge: Mehrere Schüler, die
Die Einschulung ist für Kinder ein besonderes Ereignis. Die Vorfreude ist bei einigen angehenden Erstklässlern aus Lilienthal jedoch mehr als getrübt, nachdem die Gemeinde die Schuleinzugsbezirke kurzfristig ändern will. Folge: Mehrere Schüler, die eigentlich für die Grundschule Trupermoor angemeldet waren, sollen nun in Worphausen den Schulstart erleben. (Philipp Schulze/dpa)

Lilienthal. In zwei Wochen soll der Lilienthaler Gemeinderat darüber entscheiden, ob die Grenze des Schuleinzugsbezirks für die Grundschulen Trupermoor und Worphausen verschoben wird. Auf eine Empfehlung für den Rat verzichteten die Politiker im Ausschuss für Bildung und Kultur am Dienstagabend. Die Verwaltung will die Zeit nutzen, um noch eine einvernehmliche Lösung für die vertrackte Lage bei der Verteilung der Erstklässler ab dem nächsten Schuljahr zu finden. Es geht darum, ob sich auf den letzten Drücker noch Trupermoorer Eltern melden, die ihre Kinder freiwillig in Worphausen einschulen lassen möchten. Vorher gilt es noch einige wichtige Fragen zu klären. Zum Beispiel, wie der Schülertransport funktionieren soll.

Die Trupermoorer Grundschule kann, wie berichtet, nicht alle angemeldeten Kinder nach den Sommerferien im ersten Jahrgang unterbringen. Bei 52 Kindern in zwei Klassen ist gemäß der Vorgaben des Landes Schluss, es liegen jedoch 55 Anmeldungen vor. Weil in Worphausen bisher nur 32 Kinder auf zwei Klassen verteilt sind, hatte die Verwaltung die Idee, im Schuleinzugsbezirk die Straßen Im Dorfe, Saatmoor, Hinkenweg, Heideweg und Richtpad von Trupermoor zur Grundschule Worphausen zu verschieben. Das Problem ist nicht der Vorschlag an sich, sondern die Kurzfristigkeit, mit der das Rathaus damit um die Ecke gekommen ist. Erst Ende Mai informierte die Verwaltung die betroffenen Eltern über ihre Pläne, und einige von ihnen fühlten sich völlig überrumpelt.

Auch am Dienstag im Rathaus wurde die Verwaltung für ihr kurzfristiges Vorgehen hart kritisiert. Tenor: Obwohl sich schon im vergangenen Jahr abgezeichnet habe, dass die Kapazitäten in Trupermoor nicht ausreichen würden, habe sie zu lange nicht reagiert. Nun werde das Problem auf dem Rücken der Kinder ausgetragen. Für den emotionalsten Moment des Abends sorgte eine Mutter, die unter Tränen im Namen ihres Sohnes einen Brief vorlas. Dass er nicht zusammen mit seinem besten Freund die Trupermoorer Schule besuchen darf, auf die er sich schon so lange gefreut und die er auch schon beim Schnuppertrag kennengelernt hat, hat ihn aus der Bahn geworfen.

Mal rauf und mal runter

„Wir sind spät dran. Das tut uns leid“, sagte Bürgermeister Kristian W. Tangermann. Davon, dass die Verwaltung keine Empathie für die Eltern und Kinder aufbringe oder das Problem nicht verstehe, könne jedoch keine Rede sein. Als „Falsch-Information“ bezeichnete Tangermann Darstellungen, nach denen der Überhang bei den Schulanmeldungen für Trupermoor im Sweco-Gutachten zur Entwicklung der Schülerzahlen bekannt gewesen sei. Das Gutachten sei noch einmal überarbeitet worden, nachdem die Gemeinde ihre Planungen für weitere Neubaugebiete zurückgestellt habe. Nicht richtig sei es auch, dass man die Hinweise der Trupermoorer Schulleiterin auf den Engpass im Herbst ignoriert habe. „Es war bis zuletzt viel Bewegung bei den Schülerzahlen drin. Es ging mal rauf und mal runter“, berichtete Tangermann.

Diese Sicht der Dinge wollten Eltern und auch die Ratsleute von SPD, Grünen und Linken nicht einfach schlucken. Reinhard Seekamp (Linke) machte klar, dass er sich nicht länger vertrösten lassen will, wenn es um aktuelle Zahlen zur Schulanmeldung geht. „Im Zweifel reicht der Blick ins Melderegister. Bei einer rechtzeitigen Information wäre vielleicht noch eine andere Lösung möglich gewesen. Die Verwaltung nimmt der Politik jeden Handlungsspielraum.“ Oliver Blau (SPD) sagte, er habe das Gefühl, dass im Rathaus die Dinge ausgesessen würden, bis nichts mehr gehe, und dann bitte die Verwaltung um Verständnis für die Situation. Alarmzeichen wie die Bautätigkeit in Trupermoor seien ignoriert worden. Meike Artmann (Grüne) fragte sich, warum die Verwaltung ihre Kalkulation nicht darauf ausrichte, was im schlimmsten Fall passieren könne. Darauf entgegnete der Bürgermeister, man könne ja schlecht neue Klassenzüge schaffen, weil eventuell jemand dazu komme. „Der Rat würde mich dann mit Recht fragen, ob ich noch ganz sauber ticke. Ich muss für alle Grundschulen eine vernünftige Auslastung organisieren.“ Im konkreten Fall habe man gehofft, ohne Änderungen des Einzugbezirks durchzukommen.

Der Gemeindeelternrat zweifelt indes daran, dass es mit einer Änderung des Schuleinzugsbezirks getan sein wird. Auch jetzt sei alles so knapp kalkuliert, dass schon bald die nächste Änderung notwendig sein könnte. Die Eltern verlangen Kontinuität. Für das Schuljahr 2020/21 müsse frühzeitig mit den Planungen begonnen werden, um weiteren Kindern eine solche Situation zu ersparen.


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Leserkommentare
elfotografo am 22.10.2019 18:55
"Es ist doch ein Märchen, dass man mit einer Loge Geschäftskontakte akquiriert oder pflegt, geschweige denn Geschäfte abschließt."

Haben ...
FloM am 22.10.2019 18:51
@gorgon1:
Abgedroschen ist es den x-ten Kommentar mit undifferenzierten Anschuldigungen zu schreiben.

Die Erkenntnis, daß man Teil ...