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Artfestival Worpswede
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Wie viel Dorf verträgt Kunst?

Cornelia Hagenah 22.09.2019 0 Kommentare

Artfestival Worpswede: Volker Schwennen mit seiner Partnerin Marie S. Ueltzen, die ihn bei der Ausstellung tatkräftig unterstützt.
Artfestival Worpswede: Volker Schwennen mit seiner Partnerin Marie S. Ueltzen, die ihn bei der Ausstellung tatkräftig unterstützt. (Cornelia Hagenah)

Worpswede. Es war die Umkehrung des Satzes „Wie viel Kunst verträgt ein Dorf?“, die Volker Schwennen als Anlass für die aktuelle Gruppen-Ausstellung „Lebe Dein Aendern“ in der Galerie Altes Rathaus nahm. Am Sonnabend wurde der vierwöchige Kunstmarathon mit eng getaktetem Begleitprogramm eröffnet. 25 Künstlerinnen und Künstler präsentieren im Rahmen des Randlage Artfestivals ihre Werke in sechs Galerieräumen. Filmabende, Klangperformances, Vorträge, Workshops und Gesprächsrunden ergänzen das Programm. Kunstinteressierte haben bis zum 20. Oktober täglich die Möglichkeit, sich einzelnen Kunstwerken oder Thematiken zu widmen. Ein spannendes Experiment, das die Worpsweder oder auch Menschen aus der Umgebung fordert, fördert oder vielleicht auch überfordert.

In kurzer Zeit hat Volker Schwennen, mit tatkräftiger Unterstützung seiner Partnerin Marie S. Ueltzen, ein komlexes Ausstellungskonzept mit zahlreichen Akteuren entwickelt. Ausgehend von der Frage „Wie wohnen, wie arbeiten, wie leben wir in Zukunft?“ ist ein Fragenkatalog entstanden, der auf vielschichtige Weise aktuelle Themen in zahlreichen Kunstwerken visuell erfahrbar macht.

Während ein kleiner Raum in eine Art Wohnzelle umgewandelt wurde, ist der große Eingangsraum der Galerie eher in einen Aufenthaltsraum umfunktioniert worden. Eine kleine Bühne, die nicht nur bei der Vernissage als Podium dient, darauf zwei Sessel, die auch in den nächsten Wochen Gäste willkommen heißen. Ein Haltestellenschild hoch oben an der Wand mit der Aufschrift „Sinnproduktion“ verdeutlicht: Hier soll man sich aufhalten. Hier kann sich ausgetauscht werden. In dem kleinen Nebenraum mit der Installation „Tiny Residence“ ist alles auf das Notwendigste reduziert, doch: Will man so leben?

Ausgehend von den Veränderungen im Leben entstand vor einiger Zeit bei Volker Schwennen die Idee zur Ausstellung. Lebensräume werden enger, neue Wohnideen werden entwickelt, die Anforderungen an die Gesellschaft und das Individuum steigen. In Zeiten der Digitalisierung mit nahezu unbeschränktem, aber ungefiltertem Zugang zu den Medien fällt manch eine Orientierung schwer. Auch die Ausstellung selbst wirft so manche Irritation auf und soll es wohl auch. So möchte Schwennen mit den 25 Künstlerinnen und Künstlern, die in Worpswede, aber auch in Bremen, Hamburg und Braunschweig leben, unterschiedliche Positionen zeigen, Debatten anstoßen und vor allem die aktuelle Kunstproduktion hervorheben, die im Künstlerort immer noch unter dem Erbe der Alten Meister leidet.

In erster Linie gehe es um die Kunst und das einzelne Werk, in zweiter um die Thematisierung von Wohn- und Lebensraum und auch um die Frage, wie wir eigentlich leben wollen, so Schwennen.

Spannend ist im hinteren Bereich der kleine Raum in dem 18 Künstlerinnen und Künstler ihre Werke auf kleinstem Raum arrangiert haben. Das Auge des Betrachters muss sich ein wenig durch die Anhäufung von unterschiedlichen Techniken und Thematiken hindurcharbeiten, immer auf der Suche nach Orientierung und Struktur. Und eben genau hinschauen, auch im Nebenraum, denn was vermeintlich als Food-Fotografie auf den ersten Blick ästhetisch anmutend erscheint, sind tatsächlich organische Abfälle von Lebensmitteln, die als Serie abgelichtet wurden.

Um sich intensiver mit den einzelnen Kunstwerken zu beschäftigen, bieten die Künstler Gespräche über das jeweilige ausgestellte Kunstwerk an. Darüber hinaus bietet ein Katalog im Taschenbuchformat Orientierung.

Der Eintritt zur Ausstellung „Leben Dein Aendern“ in die Galerie Altes Rathaus in Worpswede ist frei. Die Ausstellung ist dienstags bis freitags von 14 bis 18 Uhr geöffnet sowie sonnabends und sonntags von 12 bis 18 Uhr. Weitere Veranstaltungen können kostenpflichtig und unter www.kw-randlage.de gebucht werden. Der Katalog zur Ausstellung kostet 5 Euro.


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Leserkommentare
bremenkenner am 21.10.2019 18:08
Leider sehen das hier sehr viele genau anders herum und sind im festen Glauben dass Afrika zig mal in Europa reinpasst. Und viele Afrikaner glauben ...
peteris am 21.10.2019 17:36
Der Erdteil Afrika ist so groß, da passt Europa zig mal rein.

Es fallen dort nicht überall den Menschen Bomben auf den Kopf. ...