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IGS Lilienthal wird „Umweltschule“
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Zwei Tage ohne Müll – gar nicht so leicht

Undine Zeidler 13.10.2017 0 Kommentare

Lilienthal IGS wird Umweltschule v.l. Tessa Kück Lena Mahrtens
Die IGS Lilienthal darf sich ab sofort "Umweltschule in Europa" nennen. Tessa Kück und Lena Mahrtens nahmen den Preis stellvertretend für alle Schüler entgegen und nicht nur sie sind dadurch motiviert, künftig noch mehr in Sachen Umweltschutz in ihrer Schule und daheim zu tun. "Wir machen auf jeden Fall weiter", kündigt Schulleiterin Karina Kögel-Renken an. (Hans-Henning Hasselberg)

Lilienthal/Grasberg. „Wir waren sehr aufgeregt“, gestehen Lena und Tessa mit einem breiten Lächeln. Stellvertretend für ihre Schule und die Schüler der Jahrgänge Heinrich, Otto und Clara haben die beiden Achtklässlerinnen gemeinsam mit ihrer Lehrerin Elke Schirmacher-Münster eine Auszeichnung entgegengenommen. Die IGS Lilienthal darf sich fortan als eine von 21 niedersächsischen Schulen „Umweltschule in Europa“ nennen. Aus dem Kiekebergmuseum vor den Toren Hamburgs brachten die Mädchen auch eine Fahne mit dem entsprechenden Logo mit. Dieser Umweltpreis stellt keinen Projektabschluss dar. „Wir machen auf jeden Fall weiter“, sagt Schirmacher-Münster. Und ausgehend vom Thema Müll werde das Augenmerk künftig auf die Bereiche Konsum und Klimawandel gerichtet. 

Auf einer Fortbildung kamen drei Lehrer der IGS auf die Idee, am Projekt Umweltschule teilzunehmen. Sechs Wochen stand der Müll im Mittelpunkt des Projektunterrichts mit Schwerpunkt Recycling und ökologischer Fußabdruck und dem Zusammenhang zwischen Verpackungen und Klima.

Essensreste im Gelben Sack

Die Schüler begannen mit „Lebensmittel – nichts für die Tonne“. Da besuchten Lena und Tessa die siebte Klasse. Auf einer Klassenfahrt trugen die Schüler unter Anleitung ihres Lehrers Nicolas Hussain auf einer Klassenfahrt nach dem Frühstück die Essensreste zusammen und waren selber über die Menge überrascht. Zurück in der Schule inspizierten sie ebenfalls den Müll. Lena erinnert: „Wir haben auch mal Müllsäcke ausgekippt.“ Schließlich gehöre in die Gelben Säcke kein Brot. Doch genau das fanden sie auch da wieder: Essensreste. Die Schule hat ihren Preis offenbar zurecht bekommen, denn Elke Schirmacher-Münster sagt: „Das hat sich geändert.“ Nun gebe es beispielsweise eine Schülerinitiative, die sich in der Mensa um die Mülltrennung kümmere. Von dem Domino-Effekt schwärmt dementsprechend auch Schulleiterin Karina Kögel-Renken: „Toll ist, was das Konzept nach sich zieht.“

Für die Schulcafeteria solle beispielsweise überlegt werden, die bisherigen „Safttüten, die umwelttechnisch problematisch sind, vielleicht gegen andere auszutauschen“. Die Schüler sollen ebenfalls in Sachen Müll aufeinander achten, und der Hausmeister habe im Testlauf Müllbehälter mit größeren Öffnungen aufgestellt. Das erhöht die Trefferquote der Weitwurfspezialisten. Außerdem werden die Schüler jetzt in der Schule konsequenter dazu angehalten, den Papiermüll in die entsprechende Tonne zu bringen, ergänzt Schirmacher-Münster. „Mülltrennung“, gebraucht Kögel-Renken als Grundgedanken für das, was den Schülern vermittelt werden solle.

„Man achtet jetzt schon mehr darauf, ob man was noch essen kann“, beschreibt Tessa den Wechsel ihrer Sichtweise durch dieses Projekt. Lena rät: „Man sollte sich nicht so viel Essen einpacken. Lieber nur ein Brot.“ Welche fatalen Folgen Plastikmüll in der Natur hat, weiß die Schülerin ebenfalls: „Eine Chipstüte braucht 80 Jahre, bis sie zersetzt ist.“ Eine Plastikflasche benötige fast 500 Jahre. Das habe sie im Projekt gelernt. Wer das weiß, wirft den Abfall nicht mehr achtlos weg. Die Lehrerin ergänzt: „Jeder entscheidet selbst, wann etwas zu Müll wird.“ Lena erzählt dazu: „Wir wollten mal zwei Tage ohne Müll auskommen.“ Lachend gibt sie zu: „Aber das hat nicht geklappt.“

Doch das Bewusstsein wächst. So lässt sich beispielsweise die Verpackung von Obst und Gemüse am besten sparen, wenn es im eigenen Garten wächst. Genau das tut es im Garten der IGS, so Schulleiterin Kögel-Renken. Dort hat ein Wahlpflichtkursus Kartoffeln angebaut. Eine andere Klasse züchte auf ihren Fensterbänken Salat und Kräuter. Am Grundgedanken des Umweltschutzes lässt sie darum keinen Zweifel. „Ich denke schon, dass das bei uns fest verankert ist. Die Umweltschule hat nur den Anstoß gegeben.“ Für ihre Kollegin Schirmacher-Münster ist obendrein in Sachen Müllvermeidung klar: „Man muss nur nach Alternativen suchen.“ Das tut eine Gruppe von Schülern in einem weiteren Projekt. Aus Kartoffelstärke, Natron und Wasser wollen sie Tüten herstellen. Und Tessa sagt nachdenklich: „Ich glaube, wir probieren es nochmal zwei Tage ohne Müll.“


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Leserkommentare
suziwolf am 23.10.2019 17:47
Diese
,langsame und (auch) demonstrierende‘ Dame
war sich sicherlich darüber im Klaren,
dass 15km/h für einen 🚴🏿‍♀️ ganz schön ...
FloM am 23.10.2019 17:45
"Da sind wir wir letztlich recht nah beieinander"
Häufig ist das so, wenn man erst mal mehr als 140 Zeichen miteinander ausgetauscht hat ...