Landkreis Osterholz Zentrum für alte und neue Medien eröffnet

Landkreis Osterholz. Die Mensa ist seit nunmehr zwei Monaten in Betrieb; jetzt haben im Medienhaus im Campus neben der Kreis- und Stadtbibliothek auch das Kreisarchiv und die ehemalige Kreisbildstelle ihre Türen geöffnet.
06.04.2013, 05:00
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Zentrum für alte und neue Medien eröffnet
Von Bernhard Komesker

Landkreis Osterholz. Besser spät als nie: Die Mensa ist seit nunmehr zwei Monaten in Betrieb; jetzt haben im Medienhaus im Campus neben der Kreis- und Stadtbibliothek auch das Kreisarchiv und die ehemalige Kreisbildstelle ihre Türen geöffnet. Aus dem bunten Neubau beim Allwetterbad ist damit ein modernes Zentrum für geballte Medienkompetenz geworden.

Am Barkhof 10a: So lautet neuerdings die Postanschrift von Medienzentrum und Kreisarchiv. Beide Einrichtungen, die früher an der Bahnhofstraße ansässig waren, haben in dieser Woche ihren ersten Öffnungstag in den neuen Räumen erlebt, desgleichen die Kreis- und Stadtbibliothek (wir berichteten). Heike Schumacher, kommissarische Chefin der Osterholzer Kreisverwaltung, sagte gestern am Rande eines Rundgangs: "Wir freuen uns total und wünschen uns jetzt ganz viel Lebendigkeit in diesem Haus."

Hauptzielgruppe des Kreismedienzentrums (vormals Kreisbildstelle) sind Lehrer und Erzieher sowie Schüler- und Jugendgruppen der Kirchen und Vereine. Sie können Filme und andere Unterrichtsmedien nicht nur ausleihen, sondern auch selbst produzieren. Während sich Mitarbeiterin Susanne Robke um den pädagogischen Part etwa auch bei Kollegiumsfortbildungen kümmert, gilt ihr Kollege Olaf Haschke als der Technik-Spezialist. Beide begleiten und beraten interessierte Kleingruppen etwa auch bei deren eigenen Audio- oder Videoproduktionen.

Allerhand Hard- und Software

Es stehen mehrere PC-Arbeitsplätze mit Schnittsoftware zur Verfügung, ganze Kamera-Sets mit Licht- und Mikro-Technik können ebenso ausgeliehen werden wie Wiedergabegeräte, Fernseher, Projektoren, Beamer und mehr. Neben einer eigenen Kita-Mediathek etwa für die Sprachförderung im Vorschulbereich sind fast 2000 DVD-Filme nebst ganzer Unterrichtseinheiten für den didaktischen Einsatz ausleihbar: Im Selbstlerncenter gleich neben der Bücherei können sie ausprobiert und angesehen werden; einige Streifen stehen auf dem Bildungsserver des Landes (www.merlin.nibis.de) auch online zur Verfügung.

"Wir sind aber keine Videothek", betont Robke. Die medienpädagogische Beraterin kommt zu Lehrerfortbildungen auch in die Schulen, schult die Pädagogen im Einsatz sogenannter Whiteboards. Zwei verschiedene Modelle dieser interaktiven Tafeln stehen zu Schulungszwecken auch im Medienzentrum. "Die Nachfrage ist unverändert groß", bestätigt die Pädagogin. Im Kern gehe es vor allem darum, dass Lehrer und Schüler lernen, die mobilen Endgeräte sinnvoll fürs Lehren und Lernen zu nutzen.

Britta Weidling vom Amt für Bildung erhofft sich einen neuen Schub für die Medienkompetenz. Der neue Standort, der am 18. April eingeweiht wird, solle ein wichtiger außerschulischer Lernort sein, der sich an viele Zielgruppen richtet und der – wenn demnächst der Aufzug funktioniert – auch endlich barrierefrei sein werde.

Das gilt auch für das Kreisarchiv nebenan im ersten Stock, das nach achtmonatiger Zwangspause nun auch wieder Publikumsverkehr anbieten kann. Die kommunalen und kirchlichen Personenstandsbücher, Verwaltungsakten und Gesetzestexte lagern zwar mit fast 4000 historischen Fotos und sogenannten Realien im Parterre. Der Besucherbereich jedoch lädt nun förmlich dazu ein, sich in Ruhe in die teils analogen, teils digitalisierten Quellen zur Regionalgeschichte zu vertiefen.

Eine Präsenzbibliothek mit Lexika, Wörterbüchern und Chroniken sowie ein Reader-Printer zum Ausdruck mikroverfilmter (Zeitungs-)Seiten sind dort ebenso zu finden wie ein ganzes Akten-Regal des Stadtchronisten Reelf Menkhoff. Kreisarchivarin Gabriele Jannowitz-Heumann erklärt, Anfragen kämen nicht nur von Gerichten und Nachlassverwaltern, sondern zunehmend auch von privaten Familienforschern. Ihnen steht sie mit Rat und Tat zur Seite, um etwa auch Rechercheaufträge per Archivnachfrage zu starten. Zu deren Vorbereitung empfiehlt die Archivarin einen Internetbesuch bei den Online-Findebüchern unter www.archivportal.niedersachsen.de.

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