Arbeitskreis III des Seniorenbeirats informiert sich über die Lilienthaler Alzheimer Gesellschaft

Ziel: Krankheitsverlauf verzögern

Alzheimer ist eine nicht heilbare Erkrankung. Der Krankheitsverlauf kann aber, wenn mit einer Therapie frühzeitig begonnen wird, verzögert werden. Welche Hilfen es außerdem für Angehörige gibt, darüber informierte die Lilienthaler Alzheimer Gesellschaft den Arbeitskreis III des Seniorenbeirates.
12.11.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Ziel: Krankheitsverlauf verzögern
Von Peter Hanuschke

Alzheimer ist eine nicht heilbare Erkrankung. Der Krankheitsverlauf kann aber, wenn mit einer Therapie frühzeitig begonnen wird, verzögert werden. Welche Hilfen es außerdem für Angehörige gibt, darüber informierte die Lilienthaler Alzheimer Gesellschaft den Arbeitskreis III des Seniorenbeirates.

Lilienthal. Die Alzheimererkrankung wird nach der gegenwärtigen Gerontopsychiatrie in vier Phasen eingestuft. Bei einer frühen Diagnose kann der Krankheitsverlauf verzögert werden. Das erfuhren die Mitglieder des Arbeitskreises III des Seniorenbeirates von Ingeborg Manowski, zweite Vorsitzende der Lilienthaler Alzheimer Gesellschaft, die sich zur Aufgabe gemacht hat, allen Betroffenen Hilfe und Unterstützung zu ermöglichen. Der Arbeitskreis III ist so eine Art Bindeglied und kümmert sich um die Situation der älteren Mitbürger in der Pflege sowie im Gesundheitsbereich und informiert über Angebote der ambulanten und stationären Altenhilfe. Außerdem setzt er sich ein für die Zusammenarbeit mit Einrichtungen und Anbietern der Pflege und Altenhilfe.

Ingeborg Manowski wies in ihrem Vortrag darauf hin, dass die Menschen heute älter werden als noch vor 100 Jahren und somit die Gefahr, an einer Demenz zu erkranken, gestiegen ist. Eine Demenz treffe aber nicht nur alte Menschen, auch junge Menschen erkrankten heute häufiger. Dies sei also keine reine Alterserscheinung, wovon aber die Forschung gegenwärtig noch überzeugt sei. In Deutschland leiden zirka 1,2 Millionen Menschen an einer Demenz, wovon etwa 60 Prozent als an Alzheimer Erkrankte eingestuft werden. Da bei einer Demenz keine Heilungschance bestehe, aber bei einer frühen Diagnose der Krankheitsverlauf verzögert werden könne, sollte rechtzeitig mit einer Therapie begonnen werden, riet Manowski. Zudem bedeute eine Demenz eines nahen Angehörigen für jede Familie eine große Belastung.

Die vier Phasen des Krankheitsverlaufes erläuterte Ingeborg Manowski am Beispiel eines Lilienthaler Ehepaares, bei dem der Mann an Alzheimer erkrankte - über die Heimaufnahme bis zum Tod. Im Frühstadium - "Das bedrohte Ich" - trete unter anderem ein Unvermögen auf, Neues zu erlernen. Der Verlust von Gedächtnis, Ungeduld und Ruhelosigkeit seien bezeichnend für das mittlere Stadium - "Das verirrte Ich". Im fortgeschrittenen Stadium - "Das verborgene Ich" - kämen noch weitere Einschränkungen hinzu: Unter anderem trete der Verlust der Darm- und Blasenkontrolle auf, der Erkrankte neige dazu, Angehörige zu beschimpfen und unbeholfene Bewegungen zu machen. Das Endstadium wird als "Das versunkene Ich" bezeichnet. Gekennzeichnet ist es durch die Unfähigkeit zu denken, zu sprechen und sich zu bewegen. Außerdem mache der Erkrankte keine Gefühlsäußerungen mehr.

55-köpfiges Betreuungsteam

Der Krankheitsverlauf zeige, dass die Alzheimer-Erkrankung nicht nur für den Betroffenen selbst belastend sei, sondern auch für die Angehörigen oftmals nicht auszuhalten beziehungsweise die Betreuung nicht leistbar sei. Der gemeinnützige Verein, die Lilienthaler Alzheimer Gesellschaft, hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, allen Betroffenen Hilfe und Unterstützung anzubieten. Derzeit gibt es unter anderem ein 55-köpfiges ehrenamtlich tätiges Betreuungsteam, das 55 Patienten und deren Familien betreut und unterstützt.

Offiziell hat sich die Alzheimergesellschaft 2005 gegründet. Bereits vorher gab es verschiedene Angebote für Demenzkranke und deren Angehörige. Begonnen hatte eigentlich alles mit einer Selbsthilfegruppe für Angehörige von Demenzkranken. Daraus entstand im Januar 2004 das Alzheimer-Café - ein erweitertes Angebot. Um Gäste zu bewirten, Angehörige zu beraten, Erkrankte zu betreuen, wurden viele Helfer benötigt, die sich auch schon bald fanden. "Einige von ihnen besuchten 2004 den Alzheimer Kongress in Lübeck. Mit vielen Ideen im Gepäck kamen sie begeistert zurück und richteten erstmalig in dem Jahr in Lilienthal eine Veranstaltung zum Weltalzheimertag aus", heißt es unter www.alzheimer-gesellschaft-lilienthal.de auf der Internetseite.

Der Weltalzheimertag 2005 wurde gemeinsam von ehrenamtlichen Mitarbeiter des Cafés und den Angehörigen gestaltet. Im Anschluss entstand die Idee, die Gesellschaft zu gründen. Telefonisch ist sie unter 0173/6784777 zu erreichen.

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