Neuer Deich

Zum Schutz vor dem Hochwasser

In Oiste in der Gemeinde Blender ist ein rund 700 Meter langer neuer Deich entstanden. Die Arbeiten an einem zweiten Abschnitt sollen im August starten.
11.07.2018, 16:42
Lesedauer: 2 Min
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Zum Schutz vor dem Hochwasser
Von Onno Kutscher

Blender-Oiste. Unbarmherzig prasselt der Regen an diesem Tag auf die Erde nieder. Nicht gerade das passende Wetter für einen Spaziergang oder sonst irgendeine Aktivität im Freien. Und doch hat sich eine Schar von Menschen in Oiste in der Gemeinde Blender zusammengefunden, um den Wassermassen zu trotzen. Das hat aber auch einen triftigen Grund. Denn die Deichbauarbeiten von der Flutbrücke an der Landesstraße 203 bis hin zum Nordfeldweg sind nun abgeschlossen. Und so sind es Vertreter des Mittelweserverbandes, des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz (NLWKN), des Amtes für regionale Landesentwicklung Lüneburg (ArL), des Landkreises Verden und die ausführende Baufirma Mittelweser-Tiefbau aus Warpe, die sich zur Abnahme der Arbeiten zusammengefunden haben.

„Es ist immer ein beruhigendes Gefühl, wenn die Deiche neu sind“, sagt Peter Neumann, Geschäftsführer des Mittelweserverbandes, während er sich die fertigen Arbeiten anschaut. Rund 700 Meter ist er lang, dieser Deichabschnitt in unmittelbarer Nähe zur Weser. Im August des vergangenen Jahres hatten die Arbeiten begonnen. „Es hat alles prima funktioniert und der Zeitplan konnte eingehalten werden. Und das trotz des schlechten Wetters im Sommer und Herbst 2017“, sagt Neumann. „Wir hatten im Januar schon leichtes Hochwasser. Es ist daher sehr gut, dass dieser Abschnitt jetzt fertig ist.“

Der Mittelweserverband ist insgesamt für 52 Kilometer linksseitige Weserdeiche zuständig. Das deichgeschützte Gebiet umfasst demnach insgesamt rund 35 000 Hektar.

„Der alte Deich an dieser Stelle“, so berichtet Neumann, „entsprach nicht mehr dem neuesten Stand der Technik.“ Neu ist jetzt aber nicht nur der Deich selbst, sondern auch ein Deichverteidigungsweg. Vorher reichte der Acker bis an den Böschungsfuß des Deiches heran. „Durch diesen Weg wird eine mögliche Deichverteidigung natürlich einfacher. Vorher war das nur schwer oder gar nicht möglich.“

Dieser aus Beton gefertigte Weg sei allerdings nicht öffentlich, betont Neumann. Neben dem Deich befindet sich wiederum ein sogenannter Deichseitengraben mit Dränage, um so das Sickerwasser kontrolliert abzuleiten.

So ein neuer Deich muss aber natürlich auch gepflegt werden. „Da sind Schafe die beste Wahl“, weiß Neumann zu berichten. „Sie sollen künftig auch auf diesem Abschnitt das Gras kurz halten.“

Die Gesamtkosten für diesen nun fertiggestellten Deichabschnitt liegen laut Mittelweserverband bei rund 600 000 Euro. Die Kosten wurden durch EU-Gelder gestemmt. Hergestellt wurde der Deich übrigens aus Kleie und Sand aus einer Bodenentnahmestelle in Reer (Intschede). Insgesamt rund 7000 Kubikmeter wurden dort für dieses Projekt bisher entnommen und das soll noch nicht das Ende sein, denn es folgt noch ein weiterer Deichabschnitt. Dieser reicht dann vom Nordfeldweg bis hin zum Weg zum Holderneß, also immer noch in der Ortslage Oiste. Der dann entstehende Deich hat eine Länge von etwa 600 Metern. „Die öffentliche Ausschreibungen hat bereits stattgefunden und die Baufirma steht in den Startlöchern“, berichtet Neumann, der hofft, dass die Arbeiten bereits Mitte August beginnen können.

Auch für diesen Deichabschnitt soll der erforderliche Boden wieder aus Reer kommen. „Wir bitten die Anwohner daher um Verständnis für die notwendigen Transporte im Sommer.“ In diesem Zusammenhang wies der Geschäftsführer des Mittelweserverbandes auch noch einmal darauf hin, dass die Bodenentnahmestelle im Anschluss an die Arbeiten renaturiert werden soll.

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