Zwei Ferienwohnungen im Künstlerhaus von Willi Ohler

Worpswede. Ganz oben auf dem Findorffberg baute der Worpsweder Maler und Keramiker Willi Ohler 1926 zunächst seine Töpferwerkstatt und 1930 sein Wohnhaus. Jetzt hat der Künstlerenkel Torsten Petersen, promovierter Kaufmann mit Wohnsitz in der Schweiz, in dem historischen Gebäude zwei Ferienwohnungen eingerichtet. So können Gäste Kunst, Kultur und Natur genießen. Nebenan freut sich die Kunsthandwerkerin Hannelore Caspar in ihrer Töpferei auf Besuch.
03.04.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Peter Erdmann

Worpswede. Ganz oben auf dem Findorffberg baute der Worpsweder Maler und Keramiker Willi Ohler 1926 zunächst seine Töpferwerkstatt und 1930 sein Wohnhaus. Jetzt hat der Künstlerenkel Torsten Petersen, promovierter Kaufmann mit Wohnsitz in der Schweiz, in dem historischen Gebäude zwei Ferienwohnungen eingerichtet. So können Gäste Kunst, Kultur und Natur genießen. Nebenan freut sich die Kunsthandwerkerin Hannelore Caspar in ihrer Töpferei auf Besuch.

Das zweistöckige Bauwerk am Susenbarg mit Atelier unterm Dach konzipierte der Künstler, der von 1888 bis 1975 lebte, aus Hanau stammte und in Berlin neben Kunst auch Architektur studierte, so, dass den ganzen Tag die Sonne in die Räume scheint. Von dort hatte er einen einmaligen Blick über die Hammeniederung bis nach Bremen. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Ohlers Tochter Lotte Petersen, Patenkind von Bernhard Hoetger, wohnte mehr als 50 Jahre im ziegelrot und blau gestrichenen Elternhaus, nah am Zentrum des Künstlerdorfes und doch einsam gelegen.

Nach dem Tod der Mutter - sie starb im Juni 2011 mit 87 Jahren - stand der Sohn vor der Frage: "Was wird aus dem Haus?" Der 57-jährige Manager einer Schweizer Investment-Gesellschaft mit Sitz in Herisau am Bodensee, der sich geschäftlich auch häufig in Norddeutschland aufhält, entschied sich, das Haus seiner Eltern und Großeltern, in seinen Augen "ein Juwel", zu behalten und von Grund auf zu sanieren. So entstanden in den vergangenen neun Monaten zwei je 90 Quadratmeter große Ferienwohnungen.

Unterm Dach, im ehemaligen Atelier des Großvaters, der gemeinsam mit Hoetger die "Worpsweder Kunsthütten" betrieben hatte, richtete sich der Single zudem ein eigenes Appartement ein. Etwa eine Viertelmillion Euro hat Torsten Petersen in das geerbte Haus mit angrenzender Töpferwerkstatt und großem Garten investiert. Mauern seien versetzt worden, und er habe sowohl die Elektrik als auch die Heizkörper komplett austauschen lassen. "Betriebswirtschaftlich rechnet sich das Ganze zwar nicht", teilte er mit, "aber dafür ist ein Gesamtkunstwerk erhalten geblieben." Die geräumigen und sonnigen Gästeunterkünfte mit dreieinhalb oder vier Zimmern, offener Wohnküche, Bad und Terrasse oder Balkon - im Erdgeschoss befindet sich die "Bernhard-Hoetger-Wohnung", darüber die "Lotte-Petersen-Wohnung" - sind modern eingerichtet und mit einer Vielzahl von Ölbildern, Aquarellen mit Pflanzenmotiven sowie Keramiken Willi Ohlers ausgestattet. Zudem hängen an den Wänden, die ursprünglich aus Lehm bestanden,

Fotos von Rudolf Dodenhoff und Fritz Uphoff. Erhalten geblieben sind im Willi-Ohler-Haus, dessen Fassade mit kunstvollen Keramiken verziert ist, sowohl die Holzdielen als auch die Treppen.

Torsten Petersen, für den der Betrieb von Ferien-Appartements völliges Neuland ist, sieht im Erhalt und in der Unterhaltung des historischen Gebäudes "eine Würdigung" seines Großvaters und seiner Mutter. "Die Gäste sollen sich hier wohl fühlen, Worpswede genießen und das Haus weiterempfehlen", sagte er bei der Einweihung vor geladenen Gästen, darunter Worpswedes Ortsvorsteher Willi Seidel und Vertreterinnen aus der Tourismusbranche.

Nähere Auskünfte zum Willi-Ohler-Haus unter Telefon 04792/7132, per E-Mail unter kontakt@willi-ohler-haus.de, auf der Internetseite www.willi-ohler-haus.de oder bei der Worpsweder Gästeinformation unter www.worpswede.de.

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