Jugendpflege macht täglich offenes Angebot / Neuer Name und Logo sollen Wahrnehmung verbessern

"Zweites Elternhaus" soll bekannter werden

Harpstedt. "Wie ein zweites Elternhaus" ist die Jugendpflege Harpstedt für manche Kinder und Jugendlichen - meinen zumindest die beiden Jugendpfleger Annelen Voß und Markus Pieper. Trotzdem sei das Angebot vielen Erwachsenen und selbst manchen Jugendlichen unbekannt. Das soll sich jetzt ändern, unter anderem mit einem den Jugendlichen vom Mund abgeschauten Rufnamen und einem Logo.
03.01.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Ute Winsemann

Harpstedt. "Wie ein zweites Elternhaus" ist die Jugendpflege Harpstedt für manche Kinder und Jugendlichen - meinen zumindest die beiden Jugendpfleger Annelen Voß und Markus Pieper. Trotzdem sei das Angebot vielen Erwachsenen und selbst manchen Jugendlichen unbekannt. Das soll sich jetzt ändern, unter anderem mit einem den Jugendlichen vom Mund abgeschauten Rufnamen und einem Logo.

Im Prinzip ist an jedem Wochentag ab 10.30 Uhr jemand in den Räumen der Jugendpflege in der Delmeschule zu finden. Die Schüler ab der fünften Klasse trudeln jedoch im Allgemeinen erst ab 12 Uhr ein. Montags, dienstags und mittwochs können die Ganztagsschüler in der Pausenhalle zu Mittag essen - und Annelen Voß wundert sich immer wieder, "mit welcher Ruhe und Gelassenheit" die Mahlzeiten ablaufen. Über Mittag, bevor die Arbeitsgemeinschaften anfangen, machen die Jugendpfleger oft auch kreative Angebote - "im Dezember haben wir sehr intensiv Plätzchen gebacken", erzählt Markus Pieper.

Nach Schulschluss ist der offene Bereich wiederum Anlaufstation für die Schüler. Manche verbringen dort nur die Zeit, bis der Bus fährt. Andere bleiben, bis abends um 19 Uhr Schluss ist. Die Besucher können Tischtennis, Tischfußball oder Billard spielen, an mehreren Computern im Internet surfen, chatten oder etwas für die Schule erledigen oder auch in der stark beanspruchten und entsprechend schon des öfteren reparierten Kuschelecke mit anderen zusammenhocken, "bis die Möbel fliegen", wie Markus Pieper schildert - "das ist 'ne andere Form von Ausruhen". Im Sommer wird auch die Skateanlage viel genutzt - wobei Markus Pieper für die nächste Saison auf einige Veränderungen hofft, da derzeit Kunststücke mit BMX-Fahrrädern besonders angesagt sind, für die es neue Vorrichtungen braucht.

Gesetzlich bis 25, tatsächlich bis 17

Zur Jugendpflege gehören neben dem täglichen Angebot in der Delmeschule auch noch die wöchentlichen Jugendtreffs in Dünsen und Kirchseelte sowie der gegenwärtig aus personellen Gründen brachliegende Treff in Colnrade, der noch vor den Osterferien wieder anlaufen soll. Dem gesetzlichen Auftrag nach ist die Jugendpflege für junge Menschen bis zu 25 Jahren zuständig. Tatsächlich aber seien die ältesten Besucher 17 Jahre alt, sagen Annelen Voß und Markus Pieper. Bei den meisten ergebe sich ein Einschnitt durch das Ende der Schulzeit. Wenn sie beispielsweise in einer betrieblichen Ausbildung seien, kämen sie nicht nur später nach Hause, sondern seien auch zu kaputt, um noch viel zu unternehmen.

Vorher allerdings spreche die Jugendpflege nicht etwa nur Schüler der gegenüberliegenden Haupt- und Realschule an. Vielmehr nutzten auch Gymnasiasten, die in Wildeshausen zu Schule gehen, die Gelegenheit, sich in den Räumen mit ihren Freunden zu treffen. Und die Attraktivität beschränke sich auch nicht auf den Flecken; Fahrschüler aus anderen Orten gehörten ebenso zu den Gästen.

Trotzdem dürfte das Angebot für den Geschmack der Jugendpfleger gern noch bekannter sein. Manche Eltern seien ganz verwundert - was ihren Kindern alles geboten werde und dass sie dafür noch nicht mal bezahlen müssen. Die mangelnde Wahrnehmung sehen die Jugendpfleger nicht nur in der Unterbringung im Schulkomplex begründet - der insgesamt durch enge Anbindung und kurze Wege viele Vorteile habe -, sondern auch im ihrer Ansicht nach "wenig griffigen" Namen. Jugendpflege, das klinge eben nach Verwaltung und nicht nach Kicker, Computer und Sofa.

Deshalb eifert die Jugendpflege jetzt der "Betreuung nach der Schule" nach, die sich seit kurzem "Happy Kids" nennt, und gibt sich einen neuen Namen. Der alte bleibt zwar, weil er im Gesetz steht. Aber da die Jugendlichen ohnehin nur von der "Ju" sprechen, soll sie jetzt auch so heißen. Vielmehr "JuH". Das stumme H steht für Harpstedt. Das dazugehörige Logo in Comic-Manier zeigt eine Hand mit erhobenem Daumen. Er soll die Arbeit der Jugendpflege symbolisieren, "die den jungen Menschen ein Zeichen für das kommende Leben geben möchte".

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