Mike Kunz bringt auf zweiter „Hude-Africar“-Tour wieder Spenden nach Gambia / Copilot kurzfristig verhindert Zwischen Feldbett und Fliegenklatsche

Zum zweiten Mal ist der Huder Mike Kunz gestern zur „Hude-Africar“-Tour gestartet. Über rund 7500 Kilometer will er Spenden nach Gambia bringen.
07.02.2014, 00:00
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Von Ute Winsemann

Zum zweiten Mal ist der Huder Mike Kunz gestern zur „Hude-Africar“-Tour gestartet. Über rund 7500 Kilometer will er Spenden nach Gambia bringen.

Diesmal gehören Fliegenfänger und auch eine Klatsche zum Gepäck. Ansonsten aber bleibt vieles zu Hause, was vor zwei Jahren noch dabei war. „Da hatten wir sogar noch eine Kaffeemaschine mit“, erinnert sich Mike Kunz. „Aber sowas braucht man alles nicht. Ein Gaskocher, das reicht.“ Die Erfahrungen, die der 42-Jährige auf seiner ersten „Hude-Africar“-Tour gesammelt hat, kommen ihm jetzt zugute. Seit gestern morgen ist er erneut unterwegs. Mit einem Transporter bringt er wieder Spenden von Hude bis in die gambische Hauptstadt Banjul.

Rund 7500 Kilometer liegen vor ihm. Die Route führt erst einmal über Frankreich nach Spanien. Von dort setzt der Huder auf den afrikanischen Kontinent über, den er in der nordmarrokanischen Stadt Tanger betreten will. Dann erreicht er bald schon die Sahara – da muss er durch. Jenseits der Wüste folgt die Sahelzone. „Mauretanien, Senegal, und dann kommt auch schon Gambia“, sagt Mike Kunz so, als wäre es nur ein Katzensprung.

Für den hat er aber doch vier Wochen eingeplant, die meiste Zeit natürlich für den Hinweg und ein bisschen noch, um die Spenden persönlich bei mehreren örtlichen Projekten abzuliefern. An Bord hat er unter anderem Medikamente, Kinderspielzeug, Malbücher und Stifte sowie allein eine Dachbox voller Werder-Artikel. Die Trikots, Stutzen und Bälle hatte er gerade erst diese Woche bei dem Verein abgeholt. Sie gehen an eine Fußballmannschaft, die Spieler aus verschiedenen Kulturen zusammenbringt. Die anderen Dinge sind für einen Schwesternorden vorgesehen, der ein Kinderhospiz für Opfer von in Afrika weit verbreiteten Krankheiten wie Aids und Hepatitis betreibt, für ein Gesundheitszentrum „mehr oder weniger im Dschungel“, das der umliegenden Bevölkerung medizinische Grundversorgung bietet, für ein Aufklärungsprojekt, das sich der Vorbeugung gegen Aids verschrieben hat, und für eine ehemalige Finanzbeamtin aus Deutschland, die mittlerweile selbst in Gambia lebt und ihrerseits Schulen und Kindergärten unterstützt. Gerade bei ihr wisse er die Spenden in besonders guten Händen, meint Mike Kunz – denn die Genauigkeit aus ihrem früheren Beruf sei immer noch zu spüren. Auch findet er es gut, dass sie die Dinge nicht einfach verschenke, sondern immer eine kleine Gegenleistung fordere – sei es auch nur ein von den Kindern gemaltes Bild.

Rund ein Jahr lang hat Mike Kunz sich auf die Fahrt vorbereitet, vor allem den gebrauchten Transporter – der am Ziel zugunsten der Hilfsprojekte verkauft wird – aufgemöbelt und Spenden gesammelt. Immer mit dabei war sein Freund Andreas Hein. Der hatte sich schon beim ersten Mal als Hauptsponsor betätigt und wollte diesmal eigentlich selbst mitfahren. Alles war schon arrangiert, der Zahnarzt hatte die Zusage seiner angestellten Kollegin, dass sie derweil den Praxisbetrieb aufrechterhält. Aber dann wurde sie schwanger, und das heißt in einem solchen Beruf sofortiges Arbeitsverbot.

Also ist Mike Kunz alleine aufgebrochen. Eventuell holt ihn ein anderer Freund per Flugzeug ein, falls es schnell mit einem Visum klappt. Ansonsten hat Kunz zumindest ab Mauretanien Begleitung. Dort schließt er sich wie beim ersten mal einem Tross aus Dresden an. Dabei, das weiß er schon jetzt, wird er noch mehr Leute treffen, die sich von früheren Strapazen nicht abschrecken lassen. Sondern höchstens eine Fliegenklatsche einpacken.

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