Jazzfest Stuhr

Zwischen Tradition und Neuerungen

Das Jazzfest Stuhr geht in diesem Jahr bereits in seine 20. Auflage. Dafür hat sich der künstlerische Leiter Jens Schöwing etwas ganz Besonderes einfallen lassen.
02.01.2019, 18:46
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Zwischen Tradition und Neuerungen
Von Eike Wienbarg
Zwischen Tradition und Neuerungen

Gilt als eine der führenden kubanischen Jazzpianisten: Jorge Luis Pacheco.

Linh Pham

Stuhr. Das Jahr 2019 ist ein ganz besonderes für das Jazzfest Stuhr. Vom 24. bis 27. Januar geht das kleine Festival bereits in seine 20. Auflage. Jens Schöwing, künstlerischer Leiter der Veranstaltung, blickt freudig auf den runden Geburtstag Ende Januar. „Ich bin total stolz darauf, dass es seit 20 Jahren so zuverlässig läuft“, sagt er. So habe sich das Konzept in den vergangenen Jahren kaum verändert. Der Einzugsbereich hingegen schon. In diesem Jahr gibt es auch eine zukunftsweisende Neuerung.

Während die ersten Auflagen des Jazzfestes vor allem von regionalen Bands aus dem Dunstkreis der Kreismusikschule des Landkreises Diepholz getragen wurden, habe sich das musikalische Einflussgebiet immer wieder erweitert, berichtet Schöwing.

„Das Jazzfest erfreut sich einer steigenden Beliebtheit“, sagt der künstlerische Leiter. Mittlerweile habe es sich zu einer Veranstaltung entwickelt, die über die Grenzen von Norddeutschland bekannt ist. „Die Suche nach Bands ist umfangreicher geworden“, nennt Schöwing ein Beispiel. Stilistisch halte er dabei aber immer am „modernen, zeitgenössischen Jazz“ fest, so der künstlerische Leiter weiter.

Der erste Festivaltag am Donnerstag, 24. Januar, ist auch diesmal traditionell dem Jazz-Nachwuchs vorbehalten. Ab 19 Uhr präsentieren Schüler und Ensembles der Kreismusikschule im Stuhrer Rathaus an der Blockener Straße 6 ihre Unterrichtsergebnisse. Mit dabei sind zum Beispiel das Percussionensemble und die Jazzband der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Brinkum.

Am Freitag, 25. Januar, gibt es dann die erste Neuerung. Ab 11 Uhr bringt Schöwing (Klavier) gemeinsam mit Matthias Entrup (Vibrafon) das Projekt „Bach2School“ mit nach Stuhr. Zusammen mit dem Schlagzeuger Marc Prietzel und dem Bassisten Christian Frank als Quartett Blue Note Bach wollen sie dem Musiker-Nachwuchs die Liedbearbeitung näherbringen. „Das Projekt richtet sich vor allem an Schulklassen“, erklärt Schöwing.

Die Musiker wollen ein „Blick hinter die Kulissen der Musikbearbeitung“ geben. So zeigen sie unter anderem wie ein Menuett von Johann Sebastian Bach im Stil der Rockband AC/DC klingen würde oder wie aus einer Sonate von Ludwig van Beethoven eine Fußballhymne wird.

In dem moderierten Konzert soll ebenfalls eine Art Probesituation gezeigt werden, in der die Musiker erklären, wie echte Jazzer die Stücke bearbeiten, um sie in unterschiedlichen Stilrichtungen zu spielen. Die Veranstaltung ziele vor allem auf ein jüngeres Publikum und die Wissensvermittlung ab, so Schöwing. Der Eintritt beläuft sich auf drei Euro.

Am Abend ab 20 Uhr betreten dann zwei international besetzte Jazz-Combos die Bühne. Den Auftakt macht das Jorge Pacheco Quartett rund um den jungen, kubanischen Pianisten Jorge Luis Pacheco. Er gilt als virtuoser Pianist, Komponist, Arrangeur, Percussionist sowie Sänger und hat bereits weltweit in Jazzclubs und auf Festivals gespielt. „Kuba verfügt über eine große Musiktradition“, sagt Schöwing und Pacheco gelte als einer der führenden Pianisten der dortigen Jazzgeneration.

In Stuhr ist er zu Gast mit Anna-Rabea Pacheco (Gesang), Helmut Reuter (Bass) und Thomas Hempel (Schlagzeug). Zu hören gibt es vom Quartett neben interpretierten Jazz- und Popsongs auch Kompositionen aus der Feder von Pacheco selbst. Seine Musik sei vor allem von den kubanischen Pianisten Gonzalo Rubalcaba und Chucho Valdés beeinflusst.

Den zweiten Teil des Abends bestreiten dann José Díaz de León‘s Pangea Ultima. Die Band bestehend aus José Díaz de León (Gitarre und Gesang), Gerrit von Stockhausen (Flöte und Saxofon), Roman Fuchß (Bass), Antonio Fusco (Drums) und Lukas Meile (Percussion) hat sich laut Schöwing der Weltmusik verschrieben. Sie verbindet dabei „authentische afrikanische Grooves, westliche Harmonik, indische Soundästhetik und lateinamerikanisches Temperament“, heißt es von den Veranstaltern.

Die Musiker bedienen sich der „Sprache des Jazz, um die Überwindung der kulturellen Grenzen hörbar zu machen.“ Die Inspirationen dazu habe Díaz de León bei vielen Reisen durch Afrika, Indien sowie Nord- und Südamerika gesammelt. Der Eintritt am Freitagabend beträgt 15 Euro, ermäßigt zwölf Euro.

Am Sonnabend, 26. Januar, feiert das Jazzfest dann seinen 20. Geburtstag. Dazu hat Jens Schöwing ab 20 Uhr wie schon beim zehnten Geburtstag eine Art All-Star-Riege des Festivals eingeladen, gemeinsam Musik zu machen.

So stehen 15 Musiker, die bei den vergangenen Auflagen mit dabei waren, auf der Bühne und präsentieren einen Stil-Mix aus Latin, Funk und zeitgenössischem Jazz – egal ob im Trio, Quartett, Oktett oder alle zusammen. Mit von Partie sind unter anderem die Sängerin Susanne Hwang, der Trompeter Uli Beckerhoff und Saxofonist Dierk Bruns. Sowohl das Publikum als auch die Musiker hatten sich die zweite Auflage dieser Art gewünscht, berichtet Schöwing. Der Eintritt zur Sonnabends-Gala beläuft sich auf 15 Euro sowie ermäßigt auf zwölf Euro.

Zum Abschluss wird es am Sonntag, 27. Januar, ab 11 Uhr bei freiem Eintritt wieder traditionell. Dann tritt das Ensemble Mo‘Jazz & Horns gemeinsam mit der Bigband der Bremer Musikschule im Stuhrer Rathaus auf.

Karten für das 20. Stuhrer Jazz fest gibt es im Vorverkauf in allen Geschäftsstellen des WESER-KURIER, unter anderem an der Bassumer Straße 6a in Brinkum, sowie bei Nordwestticket (04 21 / 36 36 36 oder www.nordwest-ticket.de) oder im Bürgerbüro der Gemeinde Stuhr.

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