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Nach Reemtsma will sich auch Bührmann-Gruppe beim Teleskop-Projekt engagieren
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250.000 Euro mündlich schon zugesagt

Siegfried Deismann 30.05.2014 0 Kommentare

v.l. Wolf-Dieter Uhden Theo Bührmann gegenüber des Borgfelder Landhauses soll die abgespeckte Sternwarte entstehen
Klaus-Dieter Uhden (links) konnte den Borgfelder Theo Bührmann mit seiner Teleskop-Idee begeistern. (Hans-Henning Hasselberg)

Es würde den Ortseingang aufwerten, wäre eine Attraktion für Lilienthal, die an die astronomische Vergangenheit der Gemeinde vor etwa 200 Jahren erinnert und könnte ganz nebenbei ein paar Tausend Besucher pro Jahr in den Ort bringen. Nachdem seine Astro-Science-Center-Pläne zerplatzt sind, hat Klaus-Dieter Uhden zumindest die kleine Lösung weiter fest im Blick behalten: Lilienthal soll einen originalgetreuen Nachbau des Schroeterschen 27-Fuß-Teleskops bekommen, das um das Jahr 1800 das größte auf dem europäischen Kontinent war.

Unterstützung bekommt Uhden von dem Borgfelder Immobilienkaufmann Theo Bührmann, der nicht nur ein Grundstück an der Wörpe zur Verfügung stellt, sondern über die Bührmann Gruppe auch eigenes Geld investieren will.

Schroeter Teleskop Uhden Lilienthal
Nach diesem Modell würde das Observatorium mit dem Neun-Meter-Fernrohr gebaut. (frei)

Acht Millionen, vier Millionen, zwei Millionen – es war im vergangenen Jahr ein Ende in Etappen, als der Lilienthaler Klaus-Dieter Uhden sich schweren Herzens von seiner über zehn Jahre entwickelten Idee eines Astro-Science-Centers verabschieden musste. Rund um den Nachbau eines Neun-Meter-Spiegelteleskops, so wie es der Amtmann Johann Hieronymus Schroeter um die Wende zum 19. Jahrhundert im Amtsgarten stehen hatte, sollten an der Ortsentlastungsstraße zudem ein 200 Meter langer Planetenlehrpfad, ein Planetarium und eine Bibliothek entstehen. Gastronomie inklusive.

An dieser Stelle kam damals der Bremer Kaufmann Theo Bührmann mit seinen jahrzehntelangen Erfahrungen im Gastronomiebereich ins Spiel. Als die Science-Center-Pläne zerplatzten, habe Bührmann gesagt: „Stell mir das doch beim Landhaus vor die Tür!“ Die Bührmann-Gruppe ist seit einigen Jahren Betreiber des Borgfelder Landhauses. Und dort trafen sich in dieser Woche Klaus-Dieter Uhden, Theo Bührmann und dessen Mitarbeiter Dieter Kröger, in der Bührmann-Gruppe für das Vertragswesen zuständig, um für das gemeinsame Projekt ein paar Pflöcke einzuschlagen.

Nun zwei mündliche Zusagen

Denn wenn jetzt auch nicht mehr von Millionenbeträgen die Rede ist, rund 650.000 Euro wären wohl auch für die Errichtung des 27-Fuß-Spiegelteleskops noch aufzubringen. Für knapp ein Viertel dieser Summe, nämlich 150.000 Euro, hatte Uhden kürzlich eine mündliche Zusage von dem Hamburger Publizisten und Mäzen Jan-Philipp Reemtsma erhalten. Warum engagiert sich Reemtsma in Lilienthal, kann man sich jetzt fragen und kommt über den Schriftsteller Arno Schmidt zur Antwort. Reemtsma ist Gründer der Arno-Schmidt-Stiftung, und hatte dem ebenso wortgewaltigen wie kommerziell erfolglosen Autor zu Lebzeiten wiederholt unter die Arme gegriffen. Der 1979 verstorbene Arno Schmidt wiederum interessierte sich für die Astronomie und hatte unter dem Titel „Lilienthal 1801 oder die Astronomen“ einen Roman geplant, der Fragment blieb, aber neben „Zettels Traum“ sein eigentliches Hauptwerk hätte werden sollen.

Zu den 150.000 Euro von Reemtsma kam jetzt eine weitere mündliche Zusage von Theo Bührmann hinzu. Die Bührmann-Gruppe stellt nicht nur ein Teil des Grundstücks gegenüber vom Borgfelder Landhaus zwischen Wörpe und Wümme zur Verfügung, sondern auch Bares. „Wir sind mit 100.000 dabei“, kündigte Theo Bührmann am Mittwoch an, worauf Dieter Kröger sogleich seiner Rolle als Bührmanns Fachmann fürs Finanzielle gerecht wurde und ergänzte: „Maximal“.

„Da haben wir alle was von“, ist Theo Bührmann überzeugt. Denn wenn Gruppen von Astronomie-Freunden, die sich zuvor anmelden müssen, das Riesenteleskop besteigen, um tagsüber die Sonne zu beobachten oder bei Dunkelheit den Sternhimmel, dann sollen sie zuvor im Borgfelder Landhaus eine Einführung in die Geschichte der Astronomie im Allgemeinen und in die Lilienthals im Besonderen erhalten – möglicher Verzehr eingeschlossen. Theo Bührmann selbst hat fürs Landhaus auch noch einige Pläne, wie er jetzt verriet: Neben der Pension auf der gegenüberliegenden Seite des Landhauses plant er einen Sommergarten sowie direkt daneben an der Wörpe eine tiedenunabhängige Bootsanlegestelle. Hinzu kämen 16 einfache und zwei Behindertenparkplätze. Alles zusammen soll 2015 fertig sein.

Den Sommer 2015 haben die beiden Initiatoren Uhden und Bührmann auch als gemeinsamen Wunschtermin für die Fertigstellung des Telesopium-Projekts in den Blick genommen. Der Bauantrag beim Landkreis Osterholz sei gestellt, und von dort ist laut Uhden bereits eine grundsätzliche Genehmigungsfähigkeit signalisiert worden. Nun müsse versucht werden, auf unterschiedlichen Schienen an weitere Fördertöpfe beim Land oder der EU zu kommen. Aber auch private Spenden sind für das Teleskop-Projekt durchaus willkommen. Ist die Finanzierung geklärt, würde die gemeinnützige Telescopium-Lilienthal Stiftungsgesellschaft, deren Geschäftsführer Klaus-Dieter Uhden ist, Eigentümer der Anlage, Betreiberfirma die Bremer Eventagentur „machtWissen AG“.


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Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...
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