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Zehn Schülerinnen des Gymnasiums Bruchhausen-Vilsen nehmen an dem Projekt Schulbrücke in Weimar teil
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Die grüne Seele der Weimarer Klassik

01.06.2011 0 Kommentare

Bruchhausen-Vilsen. "Die grüne Seele der Weimarer Klassik" - keine leichte Kost. Wenn Schülerinnen nach einem einwöchigen Aufenthalt in der Kulturhochburg Deutschlands ein positives Resümee ziehen und ihrem Lehrer auch noch danken für die Organisation und die Teilnahmemöglichkeit an diesem doch schon speziellen Projekt, dann muss es gut gewesen sein in Weimar.

Zehn Schülerinnen des Deutsch-Leistungskurses von Volker Herholt zogen dieses Fazit, nachdem sie gerade von der Schulbrücke Weimar zurückgekehrt waren. Die Schulbrücke Weimar ist ein seit Herbst 2002 jährlich stattfindendes Jugendprojekt mit wechselnden Themen, das die Deutsche Nationalstiftung initiiert hat und dass sie in Weimar zusammen mit der Europäischen Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar organisiert. Bei der Schulbrücke treffen sich Schüler aus mehreren Ländern - in diesem Jahr waren es Südtirol, Slowenien und Deutschland - zu einer Projektwoche in Weimar. Ihr Ziel ist es, die bislang erworbenen Fähigkeiten und Kenntnisse der Schüler zu erweitern.

Nur Mädchen im Leistungskurs

Die Teilnahme an der Schulbrücke ist ein Glücksfall für das Gymnasium Bruchhausen-Vilsen, denn die Bewerberliste ist laut Volker Herholt lang. In seiner Referendarzeit am John-Lennon-Gymnasium Berlin lernte Herholt die Schulbrücke kennen. "Das hat mir damals schon imponiert. Über meine Kontakte zum John-Lennon-Gymnasium sind wir nun auch in die Schulbrücke aufgenommen worden", freut sich der Deutschlehrer. Bereits im vergangenen Jahr war Volker Herholt mit einer Gruppe ausgesuchter Schülerinnen und Schüler in Weimar. Ausgesucht werden die Teilnehmer von ihm und Schulleiter Reinhard Heinrichs. "Die Leistung spielt eine Rolle bei der Auswahl, aber auch die soziale Kompetenz der Schüler und das Interesse am Interkulturellen", erklärt Herholt. Dass in diesem Jahr zehn weibliche Teilnehmer mitfuhren, kein Schüler, mag auch am Thema liegen, wie Herholt einräumte. "Aber auch im Leistungskurs sind in diesem Jahr nur Mädchen."

In Weimar werden die Teilnehmer mit den anderen Schülern der teilnehmenden Schulen gemischt, auch die Zimmerverteilung erfolgt so. "Da haben wir am Anfang schon gezweifelt, aber so konnten wir uns gut kennenlernen,", erklärt Vanessa.

Auch das internationale Büfett am zweiten Abend diente dem gegenseitigen Kennenlernen. Die Schülerinnen aus Bruchhausen-Vilsen steuerten Erdbeeren, Wurst und Brot bei. Welche Wurst ist denn typisch für die Region? "Na, Leberwurst und Mettwurst", findet Marthe. Ihr hat die Schulbrücke gefallen, "weil wir hier dialektisches Denken und Philosophieren gelernt haben". Auch die Aufarbeitung der NS-Zeit, durch einen Besuch im Konzentrationslager Buchenwald und viele neue Denkanstöße habe man mit nach Hause genommen. "Das lag auch an Frithjof Reinhardt, der uns den Stoff nicht trocken, sondern sehr anschaulich rübergebracht hat. Da hat man was fürs Leben gelernt", lobt Vivien. Der promovierte Frithjof Reinhardt arbeitet am Institut für Philosophie und Kulturgeschichte in Bad Berka und hat das Rahmenprogramm für die Projektwoche erarbeitet und begleitet. Im Vordergrund der Woche zur "grünen Seele der Weimarer Klassik" lag der Begriff der Nachhaltigkeit.

Ausgehend von den Debatten und Kontroversen um 1800 über die Gestaltung von Zukunft sollte diese Projektwoche ein tieferes Problembewusstsein über die Zukunftsthemen, die heute mit dem Begriff Nachhaltigkeit umschrieben werden, erarbeiten. Die Schülerinnen waren dabei an authentischen Orten Weimars unterwegs, besichtigten Sehenswürdigkeiten, verfolgten Spuren und nahmen an Exkursionen teil. In Video-, Theater- und Kunstproduktionen wurden die Ergebnisse der Schülerarbeit aufbereitet und am Ende der Woche für alle Teilnehmer präsentiert.

"Ein wirklich ganz beeindruckendes Projekt, auch weil es den Schülerinnen erlaubte, einmal aus dem Korsett der 45 Minuten auszubrechen und gleich mehrere Stunden an einem schwierigen Thema zu arbeiten", so Volker Herholt. Das Gymnasium Bruchhausen-VIlsen möchte an der Teilnahme der Schulbrücke festhalten.


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Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...
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