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Uwe Prink stellt seinen Roman vor: Skurrile und sinnliche Szenen aus der Kleinstadt
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"Leben ist ein Nebenjob, schreiben nicht"

Uwe Dammann 18.05.2012 0 Kommentare

Autor Uwe Prink (links) und Verleger Wolf-Dietmar Stock bei der Lesung in Fischerhude.
Autor Uwe Prink (links) und Verleger Wolf-Dietmar Stock bei der Lesung in Fischerhude. (Sim)

Fischerhude. "Leben ist ein Nebenjob, das Schreiben ist es nicht", begrüßte der Fischerhuder Verleger Wolf-Dietmar Stock den Autoren, der mit seinem Sohn Robert am Klavier in einer szenischen Lesung mit Live-Musik sein Werk vorstellte. Prink ist Stocks jüngste Entdeckung für den Verlag "Atelier im Bauernhaus", und der Verleger kündigte das Werk als "Erfolgsroman in spe" an. Obwohl Verleger naturgemäß zur Übertreibung in der Anpreisung eines eigenen Autoren neigen, könnte Stock in diesem Fall Recht behalten.

Prinks amüsanter, selbstironischer Roman über die Schwierigkeiten des Lebens und die Suche nach dem eigenen Weg hat tatsächlich das Zeug zum Beststeller. "Leben ist ein Nebenjob" liest sich wie aus einem Guss. Wer kurz vor Mitternacht anfängt, muss damit rechnen erst im Morgengrauen das Buch mit kleinen Pupillen übermüdet, aber durchgelesen aus der Hand zu legen. Lebendig, skurril und sinnlich ist Prinks Jugendzeit in der Kleinstadt Buxtehude – so dass man gar nicht genug von dem Stoff bekommen kann. Obendrein ist das Ganze atemlos, ohne Längen und Brüche erzählt.

Zugegeben, man sollte vielleicht schon mindestens um die 40 sein und sich ein wenig in der Pop- und Rockgeschichte auskennen, um zu verstehen, warum der Protagonist des Romans, Udo Prank, die Musik von Gitarrengott Jimi Hendrix, Led Zeppelin oder den Kinks so "geil" findet.

Ein paar persönliche Erfahrungen aus der Nachära der Flower-Power der Siebzigerjahre mit freier Liebe, der Lektüre von Hermann Hesse oder Protest gegen das ewige Genörgel von konservativen Chefs oder Eltern über die langen Haare können auch nicht schaden. Wer aber all das als Hintergrund mitbringt und den Bestseller "Fleisch ist mein Gemüse" von Heinz Strunk gut fand, der wird Spaß haben an der Lektüre des Buches.

Prinks Roman spielt auf dem Lande, und da wird nichts ausgelassen, was man als Jugendlicher so erleben kann. Obendrein ist er selbst jahrelang als Musiker und Sänger in regional bekannten Bands unterwegs gewesen und kennt die Szene in- und auswendig. Das wurde auch in der Lesung in der Fischerhuder Galerie deutlich: Als es um Passagen und Songs aus dem legendären Woodstock-Film geht, den Prink in einem seiner Nebenjobs als Kinovorführer mindestens zwölfmal gesehen hat, stimmte er die Lieder wie Alvin Lees "Goin Home" oder "I Want to Take You Higher" von Sly and the Family Stone jeweils kurz an. Der Protagonist zieht nächtens mit den Kumpels und Frauen um die Häuser, frönt der freien Liebe und zählt eine "neurotische Entscheidungsschwäche" zu seinen herausragenden Charaktereigenschaften. "Soll ich links- oder soll ich rechtsherum gehen? Gehe ich linksherum, werde ich nie erfahren, was passiert wäre, wenn ich rechtsherum gegangen wäre. Man müsste das Leben zweimal leben können. Dann könnte man auch die andere Möglichkeit wählen", schildert Udo Prank alias Uwe Prink seine Nöte.

Der Autor wuchs in einem Arbeiterhaushalt mit zwei Brüdern und zwei Schwestern auf. Nach einer Odyssee durch viele Wohnorte, Berufe und Szenen lebt er mit seiner Familie – Frau, Sohn und Hund – in einem kleinen Ort in der Nähe von Hamburg und arbeitet als freiberuflicher Coach, Dozent und Berater für Bewerbungs- und Kommunikationstraining. 2006 begann er mit dem Roman "Leben ist ein Nebenjob". Das Buch endet mit "Fortsetzung folgt". Die größer werdende Zahl von Uwe Prinks Fans wird es freuen, wenn der zweite Band fertig ist.

"Leben ist ein Nebenjob" von Uwe Prink ist im Verlag Atelier im Bauernhaus, Fischerhude, erschienen. Es hat die ISBN-Nummer 978-3-88132-333-8 und kostet 12,90 Euro.

Zitat:

"Man müsste

das Leben zweimal

leben können."

Udo Prank, Romanfigur


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Leserkommentare
erschreckerbaer am 22.10.2019 21:34
Ist doch in Ordnung.
Bis jetzt habe ich 48 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt.
Habe dafür Steuern bezahlt.
Würde ich mit 67 in ...
flutlicht am 22.10.2019 20:43
Lieber @Wk, wann hat Höffner denn nun die Fläche erworben? Mal schreiben Sie von 14 Jahren im Text und in der Einleitung von 11 Jahren. Was stimmt?
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