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Ausstellung des Kunstvereins Achim im Rathaus: Sebastian Burger gewinnt den Förderpreis für bildende Kunst
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Machtspiele und attraktive Models

Uwe Dammann 04.10.2011 0 Kommentare

Seine beeindruckenden, großformatigen Fotos aus Baku, der Hauptstadt Aserbaidschans, zeigt er im Rahmen der Förderpreisausstellung derzeit im Achimer Rathaus. Stellvertretend für die Entwicklung vieler Staaten des ehemaligen Ostblocks gibt seine Fotografie den Blick frei auf die Veränderungen in der Metropole Baku, lobte Laudatorin Barbara Alms die Arbeiten des 32-Jährigen. Burger sei kein "Reporter des Schreckens, sondern zeige mit teilnahmsvollem Blick", den rasanten Wandel der Metropole, so Alms. Die Fotografien aus Abrisshäusern oder von neuen Wolkenkratzern dokumentieren aber nicht nur die Veränderungen in der Stadtarchitektur sondern auch Menschen, die aus ihren bisherigen Lebensentwürfen herausgefallen zu sein scheinen und sich nun dem Wandel in ihrem Umfeld stellen müssen. Insofern passen die Fotografien hervorragend zum gesamten Motto der Förderpreis-Ausstellung.

"Nichts bleibt wie es ist", hat der Kunstverein seine Schau mit Arbeiten von zwölf jungen Künstlern aus der Region getauft. Aus ingesamt 60 Bewerbungen hatte eine Jury die Werke der zwölf ausgewählt. Vielschichtig allemal, aber auch provokant, skurril, gesellschaftskritisch und vor allem nie langweilig sind die Exponate, darunter mehrere Videoinstallationen.

Julian Löffler, der in Ottersberg an der Fachhochschule und jetzt in Bremen an der Hfk studiert, zeigt ein Video, das mit einer experimentellen Konstellation beklemmender Machtspiele beeindruckt. Zu sehen sind junge Frauen, die einem Mann per Video-Chat Befehle geben, was er als nächstes zu tun habe. Laufen, Drehen, Bücken bis hin zum Herunterlassen der Hose reicht die Befehlspalette. Sehenswert auch Löfflers Video vor dem Ratssaal im ersten Stock, das martialisch aufgerüstete Polizisten zeigt, die vor dem Berliner Reichstag positioniert sind, hier aber von quälender Langeweile gepeinigt werden.

Performance mit Bikini-Model

Aus den Printmedien bezieht Jacob Emanuel Schenck, der seit 2011 an der FH in Ottersberg studiert, sein Material für die "WeltBildZeitung". Einer Collage mit Bildern und Textfragmenten zum aktuellen Zeitgeschehen. "Are you serious?", (bist du seriös, ernsthaft?") fragt dagegen Sebastian Dannenberg, der in Ottersberg, Karlsruhe und jetzt in Bremen studiert, den Betrachter im Foyer des Rathauses mit einer Installation und stellt diese Ernsthaftigkeit gleich auf die Probe, indem er die Schrift umgedreht hat.

Auch nicht ganz bierernst sollten die Besucher vermutlich die ungewöhnliche Performance von Natalie Wild nehmen. Die junge Künstlerin arbeitet in München und Bremen und hatte zur Achimer Vernissage ein attraktives Model mitgebracht, das im knappen Bikini mit einem Cocktail durch die Besucherreihen flanierte.

Andreas Bernhardt, Samya Boutros Mikhail, Stephan Fritsch, Franziska Keller, Karolin Kloppstech, Natalia Moor, Milina Tsochkova heißen die anderen Künstler, deren Bilder oder Installationen hier ebenfalls bis zum 2. November zu den Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen sind. Projektleiterin der Ausstellung ist Hanne Lange-Michel vom Kunstverein.

Für den Achimer Bürgermeister Uwe Kellner, der am Sonntag die Schau eröffnete, zeigen die Arbeiten, "wie lebendig die junge Kunst in der Region ist". Obendrein sei das Rathaus mit seiner ungewöhnlichen Architektur ein guter Ort für Ausstellungen dieser Art. Allerdings hatte die Verwaltung offensichtlich etwas Angst um ihre Tapeten, wie Kunstvereinsvorsitzender Volker Wutschik in seiner Begrüßung ironisch anmerkte. Aus diesem Grund gibt es keine Namenstafeln neben den Bildern, sondern lediglich eine Nummer unten an der Fußleiste. Mit Hilfe dieser Nummer und einer ausgehängten Preisliste kann man sich etwas mühsam darüber informieren, von wem das jeweilige Exponat stammt. Die Besucher haben obendrein die Möglichkeit, per Stimmabgabe einen Publikumspreis zu vergeben. Die Finissage mit der Vergabe des Publikumspreises ist für Sonntag, 30. Oktober, 11.30 Uhr, geplant.


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Leserkommentare
ManUD7 am 22.10.2019 07:37
Wieso wird die Bevölkerung aufgehetzt? Jahrelang sieht man doch nur noch Mais. Und dieser dient weitestgehend zum Betrieb der Biogasanlagen. Dafür ...
Mangaguide.de am 22.10.2019 07:30
Ein Punkt in Flensburg fuer den Halter war ja geplant, wurde aber leider wieder verworfen.

Alternativ koennte man ja auch Feuerwehr, ...
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