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"Cake World Germany" in Hannover
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Motivtorten liegen im Trend

Silke Hellwig 11.10.2015 0 Kommentare

Eine süßere und buntere Veranstaltung ist nur mit viel Fantasie denkbar. Aber nicht etwa die Türen zum Schlaraffenland haben sich am Sonnabend geöffnet, sondern die zur „Cake World Germany“, sie ist Teil der Infa (Informationsmesse für Familien) – sozusagen dem hannoverischen Pendant zur Hanse Life. Auf der „Cake World“ sind ausschließlich Aussteller versammelt, die sich mit der Herstellung von Süßigkeiten beschäftigen, von aufwendigen Torten und dekorierten Cupcakes bis zu verzierten Cake-Pops (eine Art Kuchenkugeln am Stiel) und Pralinen.

Cake World Hannover
Cake World Hannover (Karsten Klama)

MacCarfrae ist kein Unbekannter in der Welt der Zuckerbäcker. In aller Welt gibt er Kurse und Seminare. 1986 dekorierte er die Hochzeitstorte von Prinz Andrew und Sarah Ferguson, an der er nach eigenen Angaben etwa drei Monate gearbeitet hat. Ihm sei es wichtig, die uralte Technik weiterzugeben, sagt er, vor allem an junge Leute. Momentan sei zwar eine andere Art von Kuchendekoration schwer in Mode, nämlich Motive in bunten Farben aus der Zuckermasse Fondant, doch beides lasse sich vereinen. Und eben das trage dazu bei, eine überlieferte Handwerkskunst am Leben zu erhalten und zu verfeinern.

Die „Cake World Germany“ ist zum zweiten Mal Teil der Infa, in diesem Jahr fällt sie größer aus als im vergangenen, sagt Infa-Sprecher Lars Penningsdorf. Aussteller aus Deutschland, England, Italien, Dänemark und den Niederlanden verkaufen alles, was Cupcakes bunter und Torten verschnörkelter macht: Muffin- und Backformen, Silikonschablonen und Tortenkartons, bunte Zuckerstreusel, Modellierschokolade, Rollfondant und Blütenpaste, Transportschachteln aus Styropor und, und, und.

Fotostrecke: Bilder von der Messe "Cake World Germany"

Auch der Messemarkt wachse, die Zahl der Aussteller und der Besucher steige. Für Hannover rechnet der Veranstalter mit rund 20.000 Besuchern. Neben Hamburg und Hannover organisiert „Cake Word Germany“ auch Messen in Wien und Friedrichshafen am Bodensee. Und was ist mit Bremen? Schultz: „Prinzipiell ist das denkbar, allerdings sind wir in Norddeutschland schon gut vertreten.“

Deshalb ist Jörg Benecke aus Thedinghausen auch in Hannover präsent. Seine Waren sind – im Gegensatz zu den meisten anderen – kalorienarm. Er vertreibt seit rund zwei Jahren im Internet sogenannte Cake-Stands, Tortenplatten mit Fuß, auf Wunsch mit Glashaube, teilweise nach eigenem Design. „Wir bieten die Plattform für die Präsentation“, so Benecke. Die Idee sei ihm sozusagen in die Wiege gelegt worden: „Bei uns in der Familie wurde schon immer viel gebacken, vor allem zur Weihnachtszeit.“ Seine Mutter habe stets großen Wert darauf gelegt, die eigenen Erzeugnisse angemessen zu präsentieren. Benecke backt auch selbst, berichtet er, aber keine Motivtorten, „sondern eher die Klassiker – wie Schwarzwälderkirsch-Torte“.

Die Messe für Hobbybäcker erschöpft sich nicht in reinem Kommerz und Produkt- oder Technikdemonstrationen, auch Kurse werden angeboten. Katrin Grass aus Hannover bucht gleich drei Veranstaltungen: Sie will sich in der „Lambeth-Spritzen-Technik“ versuchen, „Peony Flower & Roses“ formen und festliche Torten dekorieren. Seit rund fünf Jahren sei Backen ihr größtes Hobby, sobald ein Feier- oder ein Geburtstag in der Familie anstehe, müsse sie quasi ran. Auch wenn sie sich selbst schon allerhand angeeignet habe, auch durch Blogs und Vlogs im Internet – „man lernt ja immer noch was dazu, zum Beispiel wie die eine oder andere Technik schneller geht“.

Auch ein Wettbewerb begleitet die Kuchenbäcker-Messe, mit den Disziplinen: festliche Torte, Freestyle / 3D-Skulptur, Hochzeitstorte, Zuckerfloristik, Kekskunst und Kindertorten. Pia Koglin zählt zu den Juroren. Sie arbeitet in Wilhelmshaven als selbstständige Konditorin und fertigt Auftragstorten an. Sie bewertet – mit einer zweiten Jurorin – heute die Beiträge der Kategorien Hochzeits- und die 3D-Torten.

In die Bewertung fließe zum einen ein, ob alle Vorgaben der Ausschreibung erfüllt seien, die je nach Kategorie unterschiedlich sind. So müssen die 3D-Torten komplett verspeist werden können, während die Hochzeitstorten mindestens zwei Etagen haben, aber auch Dummies aus Styropor im Inneren verbergen dürfen. „Jede Kategorie hat ihre Feinheiten“, sagt Pia Koglin. „Wir schauen darauf, ob die Etagen gut sichtbar sind, ob die Dekoration stimmig ist und sich gut ins Gesamtbild einfügt“, sagt Pia Koglin. Außerdem achteten sie und ihre Kollegen bei der Bewertung darauf, wie kunstfertig und sauber gearbeitet worden sei. Auch die Originalität und Kreativität des Entwurfs spiele eine Rolle. Der Geschmack werde dagegen gar nicht bewertet.

Jens Oprzondek ist nicht nur Royal-Ice-Botschafter, sondern auch Träger des „Tortenvirus“. Die Messe trage dazu bei, ihn weiter zu verbreiten, sagt er. „Wer einmal damit infiziert ist, kommt davon nicht mehr los.“

Die „Cake World Germany“ auf dem Messegelände Hannover (Halle 26) läuft bis Montag, 12. Oktober, von 10 bis 18 Uhr.


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Leserkommentare
onkelhenry am 19.10.2019 18:12
74 Jahre SPD!

Nirgendwo ist die Kluft zwischen arm und reich größer.
Schlechte Wirtschaft, schlechte Bildung ... von vielen ...
peteris am 19.10.2019 17:47
Das Affentheater geht also in die nächste Runde. ...
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