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Volkshochschule Lilienthal
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Neues Semester steht für Internationalität

Ulrike Schumacher 16.09.2011 0 Kommentare

Vergnügt: Landschaftsarchitekt Günter Hildebrandt und der für die Sicherheit zuständige Landkreis-Mitarbeiter Wilfried S
Vergnügt: Landschaftsarchitekt Günter Hildebrandt und der für die Sicherheit zuständige Landkreis-Mitarbeiter Wilfried Schlegel inspizieren das Gelände. (Hagenah)

Lilienthal. In Lilienthal rückt die Welt zusammen. Genauer: in Murkens Hof, in den Räumen der Volkshochschule. Dort beginnt in diesen Tagen das Herbstsemester, und das steht laut Volkshochschulleiterin Christine Beulshausen nicht nur für ein vielseitiges Bildungsangebot, sondern auch für Internationalität. Zu den Merkmalen der VHS gehöre, dass dort Dozentinnen und Dozenten aus anderen Ländern unterrichten, erzählt die Leiterin.

Sie vermitteln nicht nur die für unsere Ohren zunächst fremden Sprachen, wie Guiseppe Cinquoncie aus Italien, den man getrost ein Urgestein der VHS nennen darf. Generationen von wissbegierigen Teilnehmern haben sich von ihm den lieblichen Klang der italienischen Sprache näher bringen lassen. Die Dozenten prägen mit ihrem authentischen Unterrichtsstil auch Kurse anderen Inhalts. Wie Rainaldo Villalobos, der aus Chile stammt und an der VHS Salsatanz vermittelt. Oder Tamir Gorodeiski aus Israel, der mit den Kursteilnehmern am Herd steht und ihnen die arabische Küche schmackhaft macht. "Sie bringen die Kultur, die Mentalität, die Begeisterung für ihr Heimatland mit und in ihren Unterricht ein", freut sich Christine Beulshausen.

Kochen mit Musik

Vier Dozenten sind jetzt stellvertretend in der VHS zusammengekommen, um von den Kursen zu berichten. Gaby Salinas de Heine stammt aus Peru und schwingt wie ihr israelischer Kollege den Kochlöffel. Schwung ist wortwörtlich zu nehmen, wenn die temperamentvolle Frau ihren Schülern die peruanische Küche auf der Zunge zergehen lässt. Ohne Musik geht's nicht, sagt sie strahlend. "Musik ist für uns sehr wichtig." Während der Kursus kleine Tapas zubereitet, erfahren die Teilnehmer auch eine Menge über Land und Leute, und wie selbstverständlich wandert dabei über die dampfenden Töpfe auch der eine oder andere spanische Begriff. "Wir lernen Sprache mit Genuss."

Nebenbei Japanisch lernen - das können die VHS-Nutzer auch bei dem Kursus, den Yuki Klink anbietet. Sie unterrichtet schon seit Jahren an der Bremer Volkshochschule, und als sie vor einem Jahr nach Borgfeld zog, streckte Yuki Klink ihre Fühler auch nach Lilienthal aus, wo sie die japanische Kalligrafie Shodo anbietet. Diese rund 2000 Jahre alte Schönschrift-Kunst sei eine Aufgabe an die Selbstdisziplin und vermittele einem Selbstbeherrschung, Gelassenheit und innere Ruhe. Die Japanerin war von der deutschen Arbeitsweise zunächst überrascht. Kalligrafie bedeute für ihr Volk, "dass man diesen Weg ein Leben lang geht", erzählt Yuki Klink. Darauf, dass in Deutschland semesterweise gelernt werde, habe sie sich erst einstellen müssen.

Wer wegen der japanischen Sprache die VHS besucht, ist bei Aki Tsurumi-Geiken gut aufgehoben. Sie gehört zu den Dozenten, die erstmals Anfängerkurse anbieten. Pirjo Jordan unterrichtet zudem Finnisch und Alina Anghel Rumänisch. Ihr gehe es ums Sprechen, erzählt Aki Tsurumi-Geiken. Wer in ihren Kursus kommt, soll sich verständigen können, wenn er nach Japan reist. "Wenn er etwas nicht lesen kann, dann kann er zumindest fragen." Die japanische Sprache sei bei jungen Menschen sehr beliebt, weiß sie. Ihre jüngsten Schüler sind 15 Jahre alt. Aki Tsurumi-Geiken führt das auch auf das "Manga-Fieber" der Jugendlichen zurück.

Ein erfahrener VHS-Dozent ist Ali Osman Sahin. Seit elf Jahren gehört er zum Dozenten-Stamm und lebt inzwischen länger in Deutschland als in seiner ersten Heimat, der Türkei. Vor 32 Jahren kam er hierher. Wer bei ihm Türkisch lernt, hat vielleicht einen türkischen Partner oder sich in der Türkei ein Haus gekauft. Es gebe Kursteilnehmer, berichtet er, die mit dem Wissen aus seinem Sprachkursus manchmal auch einheimische Türken korrigieren.

Die Gründe, sich zu einem Fremdsprachenkursus anzumelden, sind vielfältig. Manche bereiten sich so auf ein Auslandssemester vor, andere melden sich an, weil ein Teil der Familie in ein anderes Land umgezogen ist, und manche möchten sich im Urlaub sprachlich auf sicherem Boden bewegen. Speziell dafür gebe es neue Angebote wie "Polen für Touristen", "Reise nach Südamerika" sowie Niederländisch vor Ort - bei einer Tagesfahrt nach Groningen, sagt Christine Beulshausen. Außerdem bietet die Volkshochschule wieder einen Integrationskursus für Zuwanderer an. Ali Osman Sahin wird ihn leiten. Er bittet schon jetzt darum, "dass dieses Angebot mündlich publik gemacht wird, damit möglichst viele davon erfahren". Der Kursus beginnt als Modulsystem am 7. November , "sodass die Teilnehmer in das ihnen gemäße Niveau einsteigen können".

Nähere Infos zu den Kursen gibt es im Internet unter www.vhs-lilienthal.de oder telefonisch unter 04298/929240 oder 41. Wer sich für den Integrationskursus anmelden möchte, nimmt Kontakt mit Ihno Schild unter der Telefonnummer 04298/929237 auf.


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Leserkommentare
adagiobarber am 21.10.2019 18:36
viele kleine gelungene schritte ...

in eine verdiente, sichere zukunft.

glückwunsch.

manch' heimischer hat ...
bremenkenner am 21.10.2019 18:08
Leider sehen das hier sehr viele genau anders herum und sind im festen Glauben dass Afrika zig mal in Europa reinpasst. Und viele Afrikaner glauben ...
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